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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Christian Geissler: Literatur als Grenzüberschreitung"
RessourcentypCall for Papers
TitelChristian Geissler: Literatur als Grenzüberschreitung
BeschreibungChristian Geissler: Literatur als Grenzüberschreitung


Veranstalter: Christian-Geissler-Gesellschaft e.V. mit Kooperationspartnern
Datum: 6. bis 8.Oktober 2016
Ort: Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestraße 125,
D-10115 Berlin (www.lfbrecht.de)


Über mehr als vier Jahrzehnte hinweg begleitete Christian Geissler (1928–2008) mit seinen Texten und Filmen als kritischer Chronist die oppositionellen Kräfte in der Bundesrepublik. Dabei und auch in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus sowie der sogenann-ten ›Vätergeneration‹ entwickelte er eigene, vielfach medienübergreifende ästhetische For-men, die gerade den kritischen Stimmen auf neue Weise Ausdruck verliehen.

Geissler studierte evangelische Theologie, Philosophie und Psychologie. 1960 bis 1964 ge-hörte er zur Redaktion der »Werkhefte katholischer Laien« und war von 1965 bis 1968 Mithg. der Zeitschrift »Kürbiskern«. 1967 trat er der illegalen KPD bei, um sie 1968 wieder zu ver-lassen. 1972 bis 1974 lehrte er als Dozent an der »Deutschen Film- und Fernsehakademie« in West-Berlin. Die Rote Armee Fraktion begleitete er seit Anfang der 1970er Jahre als kriti-scher Sympathisant. Von 1971 bis 1976 war er Mitglied des P.E.N.-Zentrums der Bundesre-publik und gehörte dem VS an. Geissler erhielt 1964 den Adolf-Grimme-Preis, 1985 den För-derpreis für Literatur der Freien und Hansestadt Hamburg, 1988 den Literaturpreis der Irm-gard-Heilmann-Stiftung und den Hamburger Autorenpreis sowie 1993 den Hörspielpreis der Kriegsblinden.

Geisslers künstlerisches Werk umfasst Romane wie „Anfrage“ (1960“, „Das Brot mit der Fei-le“ (1973) oder „kamalatta“ (1987), Erzählungen, Gedichte und Essays ebenso wie Drehbü-cher, Hör- und Fernsehspiele sowie journalistische Arbeiten für das Fernsehen. Anfang der 1960er Jahre entwickelte er in Zusammenarbeit mit Egon Monk im neugegründeten NDR das Fernsehspiel als innovatives Format im damals noch jungen Medium, Mitte der 1960er Jahre begann er Hörspiele zu verfassen. Bis Ende der 1960er Jahre erschienen seine Texte teilweise auch in der DDR, die Fernsehspiele „Ende der Anfrage“ und „Nürnberger Resümee“ (beide 1966) wurden vom DFF realisiert.

Dem Mainstream des Literaturbetriebs entzog sich Geissler gleichermaßen in politischer Hin-sicht wie auch durch seine spezifischen, bisweilen radikal anmutenden ästhetischen Optionen. Dem Publikum und der Literaturkritik galt er zunehmend als „schwierig“, (literatur-) wissen-schaftliche Untersuchungen über sein Werk blieben die absoluten Ausnahmen.

Die Christian-Geissler-Gesellschaft hat sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Geisslers Werk für neue Leseerfahrungen und Sichtweisen zu öffnen. Gemeinsam mit dem Literaturforum im Brecht-Haus in Berlin und weiteren Kooperationspartnern richtet sie daher diese Tagung aus, bei der u.a. gefragt werden soll:

• Wie werden Wahrnehmungen und Konsequenzen einer die historische und soziale Ver-antwortung verdrängenden Gesellschaft bei Geissler in Literatur und Film aufgenommen?
• Welche Rolle spielen „(Klein-)Bürgerlichkeit“, Affirmation und ein radikal-antibürgerlicher Blick auf die Gesellschaft für Ausgestaltung seiner Figurenensembles und einzelner Charaktere?
• Welche Konzepte, Themen und Diskurse dienen in Geisslers Arbeiten als Anknüpfungs-punkte und wie werden sie in der intermedialen Bearbeitung, im Spannungsverhältnis von Dokumentarischem und Fiktion, weiter entwickelt?
• Welche Besonderheiten kennzeichnen Geisslers Text- und Bild-Sprache und wie werden beide den Anforderungen der verschiedenen Medien und zugleich einer zunehmenden Po-litisierung der Themen gerecht?
• Wie verändern die unterschiedlichen Kontexte der Bundesrepublik und der DDR Aussage und Rezeption der Werke?
• Wie lassen sich die werkinternen Beziehungen zwischen filmischen und literarischen Tex-turen beschreiben?
• Wie ist das Filmwerk Geisslers hinsichtlich der technischen Gegebenheiten, der Fernseh-politik der Zeit, der Positionierung im Programm des NDR sowie in Bezug auf die DDR-Fernsehkultur, das Neue Deutsche Kino und das Oberhausener Manifest zu verorten?
• In welcher Weise betreffen Geisslers Werke die Lebenswelten gegenwärtiger Leser, wel-che Impulse kann Geisslers Werk für eine gegenwärtige politische Literatur, für eine „Äs-thetik des Widerstands“ geben?

Die Tagung ist interdisziplinär angelegt und wendet sich an Wissenschaftlerinnen und Wis-senschaftler, die sich mit Literatur und Film in einer übergreifend kulturwissenschaftlichen und/oder historisch-politischen Perspektive befassen.

Bitte senden Sie Ihre Vortragsvorschläge (1 Seite mit max. 1.500 Zeichen) und eine Kurzbio-grafie mit Ihren Arbeitsschwerpunkten bis zum 31. Dezember 2015 an:

konferenz2016@christian-geissler.net

Für die Beiträge sind jeweils 20 Minuten Vortragszeit plus 10 Minuten Diskussion vorgese-hen. Über die Auswahl wird im Februar 2016 entschieden.
Die Veröffentlichung der Beiträge in einem Tagungsband ist geplant.
Die Übernahme von Reisekosten und Unterbringung steht unter Finazierungsvorbehalt
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Bewerbungsschluss31.12.2015
Beginn06.10.2016
Ende08.10.2016
PersonName: Grumbach, Detlef 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: konferenz2016@christian-geissler.net 
KontaktdatenName/Institution: Christian-Geissler-Gesellschaft e.V.  
Strasse/Postfach: Böckmannstraße 48 - D 20099 Hamburg 
Postleitzahl: 20099 
Stadt: Hamburg 
Telefon: +49 (0) 40 2543216 / 0179 5979547 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.)
Ediert von  H-Germanistik
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