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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Kulturen und Politiken der Sinneswahrnehmung"
RessourcentypVortragsreihen
TitelKulturen und Politiken der Sinneswahrnehmung
BeschreibungVortragsreihe des Centrums für Postcolonial und Gender Studies (CePoG) der Universität Trier:
Kulturen und Politiken der Sinneswahrnehmung
(Wintersemester 2015/16, Universität Trier, Organisation: Jun.-Prof. Dr. Franziska Bergmann)

Abstract:

Sehen, Schmecken, Riechen, Hören und Fühlen stellen nicht nur Forschungsgegenstände der Biologie und Psychologie dar, sondern wurden in den vergangenen Jahren zunehmend auch von den Kulturwissenschaften in den Blick genommen. Angestoßen durch das im angloamerikanischen Raum bereits etablierte interdisziplinäre Feld der Sensory Studies, dessen wesentliche Impulsgeber die Ethnologie und Anthropologie sind, folgen neuere Forschungen zur Sinneswahrnehmung überwiegend einem konstruktivistischen Ansatz und gehen von der soziokulturellen Verfasstheit des Sensorischen aus. Auf Grundlage dieser Neuperspektivierung lassen sich Sinneswahrnehmungen als ein Phänomen beschreiben, das über eine Historie verfügt und als Politikum stets divergierenden Machtstrukturen unterworfen ist.

In Westeuropa sind beispielsweise Fragen danach, wer Wahrnehmungssubjekt bzw. Wahrnehmungsobjekt ist, wer wen wie anschauen darf, wer wie riecht, wem erlaubt ist, sein Gegenüber zu berühren oder in welcher Weise wessen äußeres Erscheinungsbild gestaltet sein soll, Bestandteil einer entlang geschlechtlicher und ethnisierter Identitätsgrenzen organisierten Geschichte der Sinne. Dass Geschlecht und Ethnizität dabei stets auf komplexe Weise miteinander verschränkt sind, zeigt sich unter anderem in einer spezifischen Codierung des Blicks, wird doch seit der Aufklärung die mit Autorität, Macht und Erkenntnis assoziierte Position des Betrachters vorzugsweise als europäisch-männliche Position entworfen. In der Geschichte des Olfaktorischen findet sich ebenfalls ein aufschlussreiches Beispiel, anhand dessen sich der Zusammenhang zwischen Sinneswahrnehmung, Geschlecht und Ethnizität deutlich machen lässt. So konnten Sander Gilman zufolge medizinische und anthropologische Diskurse um 1900 Frauen und Juden einen strukturell homologen Ort innerhalb der europäischen Wissensordnung zuweisen, indem weibliche und jüdische Körper gleichermaßen aufgrund ihres vermeintlich unangenehmen Geruchs als krankhaft und minderwertig markiert wurden.

Die Vortragsreihe wird vor diesem Hintergrund Ansätze aus dem Bereich der Genderforschung und der Critical Race Studies mit Perspektiven der Sensory Studies in einen fruchtbaren Dialog bringen, um zu fragen, wie Konstruktionen geschlechtlicher und ethnisierter Identität an die Regulierung und die Semantisierung des Sensorischen gekoppelt sind.

Terminübersicht:

Prof. Dr. Robert Jütte (Stuttgart): Mittwoch, 18. November 2015, 18h c.t., Raum A 7:
Die fünf Sinne und die Folgen der industriellen Revolution. Der Einfluss der Urbanisierung und Technisierung auf die sinnliche Wahrnehmung

Jun.-Prof. Dr. Thomas Wortmann (Mannheim): Mittwoch, 16. Dezember 2015, 18h c.t., Raum A 7: Bagdad, Blicke. Visualität und Geschlechterkonfigurationen in Kathryn Bigelows „Hurt Locker“

Jun.-Prof. Dr. Jenny Schrödl (Berlin): Dienstag, 12. Januar 2016, 18h c.t., Raum A 11: Politiken des Akustischen in Theater und Performance


Kontakt:
Jun.-Prof. Dr. Franziska Bergmann
E-mail: bergmannf@uni-trier.de
Web: https://www.uni-trier.de/index.php?id=51116

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortTrier
Beginn18.11.2015
Ende12.01.2016
PersonName: Jun.-Prof. Dr. Franziska Bergmann 
E-Mail: bergmannf@uni-trier.de 
KontaktdatenName/Institution: Jun.-Prof. Dr. Franziska Bergmann, Universität Trier, FB II Germanistik, Neuere deutsche Literaturwissenschaft 
Postleitzahl: 54286 
Stadt: Trier 
E-Mail: bergmannf@uni-trier.de 
Internetadresse: https://www.uni-trier.de/index.php?id=52583 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Genderforschung; Literatur- u. Kulturgeschichte; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Theater (Aufführungspraxis)
Ediert von  H-Germanistik
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