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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "25. Germanistentag 2016 - Panel: ... und die Moral von der Geschichtʼ ... narratio und moralisatio"
RessourcentypCall for Papers
Titel25. Germanistentag 2016 - Panel: ... und die Moral von der Geschichtʼ ... narratio und moralisatio
Beschreibung25. Deutschen Germanistentag in Bayreuth, 25. bis 28. September 2016

Themenschwerpunkt 1: Vormodernes Erzählen
Titel des Panels: „... und die Moral von der Geschichtʼ ... narratio und moralisatio“
Veranstalter: Dr. Björn Reich (HU Berlin), Christoph Schanze (JLU Gießen)

Thematische Skizze:
Es geht uns in dem geplanten Panel nicht primär darum, erneut das grundsätzliche Verhältnis von Narration und Didaxe, von (fiktionaler) Erzählliteratur und (nichtfiktionaler) lehrhafter Literatur (mit einem breiten Spektrum zwischen ‚Lehrdichtung‘ und ‚Gebrauchsliteratur‘) zu beleuchten und die gattungstheoretische Frage zu stellen, was mittelalterliche volkssprachliche ‚Lehrdichtung‘ überhaupt ist – vgl. dazu z.B. die Beiträge in den beiden Sammelbänden Lähnemann/Linden (Dichtung und Didaxe, 2009) und Forster/Günthart (Didaktisches Erzählen, 2010).
Wir wollen uns vielmehr auf einen Aspekt konzentrieren: auf die Frage, wie bei erzählenden Texten und/oder narrativen Textpassagen als Elementen anderer Textsorten, die durch ein Pro-/Epimythion oder ein entsprechendes ‚Gattungssignal‘ (z.B. bîspel) einen lehrhaften Anspruch explizit äußern, das Verhältnis von Narration und Belehrung gestaltet ist. Zu denken wäre an Texttypen wie Exempel, Fabel, Bispel, Schwank etc. oder auch Spruch, die entweder für sich stehen können oder in einen Sammlungskontext oder ein anderes größeres Werk eingebettet sind.
Auffällig ist dabei oft eine gewisse Diskrepanz zwischen dem erzählten Beispielfall und der moralisatio, die als Mittel des ‚Vollzugs‘ der didaktischen Intention die Erzählung begleitet, bzw. dem Rahmen, in den der Text eingebunden ist. Dabei ist grundsätzlich zu unterscheiden zwischen dem ‚narrativen Überschuss‘, der deutbar ist und vom Autor/Erzähler oft ganz bewusst in Kauf genommen oder funktionalisiert wird, und einer moralisatio, die tatsächlich quer zum Erzählten steht.
Aber was bedeutet es, wenn die Auswertung dem erzählten ‚Exempel‘ ausdrücklich widerspricht, wenn sie dieses subversiv unterläuft, wenn einer komplizierten, vielschichtigen und deutungsoffenen Geschichte eine banale Moral zur Seite gestellt wird oder wenn die Moral schlicht nicht nachvollziehbar ist (zumindest aus heutiger Perspektive) – wenn also Erzählen und Didaxe gerade nicht zusammenspielen, sondern auf ihrem (konstruierten) Eigensinn beharren und ihren je eigenen Geltungsanspruch haben? Solchen und ähnlichen Diskrepanzen zwischen ‚Erzählen mit didaktischem Anspruch‘ und vermittelter Moral sollen die Beiträge zu unserem Panel nachspüren, einerseits in Fallstudien, andererseits in übergreifend-systematischen Grundsatzüberlegungen.

Exposés (max. 1 Seite) für 20minütige Vorträge erbitten wir bis zum 15. August per Mail an: CSchanze@aol.com und bjoern.reich@ hu-berlin.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBayreuth
Bewerbungsschluss15.08.2015
Beginn25.09.2016
Ende28.09.2016
PersonName: Christoph Schanze 
Funktion: Panel-Organisator 
E-Mail: Christoph.C.Schanze@germanistik.uni-giessen.de 
KontaktdatenName/Institution: JLU Gießen 
Strasse/Postfach: Otto-Behaghel-Str. 10B 
Postleitzahl: 35394  
Stadt: Gießen 
Telefon: 0641-9929075 
E-Mail: Christoph.C.Schanze@germanistik.uni-giessen.de 
Name/Institution: 25. Deutscher Germanistentag 
Stadt: Bayreuth 
Internetadresse: http://www.germanistentag2016.de/ 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Erzähltheorie; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literatur 700 - 1150; Literatur 1150 - 1300; Literatur 1300 - 1500; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.03.00 Studien; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.04.00 Methodik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.02 Dichtung und Sprache; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.10.00 Stilistik. Rhetorik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.12.00 Interpretation. Hermeneutik; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 06.00.00 Mittelalter; 06.00.00 Mittelalter > 06.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 06.00.00 Mittelalter > 06.04.00 Studien; 06.00.00 Mittelalter > 06.07.00 Gattungen und Formen; 06.00.00 Mittelalter > 06.08.00 Stoffe. Motive. Themen; 08.00.00 Hochmittelalter; 08.00.00 Hochmittelalter > 08.01.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 08.00.00 Hochmittelalter > 08.02.00 Studien; 08.00.00 Hochmittelalter > 08.04.00 Gattungen und Formen; 08.00.00 Hochmittelalter > 08.04.00 Gattungen und Formen > 08.04.03 Epik; 08.00.00 Hochmittelalter > 08.04.00 Gattungen und Formen > 08.04.05 Weitere Formen; 08.00.00 Hochmittelalter > 08.05.00 Stoffe. Motive. Themen; 09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert); 09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert) > 09.01.00 Forschung; 09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert) > 09.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert) > 09.04.00 Studien; 09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert) > 09.08.00 Gattungen und Formen; 09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert) > 09.08.00 Gattungen und Formen > 09.08.05 Weitere Formen; 09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert) > 09.09.00 Stoffe. Motive. Themen
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