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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Identität und Krise? Konzepte zur Deutung vormoderner Selbst-, Fremd- und Welterfahrungen"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelIdentität und Krise? Konzepte zur Deutung vormoderner Selbst-, Fremd- und Welterfahrungen
BeschreibungIdentität und Krise? Konzepte zur Deutung vormoderner Selbst-, Fremd- und
Welterfahrungen

Termin:
29.06.2006-30.06.2006

Tagungsort:
Alexander von Humboldt-Haus, Hüfferstraße 61

Veranstalter:
Westfälische Wilhelms-Universität Münster, SFB 496: "Symbolische
Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme vom Mittelalter bis zur
Französischen Revolution"; Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Zentrum
für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften (ZEGK), Historisches
Seminar Christoph Dartmann, Münster, und Carla Meyer, Heidelberg

Den zeitgenössischen Quellen der Vormoderne ist der Begriff der "Identität"
völlig fremd, aus der modernen interdisziplinären Forschungsdebatte dagegen
ist er längst nicht mehr weg zu denken. Trotz bzw. wegen dieses häufig als
"inflationär" gebrandmarkten Gebrauchs der "Identität" wird der Begriff
zugleich permanent in Frage gestellt. Die Kritik zielt einerseits auf
Studien, die implizit auf das "Sprachgefühl" ihrer Leser vertrauen und daher
auf eine theoretische Definition verzichten; schnell jedoch entpuppt sich
die Selbstverständlichkeit und Eindeutigkeit, die die umgangssprachliche
Verwendung des Begriffs suggeriert, als Schein. Andererseits ist der Blick
in "theoriespendende" Fächer wie die Psychologie und v. a. Soziologie häufig
verwirrend. Die Vielzahl der vorgeschlagenen Definitionen und Konzepte
scheint kaum überschaubar und vergleichbar, statt dessen haben sich in der
geschichts- und literaturwissenschaftlichen Praxis oftmals pragmatisch
begründete Mischformen verschiedener Ansätze eingebürgert.

Welche theoretischen Annahmen aber lassen sich miteinander vereinbaren,
welche schließen sich gegenseitig aus? Welche Prämissen sind wesentlich für
eine theoretische Position, welche lassen sich aufgrund welcher
Zielsetzungen modifizieren? Ausgehend von konkreten Beispielen aus dem
Mittelalter und der Frühen Neuzeit soll die Anschlussfähigkeit
sozialtheoretischer Ansätze und Problematisierungen an die kulturhistorische
Arbeit zu kollektiven Identitäten in der Vormoderne überprüft werden.


Donnerstag, 29. Juni 2006

15.00 Uhr
Begrüßung und Einführung durch Christoph Dartmann und Carla Meyer

Moderation: Isabelle Deflers (Heidelberg)

15.30 Uhr
Christoph Dartmann (Münster):
Zwischen Diskurs und ritueller Praxis: kollektive Identitäten im städtischen
Italien

16.15 Uhr
Ruth Schilling (Berlin):
Die ganze Stadt und die Christenheit? Feiern und Gedenken an die Schlacht
von Lepanto in Venedig um 1600

17.00 Uhr: Kaffeepause

17.30 Uhr
Zita Ágota Pataki (Leipzig):
Bilder schaffen Identität – zur Konstruktion eines städtischen Selbstbildes
in den Illustrationen der Augsburger Meisterlin-Chronik 1457-1480


Freitag, 30. Juni 2006

Moderation: Christoph Friedrich Weber (Münster)

9.00 Uhr
Christian Schneider (Heidelberg):
Höfische Lebensform und gesellschaftliche Identität – literarische Texte um
Herzog Albrecht III. von Österreich (1365–1395)

9.45 Uhr
Carla Meyer (Heidelberg):
Wie und warum wird städtische Identität zum Thema? Nürnberg im Städtelob um
1500

10.30 Uhr: Kaffeepause

11.00 Uhr
Andreas Bihrer (Freiburg i. Br.):
Verwobene Konstellationen, verknüpfte Erfahrungen. England und das Reich im
10. Jahrhundert

11.45 Uhr
Sevket Kücükhüseyin (Bonn):
Fremde Freunde, verwandte Feinde? Türken, Muslime und Christen in narrativen
muslimischen Texten des spätmittelalterlichen Anatoliens

12.30 Uhr: Mittagspause

Moderation: Jenny Oesterle (Münster)

14.00 Uhr
Antje Flüchter (Münster):
'Deutsche' in der Vereenigde Oost-Indische Compagnie oder: Welche Identität
konstruiert man in einer 'transnationalen' Gemeinschaft?

14.45 Uhr
Klaus Oschema (Bern):
Exzentrische Identität und fragmentiertes Sein. Konstruktionen des
mittelalterlichen Europa

15.30 Uhr: Kaffeepause

16.00 Uhr
Oliver Plessow (Münster):
Identität durch Belehrung? Das 'Wir' und seine kulturelle Konstruktion in
dominikanischer Predigtliteratur des 13. und 14. Jahrhunderts

16.45 Uhr: Abschlussdiskussion


Nähere Informationen und Anmeldung bei
Carla Meyer
Historisches Seminar
Universität Heidelberg
Grabengasse 3-5
69117 Heidelberg
carla.meyer@urz.uni-heidelberg.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMünster
Beginn29.06.2006
Ende30.06.2006
PersonName: Meyer, Carla 
Funktion: Anmeldung 
E-Mail: carla.meyer@urz.uni-heidelberg.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 700 - 1150; Literatur 1150 - 1300; Literatur 1300 - 1500; Literatur 1500 - 1580; Literatur 1580 - 1700; Literatur 1700 - 1770; Literatur- u. Kulturgeschichte; Motiv- u. Stoffgeschichte
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.12.00 Interpretation. Hermeneutik; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte; 06.00.00 Mittelalter; 07.00.00 Frühes Mittelalter (Von den Anfängen bis 1170); 09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert); 10.00.00 16. Jahrhundert; 11.00.00 17. Jahrhundert; 12.00.00 18. Jahrhundert
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