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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Hofmannsthals Korrespondenz - Briefkultur um 1900"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelHofmannsthals Korrespondenz - Briefkultur um 1900
BeschreibungHofmannsthals Korrespondenz - Briefkultur um 1900

Internationale Tagung der Hugo von Hofmannsthal-Gesellschaft in Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift - Frankfurter Goethe-Museum und dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Johann Wolfgang Goethe-Universität

AKTUALISIERTES PROGRAMM!

Veranstaltungsort:
Frankfurt am Main, 11.-14. September 2008
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Campus Westend, Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt/M
Konferenzraum 1.741 A

ANMELDUNG bis zum 15.07.2008 unter hofmannsthal.de/Tagung_2008.html !


PROGRAMM

Donnerstag 11. September 2008

Ab 12.00 Uhr: Anmeldung im Tagungsbüro

13.30 Uhr:
Eröffnung der Tagung

14.00 Uhr: Vortrag Prof. Dr. Karl Heinz Bohrer (London): Der Brief um 1900: Versuch einer Typologie (Arbeitstitel)

15.30 Uhr:
Erste Sitzung der Arbeitsgruppen

19.00 Uhr:
Freies Deutsches Hochstift: Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Prof. Dr. Waltraud Wiethölter: Eröffnung der Ausstellung 'Der Brief - Ereignis und Objekt'


Freitag, 12. September 2008

9.30 Uhr:
Vortrag Prof. Dr. Alexander Košenina (Bristol): Briefpoesie bei Hugo von Hofmannsthal

11.00 Uhr:
Vortrag Prof. Dr. Elsbeth Dangel-Pelloquin (Basel): "Halb zufällig, halb absichtlich" - Die Inszenierung von Brüchen in Hofmannsthals Briefwechseln

14.30 Uhr:
Vortrag Dr. Jörg Schuster (Marburg/Lahn): Ästhetische Erziehung? Probleme der Briefkultur um 1900 am Beispiel der Korrespondenzen Hugo von Hofmannsthals mit Edgar Karg von Bebenburg und Ottonie Gräfin Degenfeld

16.00 Uhr:
Zweite Sitzung der Arbeitsgruppen

20.00 Uhr:
S. Fischer-Verlag: Bericht Prof. Dr. Heinz Rölleke (Wuppertal) über den Stand der Kritischen Hofmannsthal-Ausgabe


Samstag, 13. September 2008

9.30 Uhr:
Vortrag Prof. Dr. Gerhard Schuster (München): "Die endliche Tuba". Über den Briefwechsel Rudolf Borchardt - Hofmannsthal

11.00 Uhr:
Vortrag Prof. Dr. Ulrich Schlie (Berlin): Der Briefwechsel Hofmannsthal - Carl J. Burckhardt

14.00 Uhr:
Claudia Bamberg (Frankfurt/Main), Anna-Katharina Gisbertz (Mannheim), Katja Kaluga (Wuppertal), Stefan Kleie (Basel), Karl Marx (Metz), Norman Rinkenberger (Marburg/Lahn), Sabine Straub (Würzburg): Vorstellung von Dissertationsprojekten zu Hofmannsthal

16.30 Uhr:
Mitgliederversammlung 
20.00 Uhr: Freies Deutsches Hochstift: "Wer sieht ihn wie ich?" Rudolf Borchardt und Hugo von Hofmannsthal - Briefe, Aufsätze, Novellistisches aus den Jahren 1902-1944. Lesung zum Erscheinen des Kommentarbandes der Briefedition Borchardt - Hofmannsthal


Sonntag, 14. September 2008

10.00 Uhr:
Führung durch das Goethe-Haus und den Hofmannsthal-Gedenkraum

11.00 Uhr:
Freies Deutsches Hochstift: Die Postkarte – Korrespondenz- und Sammlungsstück. Vorträge von Dr. Ricarda Dick (Insel Hombroich) und Dr. Joachim Seng (Frankfurt/Main), musikalische Umrahmung von Fabienne Grüning (Sopran) und Hilko Dumno (Klavier)


Arbeitsgruppen:

