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Ergebnisanzeige "25. Germanistentag 2016 - Panel: "Am Anfang war...""
RessourcentypCall for Papers
Titel25. Germanistentag 2016 - Panel: "Am Anfang war..."
BeschreibungThema: „Am Anfang war…“
Themenschwerpunkt 7 (Erzählen als Kulturtechnik) auf dem 25. Germanistentag, 25.-28. September 2016, Bayreuth

Panelleitung:
Prof. Dr. Andrea Leskovec, Universität Ljubljana
Prof. Dr. Stephan Mühr, Universität Pretoria


Aristoteles stellt in seiner Poetik fest, dass der Anfang einer Erzählung ex nihilo passiere; tatsächlich gibt es aber keine Anfänge (vgl. Koschorke 2012: 61). Die Annahme von Ursprüngen ist immer ein Mythos; Anfänge sind konstruierte Setzungen, die sich nur im Nachhinein erklären und rekonstruieren lassen. Koschorke beschreibt sie als rekursive bzw. „komplexe proleptisch-analeptische Struktur[en]“ (ebd.: 86), die insofern eng mit der Erzählinstanz verbunden sind, als die Setzung eines Anfangs immer auch setzt, wer die Machtposition der Erzählung innehat.
Dies bedenkend, kann man Anfänge als Tricks bezeichnen, als gegenüber dem Gegebenen ‚illegitime‘ bzw. ‚subversive‘ Akte des Fingierens oder Erfindens, mit der Absicht, eine bestehende Ordnung zu verändern bzw. eine solche zu schaffen. Damit rückt das Anfangen einer Erzählung in das Aufgabenfeld des Tricksters, mit den Worten Lewis Hydes: „Trickster makes this World.“ So befestigt Handke beispielsweise in seinem Text Immer noch Sturm scheinbar einen gesellschaftspolitischen Mythos; Thomas Hettche lässt in seinem Roman Nox seinen Erzähler sterben, wodurch das Paradox eines scheinbar erzählerlosen und damit nicht manipulativen Textes entsteht. Mephistos Klage im Vorspiel leitet Goethes Faust-Drama in eine Handlung ein, die scheinbar mit dem Bösen beginnt. In jedem dieser Fälle operiert die Erzählinstanz als Trickster, als eine zwar universale anthropologische Figur, deren narratologisches und literaturtheoretisches Potenzial jedoch bisher unterbelichtet ist.
Diese Anfangstricks als „scheinbar“ (s.o.) gegebene Ausgangssituationen gilt es aufzudecken, indem ihr Manipulationscharakter rekonstruiert wird. In diesem Panel sollen Erzählanfänge auf ihre machtergreifende bzw. (umgekehrt) machtsubversive Funktion hin untersucht werden. Einerseits sind konkrete Literaturanalysen von Erzählanfängen erwünscht, andererseits können auch Anfänge von komplexeren Narrativen untersucht werden, die nicht unbedingt allein auf einen fiktionalen Text rekurrieren.

Literaturangaben:
Hyde, Lewis 1998: Trickster makes this World. Mischief, Myth and Art. Edinburgh/ London/ New York/ Melbourne: Canongate
Koschorke, Albrecht 2012: Wahrheit und Erfindung. Grundzüge einer Allgemeinen Erzähltheorie. Frankfurt/Main: Fischer

Vorschläge (bestehend aus einem ca. einseitigen Exposé und kurzen biobibliografischen Angaben) für Vorträge werden bis zum 15.08.2015 per Email erbeten an:
Prof. Dr. Andrea Leskovec (aleskovec@web.de)
Prof. Dr. Stephan Mühr (stephan.muehr@up.ac.za)
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.hochschulgermanistik.de/willkommen.html?message=73633955-1E...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBayreuth
Bewerbungsschluss15.08.2015
PersonName: Leskovec, Andrea [Prof. Dr.] 
Funktion: Leitung des Panels 
E-Mail: aleskovec@web.de 
Name: Mühr, Stephan [Prof. Dr.] 
Funktion: Leitung des Panels 
E-Mail: stephan.muehr@up.ac.za 
KontaktdatenName/Institution: Deutscher Germanistenverband 
Strasse/Postfach: Iwalewahaus / 310. Wölfelstraße 2 
Postleitzahl: 95444 
Stadt: Bayreuth 
Telefon: +49 (0)921 55-5205 [Geschäftsstelle] 
E-Mail: info@germanistenverband.de 
Internetadresse: http://www.hochschulgermanistik.de/willkommen.html 
Name/Institution: 25. Deutscher Germanistentag 
Stadt: Bayreuth 
Internetadresse: http://www.germanistentag2016.de/ 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft
Zusätzliches SuchwortNarratologie, Erzählanfänge
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft
Ediert von  H-Germanistik
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