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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Mobile Identitäten: Positionen in der zeitgenössischen europäisch-jüdischen Literatur // Mobile Identities: Positions in Contemporary European-Jewish Writing"
RessourcentypCall for Papers
TitelMobile Identitäten: Positionen in der zeitgenössischen europäisch-jüdischen Literatur // Mobile Identities: Positions in Contemporary European-Jewish Writing
BeschreibungDie Gesellschaft für europäisch-jüdische Literaturstudien (EJLS) veranstaltet in Kooperation mit der Universität Hamburg (Institut für Slawistik, Institut für Germanistik/Walter A. Berendsohn Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur) eine Konferenz zum Thema "Mobile Identitäten: Positionen in der zeitgenössischen europäisch-jüdischen Literatur". Die Konferenz wird vom 27. - 29. Juni 2016 an der Universität Hamburg stattfinden. Es ist die sechste Konferenz der EJLS.

Die Literatur der Gegenwart lässt sich immer weniger in Kategorien nationalkultureller Zugehörigkeit und Tradition beschreiben. Dies gilt für jüdische Literaturen in besonderem Maße. Viele der Autoren und Autorinnen, deren Texte heute in europäischen Sprachen publiziert werden, stammen nicht aus den Ländern, in denen sie leben und sind mit anderen (Mutter-)Sprachen aufgewachsen. Seit der Wende 1989 (die hier als zeitlicher Ausgangspunkt bei der Definition des Begriffs „Gegenwart“ gewählt wird) ist die Migration aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion bzw. aus Osteuropa, häufig als Reaktion gegen die postkommunistische soziale, politische und gelegentlich antisemitische gesellschaftliche Entwicklung, ein prominentes Thema der europäisch-jüdischen Literatur. Darüber hinaus prägen deterritorialisierende Lebensformen die Entstehungsbedingungen jüdischer Literatur in besonderer Weise: So lebt Barbara Honigmann als deutschsprachige Autorin in Straßburg und Chaim Noll als deutschprachiger Autor in Israel, andere AutorInnen wiederum leben in Deutschland und publizieren auf Englisch, wie z.B. Mona Yahia, deren Weg aus dem Irak über Israel nach England und schließlich Köln führte, oder wie Oleg Jurev, der in Frankfurt lebt und auf Russisch schreibt.
Im Fokus der Konferenz sollen Texte stehen, in denen Mobilität und Exterritorialität als Schreibanlass und Signatur zeitgenössischer Identitäts- und Gemeinschaftsentwürfe genauso im Zentrum steht wie die Auseinandersetzung mit jüdischen Geschichten und Traditionen bzw. jüdischem Selbstverständnis. Es wird zu fragen sein, ob transnationale Figurenkonstellationen und Existenzweisen mit einer Vergangenheit von Vertreibung und Vernichtung in Zusammenhang gebracht werden. Inwiefern wird ein besonderer Anspruch auf Zeugenschaft formuliert? In welchem Verhältnis stehen Mobilität und Antisemitismus? Welche Bedeutung kommt Israel als Herkunfts- und Zufluchtsort oder Transitraum zu? Auf welche Weise geraten durch Kontrastierung unterschiedlicher lokaler bzw. nationaler Wahrheiten kulturelle Narrative und Identitätskonstruktionen in Bewegung? Diskutiert werden soll dies am Beispiel von AutorInnen wie Wladimir Kaminer, Adriana Altaras, Naomi Alderman, Marcel Bénabou, Alina Friedman, Olga Grjasnowa, György Konrad, Katja Petrowskaja, Doron Rabinovici, Henri Raczymov, Vladimir Vertlib, Tamar Yellin.
Neben synchronen Untersuchungen, die gegenwärtige Phänomene in den Blick nehmen, sind auch diachrone Perspektiven willkommen. So z.B. die Frage, ob durch den Topos der Mobilität bewusst an jüdische Schreibtraditionen der Diaspora angeknüpft wird, nicht zuletzt etwa an die in der Zwischenkriegszeit von jüdischen AutorInnen wie Stefan Zweig, Irène Nemirovsky, Joseph Roth, Franz Werfel oder Viktor Šklovskij gegen einen erstarkenden Nationalismus profilierte jüdische Transnationalität. Inwiefern verhandeln die Texte im Spannungsfeld von Partikularität und Universalität jüdische Identitäten als Paradigma für Globalisierung, postnationale Dynamiken und diasporische Existenzweisen?

