VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "#Lesen - Transformationen traditioneller Rezeptionskonzepte im digitalen Zeitalter "
RessourcentypCall for Papers
Titel#Lesen - Transformationen traditioneller Rezeptionskonzepte im digitalen Zeitalter
Beschreibung#Lesen - Transformationen traditioneller Rezeptionskonzepte im digitalen Zeitalter

Internationale Tagung des DFG Graduiertenkollegs 1787
»Literatur und Literaturvermittlung im Zeitalter der Digitalisierung«
29.09. – 01.10.2016
Historisches Gebäude der SUB (Papendiek 14, 37073 Göttingen)

Die »digitale Revolution« und ihre Folgen verändern das Verständnis vom Leser und vom Lesen: Aus einer traditionellen Kulturtechnik wird »Social Reading«, der passive Nutzer entwickelt sich zum aktiven »Prosumer«. Die Welten, die sich zuvor zwischen zwei Buchdeckeln versteckten, sind nicht mehr ausschließlich dort zu finden, sondern erstrecken sich transmedial beispielsweise auf Filme, Hörbücher und (Computer-)Spiele. Das reine Konsumieren von Literatur scheint nicht mehr zeitgemäß, seit sich mit dem Web 2.0 eine »Participatory Culture« entwickelt hat. Leser können tatkräftiger Teil einer Community sein, mit Gleichgesinnten diskutieren und die Welten eines Autors mit eigenen Ideen anreichern. Die Etablierung neuer, elektronischer Lesegeräte erleichtert diese Beteiligung: eBook-Reader, Smartphones und Tablets lassen sich problemlos mit dem Internet verbinden und vereinfachen so den Austausch mit anderen Lesern und Autoren. Diese Veränderungen beeinflussen auch den Buchmarkt: Online-Versandhändler etablieren sich als Orte der literarischen Anschlusskommunikation und versuchen, die persönliche Beratung in der Buchhandlung durch Kundenrezensionen zu ersetzen.
Im digitalen Zeitalter erweitern sich die Möglichkeiten der Leser. Sie werden dazu ermuntert, selbst als Produzenten in Erscheinung zu treten. In sozialen Netzwerken, Foren und Blogs artikulieren sie ihre eigene Meinung, bewerten Bücher oder schreiben selbst literarische Texte. Social-Reading-Plattformen und Lesecommunities ermöglichen es den Lesern, Verlagen und Autoren direktes Feedback zu geben und somit aktiv am literarischen Geschehen zu partizipieren. Dadurch verändern sich auch Literaturproduktion und -vermittlung – die Grenzen zwischen den verschiedenen Rollen im Literaturbetrieb verschwimmen. Die weitreichenden Entwicklungen im Bereich der Rezeption stellen ein lohnenswertes und sich ständig veränderndes Forschungsfeld dar. Mögliche Themen, die auf der Tagung »#Lesen– Transformationen traditioneller Rezeptionskonzepte im digitalen Zeitalter« in den Blick genommen werden sollen, sind zum Beispiel:

1. Veränderungen des Leseverhaltens/der Leserrolle:
• Wie wirken sich elektronische Lesegeräte auf das Leseverhalten des Einzelnen aus?
• Welchen Einfluss haben neue Literaturformate wie (enhanced) eBooks auf die Leseerfahrung?
• Welche Möglichkeiten bieten digitale Formate gegenüber dem Buch? Und welche rezeptionsrelevanten Wechselwirkungen zwischen digitalen und printmedialen Formaten sind zu beobachten?
• Wie wirkt sich »Social Reading« auf das Lesen und die Wahrnehmung von Literatur aus?
• Nehmen Leser tatsächlich andere Rollen des Literaturbetriebs ein? Verändern sie dadurch dauerhaft ihren Status?

2. Veränderungen von Lesekultur(en):
• Welche unterschiedlichen Arten von Lesekulturen sind im Internet zu beobachten?
• Welche Typen von Akteuren sind in den digitalen Medien aktiv?
• Was unterscheidet digitale Leser-Communities von historischen Vorläufern? Welche Entwicklungslinien lassen sich hier aufzeigen?
• Wie können Fanforen als eigene Lesekulturen untersucht und charakterisiert werden?
• Wie verändert die Digitalisierung die internationale Rezeption von Literatur?

3. Auswirkungen auf die Produktions- und Vermittlungsseite:
• Inwiefern verändern neue Rezeptionsformen auch die Konzepte von Autoren und Literaturvermittlern?
• Wie lassen sich diese Veränderungen literaturwissenschaftlich erfassen? Wie kann man sie in einem theoretischen Modell abbilden?
• Welche Bedeutung erlangt die Lesermeinung für Verlage und Autoren? Was heißt es für einen Autor, über soziale Netzwerke direktes Feedback zu bekommen? Welche Arten von Autor-Leser-Interaktion sind im Internet zu beobachten?
• Wie nutzt die Seite der Produzenten (Autoren/Verlage etc.) den aktiven Leser für die (Weiter-)Entwicklung von Produkten und deren Vermarktung?
• Welche Rolle spielt das Sammeln von Leserdaten in der Buchbranche und für die Wissenschaft?


