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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Zeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie, Heft 6: Materialistische Ästhetik"
RessourcentypCall for Papers
TitelZeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie, Heft 6: Materialistische Ästhetik
BeschreibungZeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie, Heft 6: Materialistische Ästhetik

Seit Baumgarten den Begriff im 18. Jahrhundert im Deutschen etabliert hat, steht die Ästhetik in dem unverdienten Ruf, eine Domäne idealistischen Denkens zu sein. Heute wiederum steht der längst verstorbene Idealismus in so schlechtem Ruf, dass jeder erklärtermaßen materialistische Zugriff auf die Kunst und die Künste mit der ästhetischen Tradition leichtes Spiel zu haben scheint. Die Marxisten, die sich dabei als erste hervorgetan haben, sind lange wieder verschwunden, manche auch nur hinter neuen Namen, die sie nunmehr als Kulturtheoretiker dieser oder jener Provenienz ausweisen. Wer sich heute auf dem Gebiet der Ästhetik umschaut, wird, von wenigen altmodischen Ausnahmen abgesehen, überhaupt nur noch Materialisten finden, die sich zumindest darin einig würden, dass Kunst, deren Produktion ebenso wie Rezeption, als eine Art von Praxis zu begreifen sei: als semiotische oder diskursive, vorzugsweise subversive, als mediale, durch ein bestimmtes Medium erst hervorgebrachte oder als im weitesten Sinn soziale Praxis, die der kundige Forscher irgendeinem ‚Feld‘ zuschieben kann. Oder aber als kognitiver Prozess: denn Anspruch auf eine materialistische Auffassung von Kunst erheben selbstverständlich auch empiristische und kognitivistische Untersuchungen bis hin zur sogenannten Neuroästhetik.
Was in all den ansonsten recht unterschiedlichen, auch in unterschiedlicher Hinsicht materialistischen Ästhetiken merkwürdig selten zur Sprache kommt, ist allerdings das ästhetische Material selbst (Sprache, Klang, Farbe, etc.) und dessen jeweils besondere Organisation. In dieser Hinsicht erweist sich die fragmentarisch überlieferte Ästhetische Theorie Adornos, postum 1970 veröffentlicht, gerade dadurch als materialistisch, dass sie, scheinbar ganz konservativ, von den materiellen Ermöglichungsbedingungen ebenso wie von möglichen Wirkungen der Kunst zunächst absieht und sich stattdessen dem spezifisch geformten Material der Werke zuwendet. Darin nämlich, im immanenten Formzusammenhang eines Werks, in der Stimmigkeit (oder Unstimmigkeit) seiner Gestaltung, sei auch das Soziale der Kunst allererst zu suchen. Wer das solcherart Vergegenständlichte sogleich auflösen wollte wie ein Rätsel, hätte das der Kunst von vornherein missverstanden.

Für das Heft 6 (Nr. 2/2016) bittet die Zeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie um Beiträge, die sich mit Fragen einer materialistischen Ästhetik im oben angedeuteten Sinne befassen, sei es mit theoretischen und begrifflichen (Material, Form, Werk, etc.), vorzugsweise in Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Ästhetiken oder mit Problemen der gegenwärtigen Kunst und einzelner Künste im Besonderen. Ästhetiken und Künste, die sich weitgehend von den Fragestellungen der klassischen Moderne entfernt haben, sich gegenüber der Kulturindustrie und der alltäglichen Wirklichkeit öffnen und insofern über den Materialstand, von dem Adornos Ästhetische Theorie ausgeht, hinausweisen (oder hinter ihn zurückfallen). Auch hieraus können sich freilich weiterreichende theoretische Fragen ergeben, etwa nach dem Zusammenhang von gesellschaftlichen und ökonomischen Verhältnissen auf der einen sowie Veränderungen der künstlerischen Produktion und der Autonomie von Kunst auf der anderen Seite – eine Kunstautonomie, die vorausgesetzt werden muss, wenn man eine Kulturindustrie, die längst allgegenwärtig erscheint, von ihr unterscheiden will.

Herausgeber des Themenschwerpunktes sind: Christoph Hesse (Berlin), Isabelle Klasen (Bochum), Magnus Klaue (Leipzig) und Martin Schneider (Hamburg).

Artikel sollten
- in Deutsch oder Englisch verfasst sein;
- einen Abstract in Deutsch und Englisch sowie kurze Angaben zur Autorin bzw. zum Autor enthalten;
- maximal 50.000 Zeichen umfassen;
- für anonyme Begutachtung vorbereitet sein.
- per Mail gesendet werden an chhesse@zedat.fu-berlin.de oder isabelle.klasen-b28@rub.de

Abstracts (max. 2 Seiten) werden bis zum 1. September 2015 erbeten, die fertigen Beiträge bis zum 31. Januar 2016. Weitere Hinweise für Autoren und Informationen zur Zeitschrift finden Sie unter
http://www.degruyter.com/view/j/zksp



Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss31.01.2016
KontaktdatenName/Institution: Institut für Sozialtheorie 
Strasse/Postfach: Universitätsstr. 150, Poststelle GB 
Postleitzahl: 44801 
Stadt: Bochum 
E-Mail: sozialtheorie@ruhr-uni-bochum.de 
Internetadresse: www.sozialtheorie.de 
LandDeutschland
Ediert von  H-Germanistik
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