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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Unarten. Kleist und das Gesetz der Gattung"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelUnarten. Kleist und das Gesetz der Gattung
BeschreibungUnarten. Kleist und das Gesetz der Gattung
24.-26.09.2015, Kleist-Museum, Frankfurt (Oder)

Eine Tagung des Heinrich-von-Kleist-Instituts für Literatur und Politik, dem Lehrstuhl für Westeuropäische Literauren (Prof. Dr. Andrea Allerkamp) der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder) in Kooperation mit dem Kleist-Museum Frankfurt (Oder) und dem Nachwuchsforschernetzwerk "Cultural and Literary Animal-Studies", sowie dem Lehrstuhl für neuere deutsche Literaturgeschichte (Prof. Dr. Roland Borgards) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Im Fokus der Tagung "Unarten" stehen Denken und Schreiben der Gattung in den Texten Kleists. Wir wollen zu einer Konfrontation mit deren Unart(en) herausfordern, diese zum Programm machen und Lektüren anregen, die sich mit der Gattungs-Problematik aus verschiedenen disziplinären Blickwinkeln und in verschiedenen Formen auseinandersetzen. Dabei soll es um die Frage gehen, wie die literarischen Gattungen in den Texten Kleists zu Gegenständen poetologischer Versuchsanordnungen und Fallgeschichten werden. Darüber hinaus fragen wir danach, wie die epistemische Charge von Kleists Schriften die Kriterien poetischer Gattungen überschießt und jegliche nähere Bestimmung von Natur(en) miteinbezieht. ‚Gattung‘ – so die Grundannahme – ist mehr als eine literaturgeschichtliche Kategorie. Wie und mit welchen Konsequenzen interferieren verschiedene Gattungen von Gattungsdiskursen bei Kleist?

Aus der Perspektive von Kleists "Unarten" geraten Figurationen und Inkorporationen der Transgression und Restitution von bio-logischen genera in den Blick, in denen die Grenzen zwischen Menschen, Tieren und Dingen, zwischen Geschlechtern, Kriegsparteien, Naturen/Kulturen, zwischen Individuum, Exemplar und Gattung auf dem Spiel stehen. Die Konstellierung unterschiedlicher Formen der Gattung schreibt Literatur in ein diskursives Feld ein, in dem Naturgeschichte, Biologie, Anthropologie, Ästhetik und Literatur sich schneiden. In Kleists Texten steht immer auch die Verfasstheit der Texte als Gattung zur Disposition, indem sie sich jeweils als Art und Unart dieser Gattung zu erkennen geben. In diesem Sinne wird durch die Konfrontation unterschiedlicher Formen der Gattung deren (Natur-)Gesetz-mäßigkeit problematisierbar.


PROGRAMM:


DONNERSTAG, 24.09.2015

13.45 Uhr – Begrüßung

14.00 Uhr – Andrea Allerkamp, Matthias Preuss und Sebastian Schönbeck: Thematische Einführung

PANEL 1: Typologische Grenzfälle

14.30 – 15.15 Uhr – Katrin Pahl (Baltimore): Koboldartig beieinander
15.15 – 16.00 Uhr – Stefan Färber (Berlin): Einzigartigkeit. Zu einer logikgeschichtlichen Episode als Schlüssel zur Vor- und Nachgeschichte eines modernen Dispositivs

16.00 – 16.30 Uhr – PAUSE

16.30 – 17.15 Uhr – Nikolaus Müller-Schöll (Frankfurt am Main): Komische (Be-)Gattung. Kleists ‚Lustspiel nach Molière‘ Amphitryon
17.15 – 18.00 Uhr – Sophie Witt (Frankfurt/Oder): Genos und genesis: Überlegungen zum Dramatismus der Gattung um 1800

18.00 – 18.30 Uhr – PAUSE

18.30 – 19.15 Uhr – Keynote I: Werner Michler (Salzburg): Alles, was Gestalt hat. Zur Kultur- und Soziopoetik der literarischen Gattungen, mit Blick auf Kleist


