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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Rolf Hochhuth - Theater als politische Anstalt"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelRolf Hochhuth - Theater als politische Anstalt
BeschreibungRolf Hochhuth - Theater als politische Anstalt

Interdisziplinäre Tagung zu Person und Werk
25.-28. September 2008, Weimar
Anna Amalia und Goethe Akademie zu Weimar


Seit dem "Stellvertreter" (1963) steht der Name Rolf Hochhuth für politisches Theater par excellence. Hochhuth will durch seine Dramen den Zuschauer aufklä¬ren und dadurch verändern. Der Bühnenfall nimmt den politischen Ernstfall auf, um richtiges und falsches Handeln zu untersuchen - immer im Bewusstsein der Kantischen Maxime, dass "die Politik keinen Schritt tun darf, ohne vorher der Moral gehuldigt zu haben." Rolf Hochhuth erneuert damit die Tradition der antiken Dramatik, die immer politisch war, nämlich Räsonnement und Debatte über Grenzfälle des Gemeinschafts¬lebens in der Polis in Szene setzte. Er verbindet diese Tradition mit dem kritischen Bewusstsein der Aufklärung und einer modernen Auffassung des Theaters als histo¬risch inspiriertes Handlungs- und Haltungsexperiment. Damit beharrt Hochhuth als einziger unter allen bedeutenden Dramatikern unserer Zeit auf der sozialen Verbind¬lichkeit des Theaters, auf seiner Verantwortung gegenüber einer Wirklichkeit, in der Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit zu entleerten Spielmarken der politischen Propaganda verkommen sind und das Publikum seine selbstverschuldete Unmündig¬keit lieben gelernt hat. In der Tradition eines Lessing, eines Diderot scheut Rolf Hochhuth sich nicht, Themen des Tages dramatisch zu bearbeiten, Tabus zu brechen, menschliche Ver¬brechen und menschliches Versagen beim Namen zu nennen und somit das Interesse der Öffentlichkeit auf das Theater zu fokussieren, weil dort seine Sachen illusionslos verhandelt werden und es nicht nur durch kurzweilige, einlullende, harmlose Unter¬haltung abgelenkt wird. Rolf Hochhuth ist Hauptvertreter einer auf dokumentarischer Recherche gegründe¬ten Geschichtsdramatik, die wichtige Beiträge zur Entwicklung des Welttheaters ge¬leistet hat. Als streitbarer und umstrittener Dramatiker von "Der Stellvertreter" über "Soldaten" bis "Wessis in Weimar" und "McKinsey kommt" steht Rolf Hochhuth als Autor schlechthin für politische Unabhängigkeit und "intellektuellen Ernst" (Sebas¬tian Haffner). Dabei ist er nicht nur Dramatiker, sondern auch hinreißender Erzähler ("Berliner Antigone", "Eine Liebe in Deutschland"), zudem ein "Lyriker von Graden" (Fritz J. Raddatz) und ein scharfsinniger Essayist. Die internationale und interdisziplinäre Tagung, auf der Vertreter aus Wissenschaft und Theaterpraxis zusammen mit dem Autor das Werk Hochhuths diskutieren, versucht erstmals die Hauptlinien, die innere Struktur des umfangrei¬chen Gesamtwerks sichtbar werden zu lassen.

Eine Tagung der Anna Amalia und Goethe Akademie zu Weimar, in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen, dem Jugend- und Kulturzentrum mon ami Weimar und der Bauhaus Universität Weimar - Fakultät Medien. Gefördert durch den Liberalen Mittelstand Thüringens.

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Gert Ueding (Tübingen/St. Gallen)

PROGRAMM

Donnerstag, den 25. September 2008

14.00-14.30 Uhr
Pressekonferenz: Prof. Dr. Gert Ueding (Tagungsleitung), Dr. Ettore Ghibellino (Organisation), Prof. Wolfgang Kissel (Filmprogramm)

15.00-15.10 Uhr
Begrüßung, Dr. Ettore Ghibellino, Weimar

15.10-16.00 Uhr
Eröffnungsvortrag: Die Kunst, Hochhuth zu sprechen
Prof. Dr. Gert Ueding (Tübingen)
16.00-16.30 Uhr
Pause

16.30-17.00 Uhr
Zum Filmprogramm sowie zur Dokumentation der Tagung via Videoblogs
Prof. Wolfgang Kissel (Weimar)

Ab 17.15 Uhr
Stellvertretend. Die Hochhuth-Filmreihe
- Der Stellvertreter (Originaltitel: Amen, F, 2002), Regie: Constantin Costa-Gavras
- Gleichgültigkeit tötet - Rolf Hochhuth über sein Papst-Drama
"Der Stellvertreter". Drehbuch: Alexander Kluge, 2002


Freitag, den 26. September 2008

9.00-10.00 Uhr
Moralische oder politische Anstalt? Zur Standortbestimmung des Dramas und Theaters bei Rolf Hochhuth
Dr. Peter Langemeyer (Oslo/Norwegen)

