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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Landeskunde im Globalisierungskontext - Zwischen Theorie und Praxis"
RessourcentypCall for Papers
TitelLandeskunde im Globalisierungskontext - Zwischen Theorie und Praxis
BeschreibungDas CELE (Centro de Enseñanza de Lenguas Extranjeras) der UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México) in Mexiko-Stadt, das Goethe-Institut Mexiko, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), der Österreichische Austauschdienst (OeAD), Kultur und Sprache des Bundesministeriums für Bildung und Frauen, das Österreichische Kulturforum
und der mexikanische Deutschlehrerverband (AMPAL)

mit Unterstützung
der Botschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sowie des Österreichischen Kulturforums Mexiko


laden ein zum Kongress für Deutsch als Fremdsprache


„Landeskunde im Globalisierungskontext - Zwischen Theorie und Praxis“
vom 7. bis 9. März 2016 am CELE der UNAM in Mexiko-Stadt


Call for Papers


Landeskunde – kurz gesagt der Einbezug der Kultur in den Fremdsprachenunterricht (FSU) – war schon immer ein wichtiger Bestandteil der Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache (DaF), wenn sich auch die theoretischen Grundlagen mit den Jahrzehnten gewandelt haben. Stand zunächst das reine Faktenwissen im Zentrum, kam in den 1990er Jahren der interkulturelle Vergleich zwischen Ausgangs- und Zielsprachenkultur in Mode. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Landeskunde mit den kulturwissenschaftlichen Ansätzen nicht nur theoretisch neu aufgestellt, sondern sie etablierte sich auch als eigenständige wissenschaftliche Teildisziplin. Der Kontext der Globalisierung spielte dabei insofern eine ausschlaggebende Rolle, als dieser eine Auseinandersetzung mit dem Kulturbegriff evozierte. Insbesondere wurde das Konzept der sogenannten ´Nationalkulturenˋ in Frage gestellt, womit die Ablöse des kontrastiven Vergleichs von Kulturen hin zu einem plurizentrisch zu verstehenden Kulturbegriff begann.

In der Praxis des Deutschen als Fremdsprache spiegeln sich diese theoretischen Überlegungen aber bis dato kaum wider, wie an Lehrmaterialien oder Curricula zu sehen ist, in denen immer noch Faktenwissen und interkulturelle Ansätze dominieren.

Ziel des Kongresses ist es, die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis zu untersuchen. Es werden die vielfältigen landeskundlich-kulturwissenschaftlichen Theorien beleuchtet und Konsequenzen für die Praxis diskutiert. Im Mittelpunkt steht die Frage wie Landeskunde im Kontext der Globalisierung zu definieren ist und was ihre Aufgabe im DaF-Unterricht sein soll.
Der Bezug zum mexikanischen bzw. lateinamerikanischen Kontext soll dabei immer im Fokus bleiben. In fünf Sektionen wollen wir uns mit folgenden Teilbereichen der Landeskunde bzw. deren Vermittlung auseinander setzen:


Sektion 1: Vermittlung landeskundlicher Inhalte

In den letzten Jahren entstanden eine Reihe neuer Ansätze, welche die Zielsetzungen landeskundlichen Lehrens und Lernens intensiv debattieren. Seit den 1990er Jahren ist ein Paradigmenwechsel in der Landeskundeforschung sichtbar und der Fokus wird von einem interkulturellen Landeskundeansatz auf einen kulturwissenschaftlichen Ansatz gelenkt.
Man wendet sich bewusst von binären Denkstrukturen, in denen die ´eigeneˋ mit der ´fremdenˋ Kultur verglichen wird, ab und wirbt für ein polymorphes Kulturverständnis. Faktenwissen und interkulturelle Vergleiche werden von der Sensibilisierung der „symbolischen Ordnungen und Sinnzuschreibungen und […] eines diskursiven Aushandelns von Bedeutung[en]“ (Altmayer 2013: 16) abgelöst. Die Lernenden und deren Reaktionen auf eine Reihe oft auch widersprüchlicher Impulse stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Dieser Ansatz wird heftig in der Wissenschaft diskutiert, trotzdem fehlt oft noch die praktische Umsetzung. Wie kann man also einen kulturwissenschaftlichen Ansatz im FSU fördern? Wie vermittelt man „kulturelle Muster“ (ebd.)? Welches Bild sollte man im Unterricht zeigen? Ist der interkulturelle Ansatz gar nicht mehr gefragt? Wie lassen sich bestehende landeskundliche Einheiten unter Berücksichtigung des kulturwissenschaftlichen Ansatzes überarbeiten? Welche Best Practice-Beispiele gibt es?
In dieser Sektion wollen wir Theorie und Praxis vereinen, Methoden, die kulturelles Lernen fordern und fördern, vorstellen und diskutieren sowie sie miteinander in Bezug setzen.