FREITAG, 25.09.2015

PANEL 2: Epistemologische Grenzfälle

09.00 – 09.45 Uhr – Pablo Valdivia Orozco (Frankfurt/Oder): Novelle und Exemplum
09.45 – 10.30 Uhr – Dan Gorenstein (Potsdam): Experimentelle Maieutik: Kleists „Allmählige Verfertigung der Gedanken“ als literarisch-naturwissenschaftlicher Hybrid

10.30 – 11.00 Uhr – PAUSE

11.00 – 11.45 Uhr – Johannes F. Lehmann (Bonn): (Un-)Arten des Faktischen. Tatsachen und Anekdoten in Kleists Berliner Abendblättern
11.45 – 12.30 Uhr – Dietmar Schmidt (Erfurt): Geheime Geschichten des Tierreichs. Kleists Anekdoten und das Wissen der Tierseelenkunde

12.30 – 14.00 Uhr – MITTAGSPAUSE

14.00 – 14.45 Uhr – Keynote II: Marcel Beyer: Kleist – The Fast and the Furious, Juni 1801

14.45 – 15.15 Uhr – PAUSE

PANEL 3: Ästhetische Grenzfälle

15.15 – 16.00 Uhr – Andrea Allerkamp (Frankfurt/Oder): Urszenen der Zerreißung. Zum Gesetz der Gattung in Kleists „Penthesilea“
16.00 – 16.45 Uhr – Matthias Preuss (Frankfurt/Oder): Gräuel entdecken. Demonstrationen im Käthchen
16.45 – 17.00 Uhr – Esther Köhring (Würzburg): Auf der Anekdote. Tiere, Theatertheorie und ihre Bühne bei Kleist

17.00 – 17.30 Uhr – PAUSE

17.30 – 18.15 Uhr – Keynote III: László Földényi (Budapest): Im Soge des „absolut Bösen“. Beispiele für das Böse in Kleists Werken

19.30 – 20.30 Uhr – Unwahrscheinliche Wahrhaftigkeiten. Lesung von Franziska Ritter und Sascha Bunge

20.30 Uhr Buffet im Kleist-Museum


SAMSTAG, 26.09.2015

PANEL 4: Politische Grenzfälle

09.00 – 09.45 Uhr – Roland Borgards (Würzburg): Off Cage. Kleists Herrmannsbärin
09.45 – 10.30 Uhr – Sebastian Schönbeck (Würzburg): Tolle Hunde

10.30 – 11.00 Uhr – PAUSE

11.00 – 11.45 Uhr – Jonas Teupert (Berlin): Der Eigensinn der Tiere. Überlegungen zum Irritationspotential zweier Fabeln von Kleist
11.45 – 12.30 Uhr – Alexander Kling (Bonn): Unartige Kinder – Unartige Texte. Nachahmung, Spiel und Fiktion in Heinrich von Kleists (?) „Von einem Kinde, das kindlicher Weise ein anderes Kind umbringt“

Anmeldung zur Teilnahme an der Tagung unter mpreuss@europa-uni.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortFrankfurt an der Oder
Beginn24.09.2015
Ende26.09.2015
PersonName: Sebastian Schönbeck 
Funktion: Organisator 
E-Mail: sebastian.schoenbeck@gmail.com 
KontaktdatenName/Institution: Lehrstuhl für Westeuropäische Literaturen 
Strasse/Postfach: Große Scharrnstrasse 59 
Postleitzahl: 15230 
Stadt: Frankfurt (Oder) 
Telefon: +49-(0)335-5534-2573 
Fax: +49-(0)335-5534-2493 
E-Mail: weslit@europa-uni.de 
Internetadresse: https://www.kuwi.europa-uni.de/de/lehrstuhl/lw/westeuropa/index.html 
SchlüsselbegriffeMethodologie / Wissenschaftsgeschichte; Sprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Literaturwissenschaft; Dramentheorie; Erzähltheorie; Genderforschung; Geschichte der Germanistik; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1770 - 1830; Literaturtheorie: Klassiker; Literaturtheorie: Themen; Rhetorik
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