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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Interviews als fiktionale Erzählform. Literaturwissenschaftliche Forschungen, didaktische Potenziale"
RessourcentypCall for Papers
TitelInterviews als fiktionale Erzählform. Literaturwissenschaftliche Forschungen, didaktische Potenziale
BeschreibungInterviews als fiktionale Erzählform.
Literaturwissenschaftliche Forschungen, didaktische Potenziale

Panel auf dem 25. Deutschen Germanistentag, 25. bis 28. September 2016 in Bayreuth (im Themenschwerpunkt 6: Erzählen in unterschiedlichen Medien)

Leitung: Jun.-Prof. Dr. Torsten Hoffmann (Frankfurt a.M.)/Dr. Stefan Helge Kern (Hannover)

Interviews werden in der Regel als faktuale Texte rezipiert. Doch seit der Erfindung des jour-nalistischen Interviews im 19. Jahrhundert wird es auch als fiktionale Erzählform genutzt, und zwar innerhalb wie außerhalb literarischer Texte. Julius Stettenheim veröffentlicht schon in den 1870er Jahren ausgedachte Zeitschrifteninterviews mit Bismarck, Richard Wagner und anderen, darunter auch fiktive Figuren. Hier wie in den Fake-Fernseh-Interviews, die Alexan-der Kluge mit Helge Schneider und Peter Berling führt, entsteht die Komik aus dem Authen-tizitätsversprechen des Interviews, das es auch in offensichtlich fiktionalen Kontexten beibe-hält. Und selbst in aktuellen Interviewhandbüchern für Journalisten kann man nachlesen, dass das gedruckte Interview weniger authentisch als attraktiv sein müsse (was in seiner radikalsten Umsetzung, den gefälschten Interviews Tom Kummers, zum Skandal geführt hat). Inter-mediale Prozesse spielen dabei fast immer eine Rolle: Interviews werden auf einer Lesebühne geführt, live oder geschnitten in Radio oder Bildmedien gesendet, verschriftlicht, redigiert und als Text veröffentlicht. In literarischen Texten werden Interviews seit Mitte des 20. Jahr-hunderts vermehrt als neue Spielform des Erzählens eingesetzt (durchgängig in Wolf Haas’ ‚Das Wetter vor 15 Jahren‘ oder in John von Düffels ‚KL‘), zur Grundlage von Theaterstü-cken (u.a. bei Angela Richter) und in Filmen zum zentralen Handlungselement (so in Theo van Goghs ‚Das Interview‘ oder in ‚The Interview‘ von Evan Goldberg/Seth Rogen).
Während sich in den letzten Jahren eine literaturwissenschaftliche Interviewforschung entwi-ckelt hat, ist das Interview im Schulunterricht bisher kaum präsent und wird bestenfalls als biografische Quelle eingesetzt. Auch in den Vorgaben für das Abitur kommen Interviews nur beiläufig als pragmatische Textsorte und als Medienprodukte vor. Dabei ermöglicht gerade der Frage-Antwort-Wechsel eine besondere Zugänglichkeit und Geschwindigkeit dieser Text-sorte; zudem sorgt die für Interviews konstitutive Veröffentlichungsabsicht oft für eine aus-geprägte Adressatenausrichtung. All das macht sie auch als Schreibform in produktionsorien-tierten Kontexten attraktiv, etwa in Form von Interviews mit Figuren oder Autoren (wie es beim Brief längst etabliert ist).

Themenvorschläge können sich auf fiktionale Interviews in Literatur, Film/Fernsehen, Jour-nalismus (u.a. in Bezug auf den Medienwechsel vom gesprochenen zum gedruckten Wort) und in der schulischen wie außerschulischen Literaturvermittlung beziehen. Mögliche Themen sind: Interviews als Spielform des Erzählens, Journalistische Konstruktion des Authentischen, Literarische Texte interviewen – Interviews als Form gestaltender Interpretation. Als Arbeitsform sind Vorträge (15-20 min.), Gespräche und Workshop-Elemente willkommen. Unterrichtspraktische Ideen und erprobte Unterrichtsmaterialien zum Thema können in Form einer Postersession präsentiert werden. Es ist beabsichtigt, diese Beiträge im Anschluss an den Germanistentag in einer fachdidaktischen Zeitschrift zu veröffentlichen. Solche Beiträge können abweichend von den unten genannten Vorgaben unter stichpunktartiger Angabe des Themenschwerpunkts, des Unterrichtsmaterials, der Aufgabenstellung sowie des beabsichtig-ten Kompetenzzuwaches eingereicht werden.

Interessenten werden gebeten, ein Exposé im Umfang von max. einer Seite und knappe Angaben zur Person bis zum 15.8.2015 an s.h.kern@gmx.de zu schicken.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBayreuth
Bewerbungsschluss15.08.2015
Beginn25.09.2016
Ende28.09.2016
PersonName: Torsten Hoffmann 
Funktion: Jun.-Prof. Dr. 
E-Mail: t.hoffmann@lingua.uni-frankfurt.de 
KontaktdatenName/Institution: Goethe-Universität Frankfurt 
Strasse/Postfach: Norbert Wollheim-Platz 1 
Postleitzahl: 60629 
Stadt: Frankfurt 
Telefon: 069/798-32676 
Name/Institution: 25. Deutscher Germanistentag 
Stadt: Bayreuth 
Internetadresse: http://www.germanistentag2016.de/ 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Erzähltheorie; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturdidaktik; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Zusätzliches SuchwortInterview
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