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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Gastfeindschaft. Aporien des Umgangs mit dem Anderen in Literatatur und Literaturwissenschaft."
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelGastfeindschaft. Aporien des Umgangs mit dem Anderen in Literatatur und Literaturwissenschaft.
BeschreibungGastfeindschaft. Aporien des Umgangs mit dem Anderen in Literatatur und Literaturwissenschaft. Jahrestagung der Friedrich Schlegel-Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien.

Berlin, Institute for Cultural Inquiry, 10. und 11. November 2015

„Besteht Gastfreundschaft darin, dem Ankömmling Fragen zu stellen? Oder beginnt die Gastfreundschaft damit, dass man empfängt ohne zu fragen?“ Jacques Derridas Überlegungen sind brisanter denn je. Wer gastfreundlich ist, öffnet einem Fremden die Tür – unter der Maßgabe, dass der Gast bestimmten Gesetzen oder Sitten nicht zuwider handle. Gleichzeitig bedeutet unbedingte Gastfreundschaft Derrida zufolge aber auch: Nicht zu wissen, wer der Gast ist, nicht, ob er „Gast ist und nicht Mörder“ – sich auf das absolut Andere einzulassen. Muss man Gastfreundschaft (hospitalité) und Feindschaft (hostilité) zusammen denken? Derrida schlägt dafür den Terminus hostipitalité vor – Gastfeindschaft.

Hält Literatur Möglichkeiten bereit, Aporien, die sich aus der Begegnung von Eigenem und Fremdem ergeben, zu überwinden? Etwa durch die Vorstellung anderer Formen von Gemeinschaft, durch die Dekonstruktion scheinbar klarer Grenzziehungen, durch Subversion der Unterscheidung zwischen Eigenem und Fremdem? Können in der Literatur Strategien des Zusammenlebens außerhalb eines juristischen Paradigmas verhandelt werden? Oder besteht das Potential von Literatur gerade darin, diese Aporien nicht auflösen zu wollen, sondern zuzuspitzen?

„Er tut uns nichts, aber er ist uns lästig, das ist genug getan“, heißt es in einem kurzen, postum mit Gemeinschaft betitelten Text Kafkas. Indem wir vorschlagen, im Blick auf die Literatur dezidiert ästhetische Strategien von Exklusion, vorgetäuschter Legitimation und von selbstentlarvender Scheinargumentation zu untersuchen und zu diskutieren, wollen wir nach alternativen Formen des Umgangs mit Anderen fragen.

Dienstag, 10.11.2015

9.00–9.15 Uhr: Tagungseröffnung

Panel 1 (9.15–13.00 Uhr)
Reiseliteratur als Konstruktions- und Erfahrungsraum von Hospitalität und Hostilität

Hans-Jürgen Lüsebrink (Saarbrücken): Interkulturelle Dialogizität und koloniale Gewalt. Zur Dynamik interkultureller Begegnungssituationen in französischen und spanischen Reiseberichten des 16.-18. Jahrhunderts (Bernal Diaz Del Castillo, La Hontan, Bougainville).

Gabriele Jancke (Berlin): Gastlichkeit in der Frühen Neuzeit zwischen Freundschaft, Feindschaft und Fremdheit. Reisen, Gruppenkulturen und eine Ökonomie sozialer Beziehungen.

Alexander Honold (Basel): Undankbare Gäste. Szenarien der Fremdheit zwischen Migrationserfahrung und Assimilationserwartung.


Panel 2 (14.30–18.30 Uhr)
Literatur und Gemeinschaft

Vivian Liska (Antwerpen): Kafkas Gemeinschaften.

Anselm Haverkamp (München): Allotria: “elle dit une chose terrifiante, Antigone.”

Esther von der Osten (Berlin): Filmvortrag: Theater der Gastfreundschaft. Le dernier caravansérail des Théâtre du Soleil.

Podiumsdiskussion (19.00–20.30 Uhr): Literatur und Engagement
mit Irena Brezna, Julya Rabinowich und Kathrin Röggla


Mittwoch, 11. November 2015

Panel 3 (9.00–13.00 Uhr)
Gäste in der Fremde? Perspektiven der Exilliteratur auf eine Gegenwart der Migration

Nadja Eckes (Berlin): „Das plötzliche Land / duftet nach Zeder und Zimt“. Zu einer Poetologie der U-topie bei Rose Ausländer und Nelly Sachs.

Oksana Stoychuk (Berlin): Transkulturelle Verfahren bei Emine Sevgi Özdamar, Terézia Mora und Nellja Veremej.

Response: Irmela von der Lühe (Berlin)

Johannes Stobbe (Berlin): “Steinerner Gast”. Migrationsliterarische Perspektiven auf Hermann Brochs Roman Die Schuldlosen.

Wiebke Sievers (Wien): Zur Bedeutung des Exils bei Vladimir Vertlib.

Response: Andree Michaelis (Frankfurt/Oder)


Panel 4 (14.30–18.30 Uhr)
Flüchtlinge in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

Doerte Bischoff (Hamburg): Flüchtlinge der NS-Zeit in der Gegenwartsliteratur.

Hansjörg Bay (Köln): Migration, postheroisch. Zu Sherko Fatahs Das dunkle Schiff.

Sarah Steidl (Hamburg): 8x Flucht. Wie viele Flüchtlinge ist ein Flüchtling? Versuch der Definition eines vielschichtigen Begriffes anlässlich der Lektüre von Abbas Khiders Der falsche Inder.

Ivo Theele (Flensburg): Der “Schlepper”, das unbekannte Wesen.

Kyung-Ho Cha (Bayreuth):Die literarische Darstellung der Flüchtlinge und die Kritik der Menschenrechtspolitik in Elfriede Jelineks Die Schutzbefohlenen.

18.00 Uhr: Gemeinsame Abschlussdiskussion


ICI Berlin: Christinenstraße 18, 10119 Berlin (https://www.ici-berlin.org/event/682/)
Programm: https://www.ici-berlin.org/fileadmin/user_upload/Events/15_16/1511_Gastfeindschaft/Programm_Gastfeindschaft.pdf
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Beginn10.11.2015
Ende11.11.2015
PersonName: Johannes Kleine 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: johannes.kleine@gmail.com 
KontaktdatenName/Institution: Friedrich Schlegel-Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien, Freie Universität Berlin 
Strasse/Postfach: Habelschwerdter Allee 45 
Postleitzahl: 14195 
Stadt: Berlin 
Telefon: (+49) 030 838 5 2525 
Fax: (+49) 030 838 5 2536  
E-Mail: fsgs@fu-berlin.de 
Internetadresse: http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/friedrichschlegel/index.html 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeGeschichte der Germanistik; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literarische Wertung/Literaturkritik; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturtheorie: Themen; Motiv- u. Stoffgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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