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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Transgression: Nachwuchstagung im Rahmen des Schweizer SUK-Doktoratsprogramms für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft"
RessourcentypCall for Papers
TitelTransgression: Nachwuchstagung im Rahmen des Schweizer SUK-Doktoratsprogramms für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
BeschreibungTransgression
Grenzen überschreiten / Franchir les limites / Crossing borders

5.─7.11.2015 in/à Crêt-Bérard (CH)

Die Nachwuchstagung für Doktorierende der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaften widmet sich dem Thema ›Grenzüberschreitungen‹. Es handelt sich dabei um ein 3-tägiges Programm mit Workshop, welches vom 5. bis zum 7. November 2015 in Crêt-Bérard (Waadtland, in der Nähe des Genfer Sees) stattfinden wird.

Das SUK-Programm vernetzt DoktorandInnen und ProfessorInnen der verschiedenen Schweizer Universitäten im Bereich der Komparatistik (Fribourg, Genf, Lausanne, Basel, Bern und Zürich).

Die Tagungs- und Diskussionssprachen sind Deutsch, Französisch und Englisch.

Die besten Beiträge werden nach dem peer-review-Verfahren in der Zeitschrift ›Colloquium Helveticum‹ veröffentlicht.

Weitere Informationen erhalten Sie von
Marc Caduff: marc.caduff@ds.uzh.ch;
Sophie Jaussi:sophie.jaussi@unifr.ch
Franziska Thiel:franziska.thiel@unifr.ch

CFP

Komparatistik ist eine genuin grenzüberschreitende Wissenschaft.

Der Vergleich, die Vernetzung sowie die Gegenüberstellung verschiedener Sprachen und Traditionen setzen immer auch ein »Jenseits« einer im Vorfeld abgegrenzten Thematik voraus, Vergleichen verlangt gleichzeitig das Abstecken eines Raumes, die Grenzziehung seiner Erfahrungen und deren Durchbrechung. Doch wie werden Grenzen definiert, wahrgenommen oder aufgebrochen? Und was bedeutet eine Überschreitung?

Grenzen finden sich bewusst oder unbewusst, mental oder physisch und in den unterschiedlichsten (Lebens-)Bereichen sowie Ausprägungen (ästhetische, aber auch sozio-politische, geografische oder anthropologische): So lässt sich der Begriff ›Grenze‹ und seine Verwendung nicht eindeutig bestimmen, meist ist dieser auch mit weiteren mehrdeutigen Begriffen wie ›Schwelle‹, ›Rand‹ oder ›Übergang‹ verbunden oder beinhaltet weitere Überschreitungs- und Kreuzungsphänomene wie Transgression, Transversal oder Transgender sowie Interdisziplinarität, Internationalität oder Interkulturalität. Auch sind die Funktionen vieldeutig: Grenzen trennen oder verbinden, markieren das Eigene und Fremde, können als Schwelle Übergänge schaffen oder als Ein- und Ausschluss Räume generieren...

Das Überschreiten von Grenzen in der Ästhetik gründet oftmals in einem Akt der Rebellion: Traditionen werden hinterfragt, Normen subvertiert, Althergebrachtes neu gedacht. Diesem agonalen wie auch lustvollen Akt kommt produktionsästhetisch betrachtet eine besondere innovative Leistungsfähigkeit zu. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Grenzüberschreitungen in der Kunst eine lange Tradition haben: In der revolutionären Literatur wie in der erotischen, vom Sturm und Drang bis zur Avantgarde, vom Obszönen bei Rabelais bis zu Sade und Pasolini,von Dada-Aufführungen über Duchamps Fontäne zu Handkes Publikumsbeschimpfung und zum interaktiven Partizipationstheater ist die Grenzüberschreitung immer auch die Bejahung künstlerischer (Meinungs-/Ausdrucks-)Freiheit. Sie erweitert den Kunstbereich; doch was ist mit der Kunst selbst? Droht der Kunst in letzter Konsequenz damit nicht eine Auflösung in die Beliebigkeit? Denn wo es keine Grenzen mehr gibt, können keine überschritten werden.

Die Forderung nach einer Rückkehr von strikteren Grenzziehungen, die beispielsweise in aktuellen politischen Diskussionen verstärkt aufgebracht wird, widerspiegelt die Unsicherheiten, die mit solchen Überschreitungen einhergehen. Vor diesem Hintergrund wird mitunter eine gewisse Orientierungslosigkeit diagnostiziert. Gerade weil die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft aber mit ihrem Einbezug verschiedener Sprachen und literarischen Ausdrucksmöglichkeiten immer schon einerseits Grenzen überschreitet und anderseits sich auch wieder eingrenzen muss, kommt ihr eine privilegierte Stellung für die Reflexion über die Bedingungen, Möglichkeiten und Konsequenzen von Grenzüberschreitungen zu.

Die hier skizzierten Aspekte zum Thema machen deutlich, dass es sich um ein fast grenzenloses Feld handelt, in dem Arbeiten zu/über

 Transgression in Kunst und Literatur (Form, Inhalt, Rezeption),
 Sprachen (Übersetzung; Übersetzungstheorien),
 Grenzen zwischen Medien und Disziplinen, insb. zwischen Wissenschaft und Kunst,
 Genderdiskurs

denkbar sind. Aber auch Beiträge, die sich allgemein mit der Thematik einer Grenzüberschreitung befassen und/oder konkrete Grenzerfahrungen/-überschreitungen in den Fokus nehmen, sind herzlich willkommen.

Bitte senden Sie Ihr Abstract samt kurzen Lebenslauf bis 8.8.2015 an: marc.caduff@ds.uzh.ch; sophie.jaussi@unifr.ch und franziska.thiel@unifr.ch
Die Vortragsdauer beträgt 30 Minuten; es gibt 30 Minuten Diskussionszeit pro Beitrag.
Geplant ist zudem ein kurzer Workshop zum Thema.

Konzeption: Marc Caduff, Sophie Jaussi, Franziska Thiel
Organisation: Christian Zehnder
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortCrêt-Bérard
Bewerbungsschluss08.08.2015
Beginn05.11.2015
Ende07.11.2015
PersonName: Caduff, Marc [Dr.] 
Funktion: Konzeption und Organisation 
E-Mail: marc.caduff@ds.uzh.ch 
Name: Jaussi, Sophie [lic.phil.] 
Funktion: Konzeption und Organisation 
E-Mail: sophie.jaussi@unifr.ch 
Name: Thiel, Franziska [M.A.] 
Funktion: Konzeption und Organisation 
E-Mail: franziska.thiel@unifr.ch 
LandSchweiz
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft)
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft
Ediert von  H-Germanistik
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