Sektion 2: Literatur

Obwohl Literatur ein zentraler Bestandteil der Zielsprachenkulturen ist, war sie im Fremdsprachenunterricht nicht immer gleichermaßen präsent. Mit Wolfgang Isers rezeptionstheoretisch und -ästhetischen Ansatz, bei dem ein kreativer Umgang mit den literarischen Werken und somit die Lernenden und ihre Reaktionen im Vordergrund standen, wurde der Literatur jedoch wieder mehr Bedeutung zugeschrieben. Man erkannte die Fülle an Möglichkeiten, authentische Interaktionen und einen kreativen Umgang mit Sprache zu fördern.
Fremdsprachenliteraturdidaktik hat sich mit diversen Punkten, wie unter anderem der Integration der Diskurs- und inhaltlichen Ebene im Unterricht zur Förderung sprachlicher und kulturbezogener Kompetenz auseinandergesetzt (vgl. Dobstadt 2011: 8) . Ein literarischer Text soll nicht als Quelle landeskundlicher Informationen gesehen werden, sondern vielmehr als eine individuelle kulturelle Version aus einer Abundanz von unterschiedlichen kulturellen Wahrnehmungen.
Wie kann man sich aber nun mit unterschiedlichen Denkstrukturen, Deutungsmustern und Weltwahrnehmungen im Fremdsprachenunterricht auseinandersetzen um einem kulturwissenschaftlichen Ansatz Güte zu tragen? Welche Materialien gibt es und welche Punkte sollten wir als Lehrende bei der Erstellung von Unterrichtsmaterialien beachten? Wie behandelt man solche komplexen Themen im Anfängerunterricht um polyvalente Wahrnehmungen kultureller Realitäten zu ermöglichen?
Diese und hoffentlich weitere zahlreiche Fragen sollen in dieser Sektion zu einer anregenden Diskussion führen. Im Allgemeinen wollen wir die Rolle der Literatur in Bezug auf die Vermittlung landeskundlicher Elemente, die Validität existierender kultureller Wahrnehmungsmuster und praktische Umsetzungsmöglichkeiten diskutieren und vorstellen.


Sektion 3: Ästhetik im kulturellen Lernen

Die Integration von Bildern, Film, Kunst, Theater und Musik bereichern den täglichen Fremdsprachenunterricht und machen ihn nicht nur kreativer, sondern auch motivierender. Mit Hilfe dieser Medien ist es möglich, sich genauer mit landeskundlichen Themen auseinanderzusetzen. Jedoch sollten diese Elemente nicht als Fenster in eine fremde Kultur gesehen werden, denn Kultur ist ein polyvalentes Zeichensystem, das durch konstante Veränderung gezeichnet ist und in dem Künste eine besondere Rolle spielen.
Es stellt sich nun die Frage, wie man anhand von Fotografie, Malerei, Film, Musik, Theater, etc. ein Verständnis (sich ständig ändernder) kultureller Ausdrucksformen entwickeln kann? In dieser Sektion wollen wir versuchen, mit diversen Fremd- und Selbstbildern verschiedener deutschsprachiger Länder zu spielen, mit dem Ziel, sich genauer mit Seh-, Lese- und Hörpraktiken auseinanderzusetzen und unter anderem für Bildsprache, Bildästhetik und Bildwirkung im weiteren Sinne zu sensibilisieren. Außerdem sollten Vorschläge gemacht und diskutiert werden, wie man die Künste in den Unterricht integriert um ein ästhetisches Lernen mit allen Sinnen zu fördern.
Die Teilnehmenden sind dazu eingeladen, sich mit eigenen praktischen Beispielen an der aktiven Gestaltung dieser Arbeitseinheit zu beteiligen. Wir möchten gemeinsam Konzepte diskutieren, wie man mittels dieser Kunstformen im Rahmen eines kulturwissenschaftlichen Ansatzes arbeiten und dadurch ein polymorphes Kulturkonzept fördern kann.