1. "... über die Erdteile u. Meere hin plaudern" – Zur Rhetorik des Gebrauchsbriefes in der Zeit des Wilhelminismus - Prof. Dr. Robert Seidel (Frankfurt am Main), Dr. Dietlind Wünsche (Heidelberg)
'Spiegel der Seele' und 'Dialog mit Abwesenden' – ein Brief gibt zugleich Auskunft über die Haltung des Absenders und über die Rolle des intendierten Adressaten. Als Medium der phasenverschobenen Kommunikation kann er mit beliebiger Verzögerung auf eine Vorgabe reagieren, sein Verfasser bestimmt ohne unmittelbare Einmischung des Partners Tonlage und Zielrichtung des Austausches, weist darüber hinaus sich selbst und dem Empfänger Handlungsrollen zu, außerdem bietet die tradierte rhetorische Struktur der Textsorte Brief mannigfache Möglichkeiten der Literarisierung. Im Laufe des 19. Jahrhunderts waren weite Kreise des Bürgertums durch den systematischen Ausbau der Bildungsinstitutionen und die Ausprägung eines extensiven Leseverhaltens an den selbstverständlichen Umgang mit Geschriebenem gewöhnt worden, die zunehmende Mobilität führte gleichzeitig zu einem Anwachsen des Briefverkehrs auch außerhalb professioneller oder institutionalisierter Kommunikationsbahnen. Im Gebrauchsbrief der Zeit um 1900 sind daher, über die bloße Mitteilung von Informationen, Anliegen und Meinungen hinaus, auch bestimmte rhetorische Strategien zu erwarten, mit denen die Verfasser gerade in besonderen Lebenssituationen die eigene Position, das Umfeld und die Rolle des jeweiligen Empfängers in ihrem Sinne zu modellieren versuchten. Am Beispiel von Feldpostbriefen, die die Teilnehmer des deutschen 'Ostasiatischen Expeditionskorps' aus China, wohin sie zur Niederschlagung des Boxeraufstandes (1900/01) entsandt worden waren, an ihre Angehörigen schrieben, sollen diese besonderen Strategien aufgezeigt werden, die nicht zuletzt der Legitimation eines von der Bevölkerung grundsätzlich begrüßten, in seinen Exzessen jedoch zunehmend als problematisch beurteilten militärischen Vorgehens dienten. Im Zentrum des Workshops steht – nach einführenden Hinweisen zur historischen Situation und zur Medialität und Rhetorik des (Gebrauchs)briefes – die gemeinsame Analyse ausgewählter Schriftstücke, wobei auch bislang unedierte Originaldokumente vorgelegt werden.

2.Korrespondenzen. Funktionen des Fiktiven in Hofmannsthals 'Erfundenen Briefen' 
- Dr. Timo Günther (Berlin)
Hofmannsthals fiktive Briefe haben fast immer einen Adressaten, an den sie gerichtet sind, doch in den von ihm selbst veröffentlichten Beispielen dieser Textsorte ('Ein Brief', 'Die Briefe des Zurückgekehrten', 'Der Brief des letzten Contarin') fehlen die Antworten der Korrespondenzpartner – Hofmannsthal hat sie nie geschrieben. Der Leser der Briefe bleibt daher bei seinen Versuchen, berichtete Geschehnisse und Sachverhalte zu verstehen, ganz auf die eine Stimme des Briefschreibers zurückverwiesen; eine Perspektivierung der mitgeteilten Inhalte durch ein 'epistolares Gegenüber' unterbleibt. Hofmannsthals erfundene Briefe, so läßt sich sagen, bieten die paradoxe Konstruktion von Monologen in der Form hypothetischer Dialoge. Das wirft die Frage auf, welche Funktion die Wahl der Gattung 'Brief' in diesen fiktiven Texten überhaupt erfüllen kann und soll. Die Arbeitsgruppe wird diese und damit zusammenhängende Fragen anhand ausgewählter Beispiele auch aus dem Nachlaß diskutieren. Die Texte werden den Teilnehmern rechtzeitig vor Beginn der Tagung zugänglich gemacht.

