VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Klassiker der Gegenwart. Literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf ein ästhetisches und gesellschaftliches Phänomen"
RessourcentypCall for Papers
TitelKlassiker der Gegenwart. Literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf ein ästhetisches und gesellschaftliches Phänomen
BeschreibungEine Tagung des Instituts für Germanistische Literaturwissenschaft und des Projekts Klassik – Popularität – Krise der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Prof. Dr. Stefan Matuschek, Dr. Paula Wojcik) und des Instituts für Germanische Philologie der Universität Wrocław (dr hab. Monika Wolting).

Die großen, kanonisch gewordenen Nationalklassiker prägen bis heute das nationale Selbstverständnis, werden in Krisenzeiten als Orientierungsgrößen angeführt und in Jubiläen publikumswirksam inszeniert. Sie sind im kulturellen Transfer zu Flaggschiffen ihrer Nationen geworden, repräsentieren die jeweilige Kultur und dominieren manchmal ihr Bild. Sie werden in breiten Gesellschaftsschichten rezipiert, über unterschiedliche kulturelle Räume, Milieus und historische Kontexte hinweg institutionalisiert, medialisiert und dabei jeweils unterschiedlich funktionalisiert. Als kulturelle ‚Ikonen‘ werden sie nahezu universell anerkannt, besitzen zugleich in unterschiedlichen Zusammenhängen konkrete, differierende Funktionen.
Gleichzeitig erleben wir in gegenwärtigen Gesellschaften eine stetig zunehmende Pluralisierung, wir sprechen von einem postnationalen Zeitalter und Globalisierung, entwickeln Konzepte wie „Worldliterature“ oder „World Cinema“ oder „entdecken“ die postkoloniale Kultur und ihre Klassiker. Die Hegemonie des westlichen Kulturkanons gerät in die Kritik, in deren Folge eine Vielzahl an Klassikern sichtbar wird, die ihre Geltung in kleineren Rahmen behaupten. Literatur, Mode, Design, Film, Musik oder bildende Künste haben ihre Klassiker: Werke, Künstler, Autoren, Denker, die für das jeweilige Kultur-Feld oder soziale Milieu Bezugsgrößen geworden sind. Werden die großen, universellen Klassiker brüchig, wenn sie ihren alleinigen Geltungsanspruch verlieren, oder wird in der Vielzahl gerade der gesellschaftliche Bedarf nach Klassikern sichtbar?
In einzelnen Fallstudien soll im Rahmen der Tagung der Frage nachgegangen werden, wie Klassiker in einem Spannungsfeld aus breiter, konsensueller Anerkennung und einem damit verbundenen allgemeinen Geltungsanspruch einerseits und partikularen Funktionen für einzelne Zielgruppen und in unterschiedlichen soziohistorischen Kontexten andererseits verortet werden können.
Von besonderem Interesse ist die Zäsur 1989, weil sich im Zuge der politischen und kulturellen Neuordnung auch eine Neuformierung des Klassikerkanons, eine Emergenz neuer Klassiker sowie veränderte Ansprüche an die Funktionalität von Klassikern beobachten lassen. Diese Veränderungen gilt es in einer dezidiert komparatistischen Perspektive innerhalb der europäischen Kultur nachzuvollziehen, wobei besonders Beiträge mit einem Fokus auf Deutschland und/oder Polen wünschenswert sind.
Zur Orientierung können folgende Fragekomplexe dienen:
• Welche Funktion(en) erfüllen Klassiker in jeweils unterschiedlichen soziohistorischen Kontexten seit 1989? (Beispielsweise können sie als Paradigmen bestimmter Genres oder Symbole einer Identitätsstiftung im globalen, nationalen oder subkulturellen Rahmen gelten, ethische oder ästhetische Orientierung bieten, gesellschaftlicher Distinktion dienen)
• Wie lässt sich die Spannung zwischen ihrer Allgemeingültigkeit und der partikularen Funktion innerhalb von einzelnen Bezugsgruppen (Kulturen, Subkulturen, sozialen Milieus etc.) erfassen?
• Welche Funktionsmechanismen und Bezugsebenen lassen sich am kulturellen Transfer von Klassikern erkennen? Lassen sich hier Ansätze der Debatten um Weltliteratur fruchtbar machen?
• Gibt es junge Künstler und Autoren, die als potenzielle Ikonen die Rolle von Mickiewicz, Goethe, Matejko, Dürer, Lagerfeld, Wajda, Schlöndorff, Penderecki, Beethoven, etc. übernehmen werden? Welche Funktionen können sie heutzutage erfüllen?
• Oder werden solche übernational bekannten Klassiker künftig nur noch aus dem Bereich der Populärkultur denkbar, die als leicht konsumier- und adaptierbar, dadurch als leichter zu vermarkten und verbreiten gilt (tritt Harry Potter an die Stelle des Werther)?
• Führen gegenwärtig neue Verbreitungswege und Medialisierungsformen zu neuen Interpretationsmöglichkeiten und Funktionen bewährter Klassiker?

Die VeranstalterInnen freuen sich über Beiträge aus den Literatur-, Kultur-, Kunst-, Medien-, Film- oder Theaterwissenschaften, die den oben aufgeführten Fragen anhand von Beispielen aus der deutschen und/oder polnischen (sowie weiteren europäischen) Kulturen nachspüren. Weitere Konkretisierungen und Präzisierungen durch die Referent_innen sind innerhalb des vorgegebenen Themenrahmens ausdrücklich erwünscht. Wir bitten Interessenten, ein kurzes Abstract von maximal 300 Wörtern bis zum 30.09.2015 an eine der beiden Adressen zu senden: paula.wojcik@uni-jena.de oder monika.wolting@uni.wroc.pl
Die Tagung wird vom 12.-14. Mai 2016 am Germanistischen Institut der Universität Wrocław stattfinden. Die Reise- und Übernachtungskosten können von den VeranstalterInnen voraussichtlich übernommen werden.

Tagungsleitung und Organisation
dr hab. Monika Wolting (Uniwersytet Wrocław)
Prof. Dr. Stefan Matuschek (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
Dr. Paula Wojcik (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.kpk.uni-jena.de/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWroclaw
Bewerbungsschluss30.09.2015
Anmeldeschluss30.09.2015
Beginn12.05.2016
Ende14.05.2016
PersonName: Paula Wojcik 
Funktion: Organisation 
E-Mail: paula.wojcik@uni-jena.de 
KontaktdatenName/Institution: Friedrich-Schiller-Universität Jena 
Strasse/Postfach: Jenergasse 8 
Postleitzahl: 07743 
Stadt: Jena 
Telefon: 03641944971 
E-Mail: paula.wojcik@uni-jena.de 
Internetadresse: www.kpk.uni-jena.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Erzähltheorie; Geschichte der Germanistik; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literatursoziologie; Literaturtheorie: Klassiker; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Motiv- u. Stoffgeschichte; Theater (Aufführungspraxis)
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.10.00 Literarische Volkskunde; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/48053

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 10.07.2015 | Impressum | Intern