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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "25. Germanistentag 2016 - Panel "Macht des Erzählens" "
RessourcentypCall for Papers
Titel25. Germanistentag 2016 - Panel "Macht des Erzählens"
BeschreibungPanel zum 25. Deutschen Germanistentag 2016 in Bayreuth in
Sektion 2: „Adressatenspezifisches Erzählen“ (Heinrich Kaulen / Christian Klein)
Erzählen und Macht – Macht des Erzählens 1750-1950 (Lothar van Laak / Kristin
Eichhorn, Universität Paderborn)

An der dramaturgischen Einbettung der Ringparabel in Lessings ‚Nathan der Weise’ zeigt sich in ganz grundlegender Weise die Macht des Erzählens, die den Sultan in seinem Handeln umzustimmen vermag. Nathans Bedenken verdeutlichen aber ebenso, wie sehr Erzählprozesse
auch immer die Machtstrukturen mitreflektieren müssen, in die sie eingebettet sind. Dies gilt für die Staatsromane des 18. Jahrhunderts ebenso wie für die Dramatik Brechts, die ihre eigenen Darstellungsverfahren als erzähltes Zeigen reflektiert, um die politischen und sozialen Verhältnisse zu verändern. Welche Adressaten dieses sich in verschiedenen Gattungen realisierende Erzählen hat und wie und mit welchen Zielen die Adressaten angesprochen werden, steht somit immer auch in einem machtpolitischen Kontext, zu dem Literatur in ein spannungsreiches, zwischen Affirmation und Kritik changierendes Verhältnis treten kann. Die Rhetorisierung und Pragmatisierung des Erzählens spielen hierbei ebenso eine Rolle wie ästhetische Verfahren der Vielstimmigkeit, der Multiperspektivität oder der Mehrfachadressierung, durch die Literatur scheinbar die Erwartungen einer bestimmten Adressatengruppe erfüllt, tatsächlich aber versteckt eine zweite anspricht. Hinzu kommt, dass nicht nur Fürsten, Parteien oder bestimmte sozialen und politische Gruppen beim Schreiben berücksichtigt werden müssen, sondern dass diese selbst wiederum z.T. auch Adressaten vorgeben (z. B. im Fall des sozialistisch-realistischen Romans der sich an ‚Arbeitern‘ und ‚Bauern‘ wenden soll).
Das Panel möchte über die zwei Jahrhunderte von der Aufklärung bis zur Klassischen Moderne hinweg beleuchten, wie Erzählen mit Machtinstanzen und Machtverhältnissen umgeht und welche erzählerischen Strategien dabei selbst Machtpotenziale entwickeln und entfalten, um z.B. den Ansprüchen unterschiedlicher Adressatengruppen (scheinbar) zu genügen. Zu fragen ist dabei auch, inwieweit es gerade bestimmte erzählerische Genres sind, die sich für ein solches Vorgehen eignen, und ob es bestimmte erzählerische Strategien im Umgang mit einer solchen Adressatenpluralität gibt, die zeitübergreifend auftreten.
Geplant ist ein Panel aus sechs Vorträgen mit Diskussion (120 Minuten).

Vorschläge bitte zum 15. August 2015 an lothar.van.laak@uni-paderborn.de und keich@mail.uni-paderborn.de.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBayreuth
Bewerbungsschluss15.08.2015
KontaktdatenName/Institution: Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft, Universität Paderborn 
Strasse/Postfach: Warburger Str. 100 
Postleitzahl: 33098 
Stadt: Paderborn 
E-Mail: keich@mail.uni-paderborn.de 
Ediert von  H-Germanistik
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