Sektion 4: Der Einsatz Neuer Medien in der Landeskundevermittlung

Der Einsatz Neuer Medien im Fremdsprachenunterricht stellt ein großes Potenzial zur Förderung von Lehr- und Lernprozessen sowie zur Steigerung des Spracherwerbs dar. Mittels ihrer multimodalen Charakteristika schaffen Neue Medien vielseitige Kommunikations- und Kooperationsmöglichkeiten, bieten den Lernenden die Möglichkeit ihre Sozialkompetenzen weiter auszubilden und fördern sowohl die kulturelle als auch die Sprachkompetenz der Lernenden.
Mit dem Begriff Neue Medien wenden wir uns sämtlichen zeitbezogenen, neuen Medientechniken zu und legen den Fokus dabei insbesondere auf die Gruppe der digitalen Medien, zu denen alle Anwendungen zählen, die für Lehr- und Lernzwecke sowohl rezeptiv als auch produktiv eingesetzt werden können, wie Web-2.0-Anwendungen, interaktive Tafelbilder, Lernplattformen, Blogs, Wikis, (Video-)Podcasts und Lernsoftware.
Welche Rolle spielen Anwendungen des Web 2.0 beim Fremdverstehen, das als Ziel kulturellen Lernens gilt? Lassen sich geeignete Anwendungen oder Dienste Teilschritten kulturellen Lernens zuordnen? Inwieweit ist kulturelles Lernen im virtuellen Austausch möglich? Welche Auswirkungen hat der Einsatz Neuer Medien auf kooperative, über Ländergrenzen hinausgehende, Unterrichtskonzepte?
Diese und viele weitere Fragen stellen sich bei der Beschäftigung mit dem Spannungsfeld Kulturelles Lernen & Neue Medien und warten auf ebenso spannende wie innovative Antworten.


Sektion 5: Landeskunde in Lehrmaterialien

Der kulturwissenschaftliche Ansatz in der Landeskunde ist „eine sachliche und fachlich notwendige Weiterentwicklung des bislang dominierenden ´interkulturellen Ansatzesˋ“ (Altmayer 2007: 20) . In der Sektion sollen vorhandene Lehrmaterialien mit der Fragestellung analysiert werden, inwieweit sich neuere theoretische Entwicklungen in ihnen widerspiegeln.
Handelt es sich tatsächlich um zeitgemäße Materialien, die z.B. weniger (Sprach-)Kulturen im Sinne nationaler Herkunft thematisieren oder werden plurizentrische Konzepte bedient, also, unabhängig von Staatsgrenzen, regionale Unterschiede, soziale Differenzen, Genderthemen, Alter und Migrationsproblematik in den landeskundlichen Vordergrund gestellt?
Gibt es besonders gelungene Beispiele in den Lehrmaterialien? Wie kann mit älteren Lehrwerken diesbezüglich umgegangen werden? Welche Zusatzmaterialien bzw. selbst entwickelte landeskundliche Entwürfe haben sich bewährt? Wir freuen uns auf inspirierende Beiträge und eine anregende Diskussion.


Vorschläge für Vorträge (20 Minuten) oder Workshops (90 Minuten) mit maximal 250 Wörtern, gegebenenfalls Kurzbibliografie und kurzen biografischen Angaben sind bis zum 31. Oktober 2015 einzureichen (Webseite).

Weitere Informationen unter http://cele.unam.mx/dafkongress/

Nach persönlicher Absprache mit dem Organisationskomitee ist ein Vortrag auf Spanisch möglich, wenn ein Abstract und eine PowerPoint-Präsentation auf Deutsch vorliegen.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMexiko-Stadt
Bewerbungsschluss31.10.2015
Beginn07.03.2016
Ende09.03.2016
PersonName: Peter Haase 
Funktion: DAAD-Lektor 
E-Mail: peter.haase@cele.unam.mx 
KontaktdatenName/Institution: Universidad Autónoma Nacional de México 
Stadt: Mexiko-Stadt 
E-Mail: dafkongress@cele.unam.mx 
Internetadresse: https://www.unam.mx/ 
LandMexiko
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeDeutsch als Fremdsprache / Deutsch als Zweitsprache
Zusätzliches SuchwortLandeskunde, Cultural Studies, kulturelles Lernen, Ästhetik, Lehrmaterialien, Landeskundevermittlung, Literatur und Landeskunde
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.07.00 Germanistik im Ausland
Ediert von  H-Germanistik
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URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/49515

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