Wir bitten um Vortragsvorschläge (300-500 Wörter) mit einer kurzen biografischen Notiz und/oder Rückfragen bis zum 30. September 2015 an folgende Mailadresse: buero.exil@uni-hamburg.de. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Die Vorträge sollen eine Länge von 25 Minuten nicht überschreiten. Übernachtungskosten werden übernommen, Reisekosten werden nach Möglichkeit erstattet. Es wird von allen Referierenden vorab (und als Bedingung der Teilnahme) eine Konferenzgebühr von 70 Euro erhoben, die eine zweijährige Mitgliedschaft bei der EJLS beinhaltet. Bei Mitgliedern reduziert sich die Konferenzgebühr um den für die Mitgliedschaft schon bezahlten Betrag.


In cooperation with the University of Hamburg (Institute for Slavonic Studies, Institute for German Studies/Walter A. Berendsohn Research Centre for German Exile Literature), the Association for European-Jewish Literature Studies (EJLS) is organising a conference on the topic of "Mobile Identities: Positions in Contemporary European-Jewish Writing". The conference will take place at the University of Hamburg from the 27th to the 29th of June 2016. It is the sixth conference of the EJLS.

The literature of the present is becoming less and less suited to its description in categories of national-cultural belonging and tradition. This is particularly true for Jewish literatures. Many of the authors whose texts are being published today in European languages do not come from the countries in which they live and often grew up in other (native) languages. Since 1989 (which is chosen here as the temporal source of the term “present”), migration from areas of the former Soviet Union and Eastern Europe, often as a reaction to post-communist social, political, sometimes anti-Semitic societal developments, has been a prominent topic of European-Jewish literature. In addition to this, deterritorialising ways of life shape the factors in the development of Jewish literature in a special way: Barbara Honigmann lives as a German-speaking author in Strasbourg and Chaim Noll as a German-speaking author in Israel, other authors, on the other hand, live in Germany and publish in English, such as Mona Yahia, whose path led her from Iraq via Israel to England and ultimately to Cologne, or there is Oleg Jurev, who lives in Frankfurt and writes in Russian.
The conference will focus on texts in which mobility and exterritoriality as a reason to write and a signature of contemporary models of identity and community are just as central as discussions of Jewish narratives and traditions or Jewish self-understanding. The conference will ask if transnational figural constellations and forms of existence can be related to a past of persecution and annihilation. To which extent do texts formulate a special claim to testimony? What is the relationship between mobility and anti-Semitism? What meaning does Israel have as a place of origin and refuge or transit? In which way are cultural narratives and constructs of identity set in motion through the contrast of different local or national truths? The conference will discuss these questions using the examples of authors such as Wladimir Kaminer, Adriana Altaras, Naomi Alderman, Marcel Bénabou, Alina Friedman, Olga Grjasnowa, György Konrad, Katja Petrowskaja, Doron Rabinovici, Henri Raczymov, Vladimir Vertlib, Tamar Yellin.
Besides synchronous examinations that take into account current phenomena, diachronous perspectives are also welcome. For example, the question of whether the topos of mobility is consciously connected to the Jewish writing traditions of the Diaspora, not least for example to the distinctive Jewish transnationality as a reaction against increasing nationalism of Jewish authors such as Stefan Zweig, Irène Nemirovsky, Joseph Roth, Franz Werfel and Victor Šklovskij in the interwar period. To which extent do texts negotiate Jewish identity as a paradigm for globalisation, post-national dynamics and diasporic forms of existence in a field of tension between particularity and universality?

Please send your paper proposal (300-500 words) with a short biographical note and/or your questions by the 30th of September 2015 to the following email address: buero.exil@uni-hamburg.de. The languages of the conference are German and English. Papers should not exceed a length of 25 minutes. The organiser will cover accommodation costs; travel expenses will be reimbursed where possible. All speakers are to pay a conference fee of 70 euros (as a precondition of participation), which includes a two-year membership to the EJLS. The conference fee for current members is reduced by the contribution already paid for membership.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortUniversität Hamburg
Bewerbungsschluss30.09.2015
Beginn27.06.2016
Ende29.06.2016
PersonName: Jaworski, Sylvia 
Funktion: Koordinatorin 
E-Mail: sylvia.jaworski@gess.ethz.ch 
KontaktdatenName/Institution: Gesellschaft für europäisch-jüdische Literaturstudien e.V., ℅ Zentrum für Jüdische Studien der Universität Basel 
Strasse/Postfach: Leimenstrasse 48 
Postleitzahl: 4051 
Stadt: Basel 
E-Mail: info.aejl@gmail.com 
Internetadresse: https://sites.google.com/site/europeanjewishliterature/home 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
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