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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Oswald Wiener: Denkpsychologie – Selbstbeobachtung"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelOswald Wiener: Denkpsychologie – Selbstbeobachtung
BeschreibungOswald Wiener: Denkpsychologie – Selbstbeobachtung

Symposium und Fest zum 80. Geburtstag Oswald Wieners

8. bis 11. Oktober 2015

kunsthaus muerz, clix
Wiener Straße 56
8680 Mürzzuschlag
Österreich
http://www.kunsthausmuerz.at/detail.php?id=768

In Kooperation mit der KFUG Graz
http://www.literaturhaus-graz.at/veranstaltung/oswald-wiener-kybernetik-und-gespenster/


Oswald Wiener hat mit seinem Weg aus der Literatur und in die Wissenschaft den Avantgarden in den letzten fünfzig Jahren ihre Richtung gewiesen. Seine Denkpsychologie, die auf Selbstbeobachtung fußt, ist in dem eben im Suhrkamp Verlag erschienenen Band dokumentiert.


Seit fast 40 Jahren arbeitet Oswald Wiener an einer denkpsychologischen Theorie der menschlichen Intelligenz. Als empirische Grundlage dient ihm dabei die Methode der Selbstbeobachtung, die, entgegen dem behavioristischen Verdikt, gestützt auf einen operationalen Strukturbegriff, reproduzier- und validierbare Beobachtungen ermöglicht. Im letzten Jahrzehnt hat sich um Wiener eine Arbeitsgruppe gebildet, deren aktuellen Diskussionstand dieses Buch anhand einschlägiger (Selbst-)Versuche dokumentiert. Wiener ist kein akademischer Psychologe. „Seine“ Denkpsychologie entwickelte sich – und man möge den Kredit gewähren, dies als Stärke zu begreifen – aus den biografisch nachvollziehbaren Bedürfnissen eines zur theoretischen Leistung befähigten Schriftstellers, dessen theoretische Leistung jedoch bislang nie groß in die akademische Psychologie eingeflossen ist. Eine empirisch auf Selbstbeobachtung fußende Theorie kann nur durch eigene Selbstbeobachtungen begriffen werden, weil jede Theorie eine Umrechnungsweise von Daten ist. Dass die Beobachtung, und mithin das „Tatsachenmaterial“ mit der Übung über die etwa 30 Jahre ihrer Entstehung differenziert wurde und immer noch wird, erklärt auch die stufenweise und zum Teil eklektische Aufnahme und Veränderung neuer Begriffe im Rahmen dieses großangelegten Forschungsprojekts zur Erneuerung der Denkpsychologie.

Ausgangspunkt von Wieners experimenteller Introspektion ist seit jeher die Empirie des Erlebens von „Denken“. Idealisiert besteht die erarbeitete experimentelle Methode aus drei intermittierenden Tätigkeiten: (1) der Bearbeitung einer gegenständlichen Denkaufgabe („task“), (2) der Registrierung denkpsychologischer Merkmale während des Auffassens und Lösens dieser Aufgabe, und (3) dem zwischenzeitlichen Notieren des Registrierten. Nur (2) ist die Beobachtung im engeren Sinn. Ziel der Methode sind Protokolle, die die Beobachtungen zu kommunizieren, zu vergleichen und damit Neuerungen in der Theorie wenigstens tentativ zu verifizieren erlauben.

Mit den drei bisherigen Symposien zu Oswald Wiener im kunsthaus muerz und dem im Suhrkamp-Buch Publizierten sind erste bedeutsame Schritte zur Erforschung und Darstellung des Werks von Oswald Wiener gesetzt worden, die aber auf der Basis des Erreichten weiterer Forschung der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen, aber auch neu hinzukommender, bedürfen. Deshalb wird im Herbst 2015 mit sehr vielen der Teilnehmer der letzten Jahre, aber auch mit einigen neu Hinzugeladenen, im kunsthaus muerz ein weiteres Symposium als Initialzündung zu einer weiteren Phase der Theoriegewinnung durchgeführt, unter Beteiligung vor allem jüngerer Wissenschaftler und Künstlerinnen.

Die Teilnehmenden präsentieren in Impulsvorträgen Theoriebeiträge, methodologische Erwägungen und Selbstbeobachtungen aus Gegenstandsbereichen wie Musik- und Literaturrezeption, Lösen topologischer und physikalischer Probleme sowie Tanzimprovisation.

Das Tagungsprogramm wird abends durch ein Kunstprogramm ergänzt: Dem Werk Wieners nahestehende Künstlerinnen und Künstler lesen aus ihren Texten und präsentieren Filme.