3. Viele Welten – eine Kunst? Der Briefwechsel zwischen Stefan George und Hugo von Hofmannsthal 
- Prof. Dr. Christoph Perels (Frankfurt am Main)
"In unseren jahren ist die bedeutsame grosse geistige allianz bereits unmöglich Jeder ist bereits in einen gewissen kreis des lebens getreten in dem er hängt und aus dem er nimmer sich entfernen kann".
Diese Sätze, die der 24jährige Stefan George an den 17jährigen Hofmannsthal schreibt, halten eine Einsicht fest, die ihr Schreiber dennoch vierzehn Jahre lang nicht wahrhaben wollte und gegen die sich seine Briefe an den Jüngeren zur Wehr setzen. Noch zehn Jahre später macht er Hofmannsthal allein dafür verantwortlich, daß eine "sehr heilsame diktatur", die sie beide über die deutsche Literatur hätten ausüben können, nicht zustande gekommen sei.
Als Georges Erbe Robert Boehringer, der Hofmannsthal nie persönlich begegnet war, aber wußte, wie verächtlich man im Umfeld Georges über den Wiener sprach, in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts den Briefwechsel in die Hand bekam, war er erstaunt, an Stelle eines lobenden und tadelnden, eines anweisenden und fordernden, eines gebieterischen und verwerfenden, eben an Stelle des erwarteten Stefan George einen werbenden, teilnehmenden, geduldigen und mitunter ungewöhnlich offenen Briefschreiber zu finden, einen Mann, der sich jedes Wort, jede Wendung dreimal überlegte (und jeden Entwurf aufbewahrte!), ehe er sie gelten ließ, während wir vom Jüngeren kaum einmal eine Sofortkorrektur, niemals einen Briefentwurf vorfinden. Boehringer war sich der Bedeutung der Korrespondenz sogleich bewußt und setzte ihre Publikation gegen alle Bedenken der Mit- und Nacherben Berthold von Stauffenberg und Franz Mehnert durch. Beiden Briefpartnern galt der Briefwechsel als wesentliches Zeugnis ihres Werdegangs. Mit seiner Ausgabe hat Boehringer, obwohl Georgeaner durch und durch, seine größte, weil objektivste und philologisch korrekteste, Editionsleistung erbracht. Wir werden uns zu fragen haben, was es denn war, das ungeachtet des späteren Zerwürfnisses in den vierzehn Jahren der Korrespondenz den Grund dafür gelegt hat, daß die Hochachtung beider Dichter für einander bis an ihr Lebensende anhielt.

4. Bindungszauber und Seelendiätetik. Strategien postalischer Verführung im Briefwechsel Ottonie von Degenfeld und Hugo und Hofmannsthal - Prof. Dr. Sabine Schneider (Zürich), Prof. Dr. Juliane Vogel (Konstanz)
Hofmannsthals Briefe an Ottonie von Degenfeld sind Dokumente einer magischen Besitzergreifung. Mit allen Mitteln des Briefes üben sie einen vergeblichen Bindungszauber, der auf einen unlöslichen "Zusammenhang" oder einen unlöslichen "Bezug" zwischen Absender und Empfängerin abzielt. In unserem Arbeitskreis möchten wir den Formen und Ermöglichungsbedingungen dieser postalischen Magie nachgehen, die darauf abzielt, den Lebenskreis der begehrten Frau "mit einer magischen geistigen Linie" zu umschließen. Am Beispiel dieser Korrespondenz soll eine für die Briefkultur des Fin de siècle symptomatische und interessante Strategie postalischer Verführung beschrieben werden.
In einem zweiten Schritt möchten wir an ausgewählten Texten zeigen, daß sich diese magische Briefpraxis zugleich als eine diätetische ausgibt. In seinen Briefen an Ottonie entwickelt und insinuiert Hofmannsthal eine umfassende Diätetik des Körpers, des Geistes und der Seele. Wenn er in das Leben der Empfängerin eindringt und ihr in immer erneuten Leselisten Lektüren verschreibt, dann unter dem ärztlichen Vorwand, das Objekt seines Begehrens aus der Ferne "rein" zu erhalten.


Kontakt:

Hugo von Hofmannsthal-Gesellschaft

Freies Deutsches Hochstift

Großer Hirschgraben 23-25

D-60311 Frankfurt am Main
tel. +49-69-13880-240 (Die.-Fr.)

fax. +49-69-13880-222

e-mail: hofmannsthal-gesellschaft@web.de

www.hofmannsthal.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortFrankfurt am Main
Anmeldeschluss15.07.2008
Beginn11.09.2008
Ende14.09.2008
PersonName: N.N. 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: hofmannsthal-gesellschaft@web.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur 1880 - 1945
Klassifikation16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.05.00 Österreich; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.13.00 Gattungen und Formen > 16.13.05 Weitere Formen; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.15.00 Zu einzelnen Autoren
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