VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Vor und hinter dem Vorhang. Kleists Texte und das Theater"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelVor und hinter dem Vorhang. Kleists Texte und das Theater
BeschreibungVor und hinter dem Vorhang. Kleists Texte und das Theater
Kolloquium des Kleist-Museums
9. und 10. Oktober 2015

Programm


1804 wurde das erste Stück Kleists, Die Familie Schroffenstein, uraufgeführt; 2015 gab es allein in der ersten Jahreshälfte 14 Neuinszenierungen: über 200 Jahre Bühnenpräsenz, mal mehr, mal weniger; doch vor allem seit den letzten dreißig Jahren ist Kleist einer der meist gespielten Autor_innen. Was machte welche Werke Kleists wann und unter welchen Bedingungen für welche Theater attraktiv? Welche Inszenierungen entstanden wann und in welchen Abhängigkeiten auf Grundlage welcher Texte bzw. Textinterpretationen? So lauten zwei wesentliche Fragen, die das spannungsreiche Verhältnis zwischen Werk und Inszenierung durchziehen. Inszenierungen lassen sich als Organisation verschiedener Zeichen und Zeichensysteme zur intendierten szenischen Umsetzung (Aufführung) bestimmen, sie stellen somit jeweils neu hervorzubringende, zeit- und personengebundene Metatexte des literarischen Werks dar (Pavis 1991). Werk und Inszenierung bilden ein intertextuelles Feld, das von den Punkten Werk/Theatertext und Inszenierung/Aufführung begrenzt wird.
Nähert man sich diesem Feld aus der Textperspektive, rücken zunächst dramentheoretische Überlegungen in den Vordergrund. Dramen als hinsichtlich einer Aufführung konzipierte Texte entstehen in Auseinandersetzung mit den jeweils herrschenden Theaterkonventionen: „Man schreibt für, mit oder gegen einen bereits existierenden theatralen Kode“ (Ubersfeld 1981/2012). Kleist bezeichnete seine Stücke Der zerbrochne Krug und Penthesilea als nicht „für die Bühne geschrieben“ (Brief vom 24. Januar 1808) und bedauerte die Mißgriffe im Käthchen von Heilbronn, die aus der Absicht, „es für die Bühne paßend zu machen“, geschehen seien (Brief vom Mai 1811). Inwiefern unterscheiden sich Kleists Dramen untereinander und von anderen zeitgenössischen hinsichtlich ihrer Theaterbezogenheit? In welchem Verhältnis stehen Haupt- und Nebentext, dienen die Szenenanweisungen der Bühnenrealisation oder nur der Leserimagination? Doch nicht nur die zeitgenössische Ebene soll interessieren, vielmehr stellt sich angesichts der Bühnenpräsenz Kleists im 20./21. Jahrhundert die Frage nach der Anziehungskraft seiner Werke für gegenwärtige Theaterkonzepte: Welches Potential theatraler Wirkungen enthalten sie, welche Theatralität der Sprache (Poschmann 1997) entfalten sie? Die seit dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts vermehrt diskutierten Konzepte der Performativität, Körperlichkeit und Bewegung ermöglichte neue Sichtweisen auch auf Kleists Werke und regte zu innovativen szenischen Umsetzungen – insbesondere im Tanz- und Figurentheater – an, wobei vor allem auf Prosatexte zurückgegriffen wurde.



Freitag, 9. Oktober

10.00 Begrüßung
Wolfgang de Bruyn, Barbara Gribnitz (Kleist-Museum)
10.30 Einführung
Petra Stuber (Hochschule für Musik und Theater Leipzig)
11.30 Pause
12.00 Zwei Debüts: Schillers Die Räuber und Kleists Die Familie Schroffenstein
Phyllis Roesch (Freie Universität Berlin)
12.45 Mittagspause
14.00 Theater im Dienst der Vaterlandsliebe: nationalistische Ideen in Feodor Wehls und Rudolph Genées Bühnenbearbeitung der Herrmannsschlacht
Jessica Helbig (Universität Jena)
14.45 Prinz Friedrich von Homburg in der Inszenierung des Meininger Hoftheaters
Florian Beck (Universität Würzburg)
15.30 Pause
16.00 Penthesilea – das Kleistsche Drama unzähliger (visueller) Inszenierungen
Milena Rolka (Freie Universität Berlin)
16.45 Die (Im)Materialität von Dingen und Räumen in Kleists Lustspiel Der zerbrochne Krug: Transformation sprachlicher in visuelle Zeichen im Vergleich von Dramentext und Theaterinszenierung
Christian Heigel (Universität Konstanz)

19.00 Abendveranstaltung im Rahmen der Kleistfesttage: Kleist: Ungeheuer Gehorsam?!
Friedo Solter (Schauspieler und Regisseur) im Gespräch



Sonnabend, 10. Oktober

10.00 Heiner Müllers Homburg-Modell
Stephan Ehrig (Universität Bristol, Großbritannien)
10.45 Von der allmählichen Verfertigung Germaniens und einem noch immer ortlosen Theater: Die zukünftige Bühne Heinrich von Kleists in den Texten Heiner Müllers
Nina Breher (Humboldt-Universität zu Berlin)
11.30 Pause
12.00 Inszenierungen der Erhöhung bei Heinrich von Kleist und Werner Schwab
Helmut Grugger (Universität Limerick, Irland)
12.45 Kleist ›erspielen‹. Dokumentarisches Theater als Ort der Literaturvermittlung
Timo Sestu (Universität Erlangen)
13.30 Abschluß



Veranstaltungsort Ansprechpartnerin
Kleist-Museum Dr. Barbara Gribnitz
Faberstraße 6-7 gribnitz@kleist-museum.de
15230 Frankfurt (Oder) Tel. 0335-387221-17


Das Kolloquium ist öffentlich. Interessent_innen sind herzlich willkommen.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortFrankfurt an der Oder
Beginn09.10.2015
Ende10.10.2015
PersonName: Dr. Barbara Gribnitz 
Funktion: wissenschaftliche Mitarbeiterin 
E-Mail: gribnitz@kleist-museum.de 
KontaktdatenName/Institution: Kleist-Museum 
Strasse/Postfach: Faberstraße 6-7 
Postleitzahl: 15230 
Stadt: Frankfurt (Oder) 
Telefon: 0335-387221-17 
E-Mail: gribnitz@kleist-museum.de 
Internetadresse: www.kleist-museum.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Dramentheorie; Literatur 1770 - 1830; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturtheorie: Themen; Theater (Aufführungspraxis)
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.02 Drama; 13.00.00 Goethezeit; 13.00.00 Goethezeit > 13.10.00 Klassik; 13.00.00 Goethezeit > 13.12.00 Gattungen und Formen; 13.00.00 Goethezeit > 13.12.00 Gattungen und Formen > 13.12.02 Drama. Theater; 13.00.00 Goethezeit > 13.14.00 Zu einzelnen Autoren; 15.00.00 19. Jahrhundert; 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.13.00 Gattungen und Formen; 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.13.00 Gattungen und Formen > 15.13.02 Drama. Theater; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989); 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.08.00 Gattungen und Formen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.08.00 Gattungen und Formen > 18.08.02 Drama. Theater; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.12.00 Österreich; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.12.00 Österreich > 18.12.06 Gattungen und Formen
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/49687

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 25.09.2015 | Impressum | Intern