Wir planen eine internationale Tagung mit interdisziplinärer Ausrichtung, die das Phänomen Literaturrezeption nicht nur aus Sicht der Literaturwissenschaft betrachtet. Gerne möchten wir das Thema auch aus Perspektiven angrenzender Disziplinen in den Blick nehmen, etwa der Buchwissenschaft, Filmwissenschaft, Game Studies, Kognitionswissenschaft, Kulturanthropologie, Medienwissenschaft, Psychologie und Soziologie. Insbesondere freuen wir uns über Beiträge, welche die Tagung um kritische Positionen bereichern.
Die Tagungssprache ist Deutsch, einzelne Vorträge können auf Englisch gehalten werden. Reise- und Übernachtungskosten werden gemäß BRKG übernommen. Eine Veröffentlichung der Beiträge ist geplant. Am ersten Abend der Tagung findet in Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Göttingen eine öffentliche Veranstaltung statt, zu der die Vortragenden herzlich eingeladen sind.
Vorschläge für Vorträge von max. 30 Minuten senden Sie bitte mit einer kurzen biographischen Angabe an: grk1787@uni-goettingen.de Einsendeschluss für die Abstracts (max. 400 Wörter) ist der 30.09.2015.

-----------------------------------------------

#Reading
Traditional Concepts of Literary Reception and their Transformation in the Digital Age

International Conference
organized by the German Research Foundation (DFG) Research Training Group 1787
»Literature and Dissemination of Literature in the Digital Age«
29.09. – 01.10.2016
Historical Building of the Göttingen State and University Library (Papendiek 14, 37073 Göttingen, Germany)

In the wake of the ›Digital Revolution‹ the traditional concepts of ›reading‹ and ›readers‹ are challenged: The long-established cultural technique evolves into ›Social Reading‹, the passive consumer into an active ›prosumer‹. Worlds which were previously contained between books’ covers are now increasingly migrating into such transmedial spaces as films, audio books, and (computer) games. The mere consumption of literature seems outdated since a participatory culture has grown out of the Web 2.0. Readers can now play an active role within a community, discuss with like-minded people, and enrich an author’s world with their own ideas. The establishment of new electronic reading devices facilitates these new forms of participation. E-readers, smartphones and tablet computers can be easily connected to the Internet, and thus simplify communication and exchange with other readers and authors. These changes also have an effect on the book market: electronic commerce companies become places of literary communication and attempt to replace personal service in bookstores with customers’ reviews.
In the digital age, the possibilities of interacting with literature have become manifold. Readers are encouraged to become producers themselves. In social networks, forums, and on blogs, they can voice their opinions, rate books, or even write their own literary texts. Social reading platforms and reading communities enable readers to offer direct feedback to publishers and authors and, thus, to actively participate in the literary scene. As a result, the production and dissemination of literature become subject to change as well – the lines between the different agents of the literary field are blurred. These extensive developments in the sphere of literary reception constitute a rewarding and dynamic field of research. During the conference »#Reading – Traditional Concepts of Literary Reception and their Transformation in the Digital Age«, possible aspects for discussion include but are not limited to:

1. Changes in reading behavior/the role of the reader:
• In which ways do electronic reading devices affect the act of reading?
• How do new literary formats such as (enhanced) eBooks influence the reading experience?
• In contrast to books, which possibilities are introduced by digital formats? Which interdependencies between digital and print media can be observed in regard to reception?
• How does social reading influence the act of reading and perceiving literature?
• Do readers really take on different roles within the literary scene and, thus, permanently change their status?

2. Changes to reading culture(s):
• Which types of reading cultures can be identified on the Internet?
• Which types of agents become active within digital media environments?
• What marks the difference between digital reading communities and their historical predecessors? To what extent can we regard these developments as historically aligned?
• In what way can we regard and investigate fan forums as individual reading cultures?
• How does digitalization change the reception of literature on an international level?

3. Consequences for production and dissemination:
• To what extent do new forms of reception change concepts of authors and facilitators?
• How can these changes be described within the discipline of literary studies? Which theoretical models can be utilized?
• How important are readers’ opinions for publishing houses and authors? What does it mean for an author to receive direct feedback in social networks? Which types of author-reader-interactions can be observed on the web?
• In what way do producers (authors/publishers etc.) make use of the reader in regard to the (further) development of products and their marketing?
• Which role does the collection of readers’ data play for the book industry, which for academic research?

We are planning to host an international conference with interdisciplinary approach, which seeks to examine the phenomenon of literary reception not only from a literary studies’ point of view. Therefore, we welcome perspectives from related disciplines such as book, film, game, and media studies as well as cognitive science, cultural anthropology, psychology, and sociology. We particularly welcome contributions that enrich the conference in terms of critical positions.
The conference language is German. However, individual presentations may be given in English. Travel and accommodation expenses are subject to compensation according to the governmental guidelines. On the first evening of the conference, a public event will take place in cooperation with the local house of literature to which the presenters are warmly welcomed. A publication of papers is planned.
Please send your suggestions for presentations (up to 30 minutes) and a short résumé to grk1787@uni-goettingen.de. Abstracts (max. of 400 words) need to be submitted by September 30th, 2015.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortGöttingen
Bewerbungsschluss30.09.2015
Beginn29.09.2016
Ende01.10.2016
PersonName: Ingelmann, Julian 
Funktion: Organisation 
E-Mail: grk1787@uni-goettingen.de 
Name: Lukoschek, Katharina 
Funktion: Organisation 
E-Mail: grk1787@uni-goettingen.de 
KontaktdatenName/Institution: DFG-Graduiertenkolleg 1787 "Literatur und Literaturvermittlung im Zeitalter der Digitalisierung" 
Strasse/Postfach: Heinrich-Düker-Weg 12 
Postleitzahl: 37073 
Stadt: Göttingen 
E-Mail: grk1787@uni-goettingen.de 
Internetadresse: http://www.uni-goettingen.de/de/422920.html 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeSprache in den Medien / Medienwissenschaft (Sprache in Massenmedien, Internet und Hypertext, Medienentwicklung); Leserforschung; Literarische Wertung/Literaturkritik; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturpsychologie; Literatursoziologie; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.13.00 Literaturkritik. Wertung; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.14.00 Literatursoziologie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.06.00 Literarisches Leben
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/47776

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 03.07.2015 | Impressum | Intern