Programm
donnerstag, 8. oktober 2015
kunsthaus muerz, clix

18.00 uhr

Begrüßung und Einführung durch Thomas Eder, Thomas Raab, Cornell Schreiber und Benjamin Angerer

freitag, 9. oktober2015
kunsthaus muerz, clix

9.30–12.30 uhr
Beiträge zu denkpsychologischen Studien

Michael Schwarz: Einsichtiges Denken
Pablo León Villagrá: Kausales Denken – Bayesianische Modelle im Dialog mit der Wiener'schen Denkpsychologie
Cornell Schreiber: Konstruktion einer Kreuzfaltung: Selbstbeobachtungen zum lebendigen Denken

14.30–15.00 uhr
Kurzvorträge

15.00–17.00 uhr
Beiträge zur Kognitionstheorie

Thomas Raab: Embodied Situated Cognition à la Wiener
Joscha Bach: Die Datenstrukturen des Denkens

18.00–20.00 uhr
Haupt-Vortrag

Oswald Wiener: Die IdeoMotor-Hypothese

20.30–21.00 Uhr
Ausstellung

Ingrid Wiener: Traumzeichnungen
Rede: Nils Röller

Samstag, 10. oktober 2015
kunsthaus muerz, clix


9.30–12.30 uhr
Beiträge zu methodologischen Fragen

Stefan Schneider: Was gibt Selbstbeobachtung her? Praktischer Vergleich mit verwandter Forschung zum Verstehen physikalischer Sachverhalte
Michael Kimmel: Die Mikrogenese von körperlicher Interaktion: Zwischenleibliches Wirkwissen, Improvisation, und dynamische Ordnung
Benjamin Angerer: Entwicklung eines Versuchsdesigns für die experimentelle Selbstbeobachtung

14.30–15.00 uhr
Kurzvorträge

15.00–18.00 uhr
Beiträge zu den Bereichen Sprache, Musik und Literatur

Thomas Eder: Ambiguität. Selbstbeobachtungen zum Unterschied beim „qsprachlichen“ versus „qbildlichen Vorstellen“
František Lesák: Beobachten und Berichten. En plein air mit Grünem Heinrich
Johannes Ullmaier: Orchesterkampf. Über das Verhältnis von intern und extern induziertem Musikerleben am Beispiel der Dynamik

19.00–21.00 uhr
Lesungen und Filmvorführungen

Franz Josef Czernin
Rosa Barba
Ann Cotten
Brigitta Falkner

Sonntag, 11. oktober 2015
Neuberg an der Mürz, Festsaal der Gemeinde im Stift

10.00–13.00 uhr
Resümee und Abschlussdiskussion

Lebenslauf Oswald Wiener

1935 geboren in Wien
1953 – 1958 Musiker
1954 – 1959 Experimentelle Dichtung («Wiener Gruppe»)
1959 – 1977 Wirtschaft: Datenverarbeitung und Gastronomie
1969 Übersiedelung nach (West-)Berlin
1986 Übersiedelung nach Kanada
1992 – 2004 Professur für Ästhetik an der Kunstakademie Düsseldorf

Lebt in Kapfenstein (Steiermark)


Veröffentlichungen (Auswahl):
1969 die verbesserung von mitteleuropa, roman (Rowohlt; 2. Auflage 1984; 3. Auflage 2013 bei Jung und Jung)
1996 Schriften zur Erkenntnistheorie (Springer)
1998 Eine elementare Einführung in die Theorie der Turing-Maschinen (Springer)
1998 Literarische Aufsätze (Löcker)
2000 Materialien zu meinem Buch Vorstellungen. Hg. v. F. Lesák (TU Wien)
2001 Über das «Sehen» im Traum / Zu den Traum-Zeichnungen von Ingrid Wiener. Ingrid Wiener, Träume / sogni, (Morra), 3-17
2002 Anekdoten zu Struktur. Ausschnitt 07. Hg v. F. Lesák (TU Wien), 30-45
2006 Unter LSD/Über LSD. manuskripte, 171, 5-27
2007 Über das «Sehen» im Traum, Zweiter Teil. manuskripte, 178, 161-172
2008 Über das «Sehen» im Traum, Dritter Teil. manuskripte, 181, 132-141
2015 Kybernetik und Gespenster. Im Niemandsland zwischen Wissenschaft und Kunst. manuskripte, 207, 143-162
2015 Glossar: Weiser. Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Hg. v. T. Eder u. T. Raab (Suhrkamp), 59-98
2015 Glossar: figurativ. Selbstbeobachtung. Oswald Wieners Denkpsychologie. Hg. v. T. Eder u. T. Raab (Suhrkamp), 99-141

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.kunsthausmuerz.at/detail.php?id=768
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMürzzuschlag
Beginn08.10.2015
Ende11.10.2015
PersonName: Dr. Thomas Eder 
E-Mail: thomas.eder@univie.ac.at 
KontaktdatenName/Institution: Universität Wien, Instititut für Germanistik 
Strasse/Postfach: Universitätsring 1 
Postleitzahl: 1010 
Stadt: Wien 
E-Mail: thomas.eder@univie.ac.at 
LandÖsterreich
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945; Literaturpsychologie
Klassifikation19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.11.00 Österreich > 19.11.01 Forschung; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.11.00 Österreich > 19.11.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.13.00 Zu einzelnen Autoren
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