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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Mittelalterliche Mythenrezeption - Paradigmen und Paradigmenwechsel"
RessourcentypCall for Papers
TitelMittelalterliche Mythenrezeption - Paradigmen und Paradigmenwechsel
BeschreibungCALL FOR PAPERS

Mittelalterliche Mythenrezeption – Paradigmen und Paradigmenwechsel.
Geplante Tagung der Beteiligten am DFG-Projekt „Bildliche Mythenrezeption im Mittelalter und der Epochendiskurs moderner Kunsthistoriographie – Pictorial Myth Reception in the Middle Ages and Modern Art Historiography’s Discourse of Periodization“
Ort: Kunstgeschichtliches Institut der Ruhr-Universität Bochum
Zeitraum: 02.-04. Juni 2016

Warum wurden im Mittelalter Mythen rezipiert? Unter welchen Bedingungen, mit welchen Interessen und Absichten konnte sich die Auseinandersetzung mit den Mythen der vorchristlichen griechischen und römischen Kulturen entfalten?
Wer in der Kunstgeschichtsschreibung nach einer Antwort sucht, wird in der älteren Literatur – mehr implizit als explizit – auf eine Erklärung stoßen, die aus heutiger Sicht zumindest einseitig, wenn nicht gar fragwürdig erscheinen muss: Die Kunst der klassischen Antike habe ein universales Schönheitsideal formuliert, ein Ideal also, zu dem die Menschheit zwangsläufig hinstrebt. In der christlichen Kultur des Mittelalters allerdings sei die Hinwendung zur ‚paganen’ Antike zumindest bedenklich, wo nicht gar perhorresziert gewesen, so dass es zu Komplikationen in der Rezeption habe kommen können oder müssen. Aby Warburg entdeckte in diesem Zusammenhang, dass des öfteren Pagan-Mythologisches in mittelalterlicher Formensprache gestaltet wurde, Christlich-Heilsgeschichtliches hingegen in antikisierender Formensprache und fasste dies unter den Begriff der Inversion. Erwin Panofsky formulierte (erstmals 1933), daran anknüpfend, das principle of disjunction und brachte somit die Vorstellung von einem Auseinanderbrechen von Form und Inhalt in der mittelalterlichen Kunst ins Spiel – eine Vorstellung, die die kunsthistorische Forschung zur Mythenrezeption bis zum heutigen Tag prägt. Anders als etwa in den Philologien (z. B. Jane Chance, Medieval Mythography, Bd. 1-2 1994-2000) fehlt es in der Kunstgeschichte seither an umfassender angelegten Untersuchungen zu diesem Thema und dementsprechend mangelt es an alternativen Erklärungsmodellen.
Mit der geplanten Tagung ist der Wunsch verknüpft, die Frage nach den Paradigmen mittelalterlicher Mythenrezeption disziplinenübergreifend zu verfolgen. Der Titel formuliert von vornherein, dass mit einer Vielzahl unterschiedlicher Paradigmen zu rechnen ist, unter denen Mythenrezeption zustande kam, und dass sich womöglich historische Zäsuren benennen lassen, von denen aus jeweils neue Wege eingeschlagen wurden. Es steht also die Frage nach einer möglichen Binnendifferenzierung des Mittelalters in unterschiedliche Phasen oder Epochen der Mythenrezeption im Raum. Während der wissenschaftshistorische Aspekt der Fragestellung einer späteren Tagung vorbehalten bleiben soll, soll es bei der hiermit angekündigten Tagung um die Auseinandersetzung mit den konkreten mittelalterlichen Phänomenen gehen. Im Zentrum steht dabei die Frage, welche Paradigmen sich aus den Zeugnissen mittelalterlicher Mythenrezeption (insbesondere in Literatur und bildender Kunst) selbst heraus erschließen lassen. Nahe liegt es, auch nach den beteiligten Akteuren zu fragen bzw. nach den jeweils maßgeblichen Diskursfeldern, aber auch danach, welche Charaktere kulturübergreifenden Agierens sich jeweils unterscheiden lassen.
Bei alledem ist die Fokussierung auf jeweils einzelne Texte oder Bilder ebenso willkommen wie die auf größere Denkmälergruppen (z. B. unter Aspekten der Funktion, der Gattung, der Kulturregion etc.).
Forscherinnen und Forscher, etwa aus der Kunstgeschichte, Geschichte, Literaturgeschichte, den Philologien, Theologien, Archäologien und der Philosophie, die gerne aus ihrer jeweiligen Fachperspektive heraus zum transdisziplinären Austausch über das Thema beitragen möchten, werden gebeten, einen Themenvorschlag für einen 30minütigen Vortrag (max. 1000 Zeichen) und ein kurzes CV bis zum 30. September 2015 einzureichen. Für die Erstattung der Reisekosten wird ein Antrag auf Fördermittel gestellt.

Bitte senden Sie Ihren Themenvorschlag an miriam.marotzki@rub.de.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBochum
Bewerbungsschluss30.09.2015
Beginn02.06.2016
Ende04.06.2016
PersonName: Miriam Sarah Marotzki 
Funktion: wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) 
E-Mail: miriam.marotzki@rub.de 
KontaktdatenName/Institution: Kunstgeschichtliches Institut der Ruhr-Universität Bochum 
Strasse/Postfach: Universitätsstr. 150 
Postleitzahl: 48801 
Stadt: Bochum 
Telefon: (0049) 234 32 28650 
E-Mail: miriam.marotzki@rub.de 
Internetadresse: http://kunstgeschichte.rub.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Leserforschung; Literatur 700 - 1150; Literatur 1150 - 1300; Literatur 1300 - 1500; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literatursoziologie; Motiv- u. Stoffgeschichte
Zusätzliches SuchwortMythen, Mythenrezeption, Antikenrezeption, Paradigma
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/48954

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