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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Verhinderte Meisterwerke"
RessourcentypCall for Papers
TitelVerhinderte Meisterwerke
BeschreibungVerhinderte Meisterwerke
Call for Papers

Warum schrieb Goethe doch keinen Roman der Erde oder Annette von Droste-Hülshoff nie ihr Libretto Die Wiedertäufer? Wie hätten Stifters Robespierre und Heinrich Manns Friedrich II. ausgesehen? Welche Bedeutung hätte ein Münchner Gesellschaftsroman von Thomas Mann erlangen können? Und wie steht es eigentlich um Kafkas „kleine phantastische Geschichte“ (Oskar Baum)?
Es scheint, als ließen sich unzählige literarische Vorhaben finden, die nie verwirklicht wurden – aus Ideen wurden keine Texte, Textversuche blieben unfreiwillig Fragmente, hoffnungsvolle Entwürfe wurden vergessen, vernichtet oder gingen verloren. Mit solchen Projekten, die kommerziell erfolgreiche, bahnbrechende und letztlich gar kanonische Romane, Stücke, Gedichtbände etc. hätten werden können, wenn sie denn nur umgesetzt worden wären, soll sich der geplante Sammelband beschäftigen.
Bisher fand die Auseinandersetzung mit verhinderten Meisterwerken vorwiegend im Rahmen textkritischer Werkaufarbeitungen und Einzelstudien oder in essayistischen Beiträgen statt; der Sammelband will nun gescheiterte Projekte verschiedener Autoren nebeneinander stellen und auf wissenschaftlicher Ebene diskutieren. Zu Beginn muss freilich gefragt werden, wie man sich dem nicht-fixierten literarischen Text grundsätzlich textwissenschaftlich annähern kann: Wie lässt sich lesen und deuten, was nie zu Papier gebracht wurde? Welche Verwandtschaften zwischen geschriebenen und ungeschriebenen Texten kann man erkennen und schließlich für die Analysen fruchtbar machen? Wir möchten kreative Lösungen dieser Problematiken versammeln und auf dieser Grundlage das Experiment wagen, ausgewählten Nicht-Texten die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die ihnen mutmaßlich zu Unrecht verwehrt geblieben ist.
Deshalb freuen wir uns auf Beitragsvorschläge, die mit uns auf Spurensuche gehen und dem nachspüren, was von den Textideen übriggeblieben ist oder gar anderswo ‚recycelt‘ wurde; die fragen, woran die Pläne scheiterten und welche destruktiven oder auch produktiven Folgen aus diesem Scheitern erwuchsen; die aufzeigen, wo aus dem Versagen Wunden und Narben im Werk des Autors / der Autorin oder signifikante Leerstellen in der Literaturgeschichte resultierten; die reflektieren, weshalb gerade aus dem nicht-produzierten Kunstwerk als dem Anderen, Rätselhaften eine Reibungsfläche oder ein Wendepunkt werden konnte.

Bitte richten Sie Ihr Kurz-Exposé (ca. 250 Wörter) zu diesen und weiteren Aspekten verhinderter Meisterwerke zusammen mit einigen Angaben zu Ihrer Person möglichst bis zum 15.09.2015 per Mail an uns (annika.klinge@uni-bamberg.de, martin.kraus@uni-bamberg.de). Die Auswahl der Beiträge erfolgt dann bis ca. Mitte Oktober 2015. Die Beiträge selbst werden bis Ende März 2016 erbeten.

Herausgeber des Sammelbandes / Kontaktadresse:
Prof. Dr. Andrea Bartl, Corina Erk, Annika Klinge, Martin Kraus
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Neuere deutsche Literaturwissenschaft
An der Universität 5
96047 Bamberg
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss15.09.2015
PersonName: Martin Kraus 
E-Mail: martin.kraus@uni-bamberg.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
Ediert von  H-Germanistik
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