10.00-10.15 Uhr
Pause

10.15-11.15 Uhr
Mythos und Geschichte bei Rolf Hochhuth
PD Dr. Bernd Hamacher (Hamburg)

11.15-11.30 Uhr
Pause

11.30-12.30 Uhr
Zur Frage der Sonderstellung des Totentanzes "Sommer 14" in Rolf Hochhuths Dramaturgie - Das Individuum als (k)eine unumstößliche Kategorie
Christina Schlitzberger, M.A. (Kassel)

12.30-14.30 Uhr
Pause

14.30-15.30 Uhr
"Der Stellvertreter" 1963/64 - ein Theaterskandal im Museum
Dr. Andreas Quermann (Berlin)

15.30-15.45 Uhr
Pause

15.45-16.45 Uhr
Das missverstandene Politische auf dem Theater aus psychoanalytischer Perspektive
Prof. Dr. Hubert Speidel (Kiel)

Ab 18.00 Uhr
Die Inselkomödie
Schüler der Waldorfschule Leipzig spielen Rolf Hochhuth
Regie: Rossitza Todorowa-Behrens

Ab 21.00 Uhr
Film: Ärztinnen (DDR, 1984), Regie: Horst Seemann


Samstag, den 27. September 2008

9.00-10.00 Uhr
Moralische Anstalten für die Schaubühne. Zur Poetik von Hochhuths Dramen
Dr. Nikolas Immer (Jena)

10.00-10.15 Uhr
Pause

10.15-11.15 Uhr
Hochhuth und Sophokles
Prof. Dr. Dr. Sotera Fornaro (Sassari/Italien)

11.15-11.30 Uhr
Pause

11.30-12.30 Uhr
Rolf Hochhuth - Dramatiker des Absurden?
Sven Neufert (Köln)

12.30-14.30 Uhr
Pause

14.30-15.30 Uhr
"Wessis in Weimar": Das Projekt Ausverkauf
Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt (Leipzig)

15.30-15.45 Uhr
Pause

15.45-16.45 Uhr
Der Klassenkampf ist nicht vorbei - Rolf Hochhuths jüngste politische Dramatik
Dr. Axel Schalk (Berlin)

Ab 17.15 Uhr
Film: Berliner Antigone (1968 - BR), Regie: Rainer Wolffhardt
20.00 Uhr
Lesung: Gedichte und Anekdoten
Rolf Hochhuth

Ab 21.30 Uhr
Festliche Begegnung mit Büffet


Sonntag, den 28. September 2008

Die Bühne als Vergnügungsstätte und Publikationsorgan - Die Kunst, Hochhuth aufzuführen

10.00-10.30 Uhr
"Der Stellvertreter" - Ein neuer Inszenierungsansatz?
Sewan Latchinian (Senftenberg)

10.35-13.00 Uhr
Im Gespräch: Rolf Hochhuth, Oliver Munk, Sewan Latchinian, Martin Wuttke (angefragt) und Prof. Wolfgang Kissel
Moderation: Prof. Dr. Gert Ueding

Ende der Tagung


Information
Anna Amalia und Goethe Akademie zu Weimar
Tagungsbüro
Cranachstraße 29
D-99423 Weimar
Tel.: 03643 7737 612
Fax: 03643 7737 572
E-Mail: post@AnnaAmalia-Goethe.de
Internet: www.AnnaAmalia-Goethe.de


Anmeldung
Die Tagung steht allen Interessierten offen. Die Anmeldung wird berücksichtigt, sobald der Tagungsbeitrag überwiesen ist. Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben. Die Tagungsunterlagen werden Anfang September zugesandt.

Der Tagungsbeitrag beträgt 125,00 EUR. Anmeldeschluss: 31. August 2008
Ermäßigungen sowie Buchungen einzelner Tage auf Anfrage. Für Studierende und Doktoranden kann auf Antrag der Tagungsbeitrag erlassen werden, sofern ein besonderes Interesses am Thema der Tagung dargelegt wird.


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWeimar
Anmeldeschluss31.08.2008
Beginn25.09.2008
Ende28.09.2008
PersonName: Tagungsbüro 
Funktion: Information 
E-Mail: post@AnnaAmalia-Goethe.de 
KontaktdatenName/Institution: Anna Amalia und Goethe Akademie zu Weimar 
Strasse/Postfach: Cranachstraße 29 
Postleitzahl: 99423  
Stadt: Weimar 
Telefon: ++49-03643 7737 612 
Fax: ++49-03643 7737 572 
E-Mail: post@AnnaAmalia-Goethe.de 
Internetadresse: http://www.AnnaAmalia-Goethe.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945; Theater (Aufführungspraxis)
Klassifikation19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.13.00 Zu einzelnen Autoren
Ediert von  H-Germanistik
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