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Ergebnisanzeige "Germanistentag 2016: Jenseitserzählungen in der Gegenwartsliteratur"
RessourcentypCall for Papers
TitelGermanistentag 2016: Jenseitserzählungen in der Gegenwartsliteratur
BeschreibungJenseitserzählungen in der Gegenwartsliteratur

Panel auf dem 25. Deutschen Germanistentag, 25. bis 28. September 2016 in Bayreuth (im Themenschwerpunkt 7: Erzählen als Kulturtechnik)

Leitung: Dr. Isabelle Stauffer (Mainz)

Immer wieder wird von einer „Renaissance des Religiösen“ (Georg Langenhorst) oder gar einem religious turn in der Gegenwartsliteratur gesprochen. Mit diesen Schlagworten wird eine verstärkte Präsenz religiöser Themen und Motive in der neueren und neuesten Literatur bezeichnet. Auch das Sterben und die Grenze zwischen Leben und Tod erhalten in der Gegenwartsliteratur vermehrte Aufmerksamkeit. Zugleich hat der spatial turn das Interesse für räumliche Phänomene verstärkt. Diese drei aktuellen Themenfelder begegnen sich in den Jenseitsräumen – traditionellerweise Himmel oder Paradies, Fegefeuer und Hölle –, die sich im religiösen Denken an den Grenzen des Todes eröffnen. Die Literatur hat immer schon Grenzüberschreitungen zwischen dem Diesseits und dem Jenseits thematisiert: durch Jenseitsfahrer wie Orpheus, Odysseus, Aeneas und Dante sowie durch Totengeister aus dem Jenseits, die den Lebenden erscheinen. Auch in der Gegenwartsliteratur sind es Sterbeszenen, erinnerte Jenseitsreisen und Begegnungen mit Toten, in denen Bilder von Himmel und Hölle aufgerufen werden.

Für die Gegenwartsliteratur stellt jedoch das Erzählen von Jenseitsräumen eine besondere Herausforderung dar: Erstens etwas Nicht-Wirkliches, Nicht-Erforschbares in ein säkularisiertes Umfeld einzubringen und zweitens einen produktiven Umgang mit der bildmächtigen antiken und christlichen Erzähltradition zu finden. Texte bekannter Gegenwartsautoren wie Thomas Lehrs Frühling (2001), Sibylle Lewitscharoffs Blumenberg (2011) und Consummatus (2006), Felicitas Hoppes Johanna (2006), Patrick Roths Corpus Christi (1996) und Urs Widmers Herr Adamson (2009) haben sich dieser Herausforderung gestellt. Anhand dieser und weiterer Texte sollen die Darstellungsformen und die Funktionen von Jenseitserzählungen herausgearbeitet werden. Gibt es bestimmte Erzählformen für das Unsagbare? Nehmen sie noch eine religiöse Trostfunktion wahr, oder werden sie lediglich als säkularisierte Topoi herbeizitiert? Erweisen sie sich letztlich als sinnstiftend in einer Situation, in der Sinn und Sinne schwinden? Handelt es sich dabei um Heterotopien im Sinne Michel Foucaults? Insbesondere die transformativen und grenzauflösenden Elemente der Jenseitserzählungen machen diese für eine postsäkulare Gesellschaft attraktiv.

Als Arbeitsform sind Vorträge (15 min) vorgesehen. Eine Publikation der Vorträge im Anschluss an den Germanistentag ist geplant.

Bitte senden Sie Ihr Exposé von maximal 1 Seite sowie eine Kurzbiografie bis zum 15.08.2015 an stauffis@uni-mainz.de.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBayreuth
Bewerbungsschluss15.08.2015
Beginn25.09.2016
Ende28.09.2016
PersonName: Stauffer, Isabelle [Dr.] 
Funktion: Leiterin 
E-Mail: stauffis@uni-mainz.de 
KontaktdatenName/Institution: Deutsches Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz 
Strasse/Postfach: Jakob-Welder-Weg 18 
Postleitzahl: 55128 
Stadt: Mainz 
Telefon: 061313923246 
E-Mail: stauffis@uni-mainz.de 
Internetadresse: https://www.germanistik.uni-mainz.de/abteilungen/neuere-deutsche-literaturwissenschaftgeschichte/dr-isabelle-stauffer/ 
Name/Institution: 25. Deutscher Germanistentag 
Stadt: Bayreuth 
Internetadresse: http://www.germanistentag2016.de/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Erzähltheorie; Literatur- u. Kulturgeschichte
Zusätzliches SuchwortLiteratur nach 1989; Jenseits; Raumtheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.09.00 Stoffe. Motive. Themen
Ediert von  H-Germanistik
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