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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Tragödie - Trauerspiel - Spektakel (SFB 626 "Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste")"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelTragödie - Trauerspiel - Spektakel (SFB 626 "Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste")
Beschreibung"Das klassische Drama ist nur eine Möglichkeit des Theaters. Nicht nur aus der Perspektive des postdramatischen Theaters der Gegenwart, sondern auch durch die (dadurch bestätigte und befruchtete) Ansicht des antiken Theaters als eines prädramatischen oder a-dramatischen Theaters (Lehmann) erscheint das Drama als historisch spezifische und beschränkte Option; sie entsteht im 18. Jahrhundert in Auseinandersetzung mit der antiken Tragödie einerseits und dem barocken Trauerspiel andererseits. Diese ­ insbesondere für die deutsche Diskussion bestimmende Konstellation bestimmt die Weise, in der erstmals die Dramentheorie der Romantiker im Ansatz das Trauerspiel begrifflich gegenüber der antiken Tragödie abgrenzt. Dabei ist das Trauerspiel nicht eine gegenüber der Tragödie andere Form des Theaters, es ist die als Theater gesehene, zum Theater gewordene Tragödie; die Tragödie, die sich ihrer Theatralität, ihres Spielcharakters oder, in anderer Terminologie, ihrer spezifischen Ästhetizität bewußt geworden ist. Daß dieses Feld zunächst von Benjamins 'Ursprung des deutschen Trauerspiels' und dessen Entgegensetzung von "Tragödie und Trauerspiel" aus eröffnet worden ist, will die Tagung nicht leugnen. Aber es soll nicht zuletzt auch darum gehen, Benjamins Konzeption selbst zu befragen. Von daher rücken zwei Komplexe in den Blick, die bei Benjamin exemplarisch anfallen. Das betrifft zum einen die Entgegensetzung des Trauerspiels zur Tragödie, die bei Benjamin ganz im Zeichen seiner Kritik einer überhistorischen Kategorie des Tragischen steht (die gerade im ersten Drittel des 20. Jh. erneut Konjunktur hatte): Bereits Theorien wie die Hegels und Nietzsches haben ebenso wie die neuere Philologie der Tragödie die klassische Tragödie selbst in ihrer spezifischen formkonstitutiven Theatralität analysiert. Es betrifft zum zweiten die Abgrenzung vom bloßen, vom 'total' gewordenen Spiel, die Benjamins Profilierung des Trauerspiels gegenüber der Tragödie auf dem Fuße folgt: Indem das Trauerspiel den Spielcharakter allen Theaters gegen die (Ideologie der) Tragödie hervortreten läßt, beschwört es zugleich das Gespenst der Herrschaft des Spektakels, der Theatrokratie herauf, gegen das die Theoretiker und Politiker der Tragödie sie bewahren wollten. Tragödie, Trauerspiel, Spektakel sind daher vielleicht weniger drei (geschichtlich oder typologisch) unterschiedene Gestalten des Theaters als vielmehr drei Formen der Imagination und Konzeption des Theatralen und, darüber hinaus, des ästhetischen Spiels selbst; drei Formen, die sich ebenso dadurch unterscheiden, wie sie - nach innen - das Verhältnis von Gehalt und Spiel und wie sie -­ nach außen- ­ die Wirkung des Spiels bestimmen.

PROGRAMM am 16.12.2005: 10.00 - Juliane Vogel: Erhöhte Frequenzen. Stichomythie als Spektakel; 11.30 - Armin Schäfer: Indirekte Reden im Trauerspiel; 14.30 Rüdiger Campe: Erscheinen und Verschwinden in Hölderlins Empedokles (Moderation: Bettine Menke); 16.30 - Anselm Haverkamp: Politik, ein Winterspektakel des späten Shakespeare; 18.00 - Friedrich Balke: Phädra oder die Moralphysiologie des königlichen Fleisches (Moderation: Christoph Menke);

PROGRAMM am 17.12.2005: 10.00 - Jennifer Wise: Tragedy as an 'augury of a happy life'; 11.30 - David Wellbery: Nietzsches Auffassung von Form und Funktion der Tragödie (Moderation: Christoph Menke); 14.30 - Hans-Thies Lehmann: Postdramatisches Theater und die Frage nach der Tragödie; 16.30 - Jörn Etzold: Melancholie des Spektakels: Guy Debords Kino; 18.00 - Samuel Weber: Schauplatz und Inszenierung (Moderation: Juliane Rebentisch); Begleitprogramm: Filme von Jean-Marie Straub und Danièle Huillet im Kino Arsenal, Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin.

Eine Tagung des Sonderforschungsbereichs 'Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste' In Zusammenarbeit mit dem Graduiertenkolleg 'Mediale Historiographien' und der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik."
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.sfb626.de/index.php/veranstaltungen/tagungen/2005-12-16/
VeranstaltungsortBerlin
Beginn16.12.2005
Ende17.12.2005
PersonName: Rebentisch, Juliane 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: reben@rz.uni-potsdam.de 
KontaktdatenName/Institution: SFB 626 "Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste" an der Freien Universität Berlin 
Strasse/Postfach: Altensteinstr. 2-4 
Postleitzahl: 14195 
Stadt: Berlin 
Telefon: +49 (0)30 838 574-00 
Fax: +49 (0)30 838 574-10 
E-Mail: sfb626@zedat.fu-berlin.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeTheater (Aufführungspraxis)
Klassifikation05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.02 Drama
Ediert von  UB-Frankfurt
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