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Ergebnisanzeige "Masterstudiengang „Komparatistik/ Kulturpoetik“, Münster (15.07.2008)"
RessourcentypHochschulinstitute, Fachbereiche
TitelMasterstudiengang „Komparatistik/ Kulturpoetik“, Münster (15.07.2008)
BeschreibungDas Germanistische Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster bietet zum Wintersemester 2008/2009 einen neuen Masterstudiengang „Komparatistik/ Kulturpoetik“ an. Es handelt sich dabei um einen vorwiegend forschungsorientierten Profilstudiengang.


Der Master im Profil

„This is living“ – dieser Wahlspruch, mit dem Sony Entertainment die Playstation 3 bewirbt, kann als Verweis auf eine für die gegenwärtige Literaturwissenschaft zentrale Herausforderung gelten: „This“ verweist sowohl auf die Verfahren und Diskurse der modernen Darstellungsformate, die für unsere Gegenwartskultur bedeutsam sind, als auch auf die Geschichte ihrer Narrative, ihre Internationalität, Mehrsprachigkeit und Interkulturalität.
Im Zentrum des Profilmasterstudiengangs Komparatistik/Kulturpoetik steht die Vermittlung literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Kernkompetenzen aus den Bereichen der Poetik, der Texttheorie und Filmanalyse (allgemeine Literaturwissenschaft), auf deren Grundlage die nicht zuletzt im Zeichen einer wirkungsmächtigen Globalkultur und ihrer Teilkulturen immer stärker nachgefragte Fähigkeit zur Analyse kultureller Repräsentationen – des „living“ – ermöglicht wird (komparatistischer bzw. kulturpoetischer Zweig des Studiengangs). Die damit implizierte Ausweitung und reflektierte Transgression des Gegenstandsbereichs von Literatur im engeren Sinne auf andere Medien wie Film, Spiel- und Computerästhetik (Game Studies), ‚Infotainment‘-Formate im Fernsehen und Rundfunk oder Hybridisierungen von Popmusik und darstellender Kunst markiert den kulturpoetischen Ansatz. Die komparatistische Spezialisierung gründet auf einem an der Internationalisierung des literarischen Kanons ablesbaren modernen „Weltliteratur“-Begriff und dem Selbstverständnis als grundsätzlich grenzüberschreitende, mehrsprachlich orientierte Literaturwissenschaft. Die Arbeit an diesen Kernperspektiven geschieht sowohl im engen Austausch mit den Lehrenden des Studiengangs, als auch in Kooperation mit außeruniversitären Partnern und Forschungseinrichtungen und wird in
Seminaren, Workshops und integrierten Praxisphasen durchgeführt.


Komparatistik - Literaturwissenschaft als Grenzüberschreitung

Komparatistik (comparative literature, littérature comparée) ist die in der akademischen Praxis eingeführte Bezeichnung für das Fach Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, das internationale Literatur- und Kulturbeziehungen sowohl in historischer wie in systematischer Hinsicht untersucht. Allgemeine Literaturwissenschaft umfaßt Poetik, Formenlehre, Terminologie, Literaturtheorie bis hin zur generellen Ästhetik, Vergleichende Literaturwissenschaft die Geschichte internationaler oder transkultureller Literaturbeziehungen, ausgehend von Einzeltexten, Autoren, Gruppierungen, Epochen oder Nationalliteraturen. „Vergleichen“ ist dabei nicht wörtlich, vor allem nicht wertend zu verstehen; vielmehr ist mit dem historisch eingeführten Terminus gemeint, daß zwischen den genannten Elementen Relationen hergestellt werden. Rezeptionsgeschichte etwa zeichnet ein Feld literarischer Beziehungen nach, wobei die miteinander in Kontakt gebrachten Elemente verschiedenen sprachlich-kulturellen Umgebungen angehören. Als Studienfach reagiert die Komparatistik insbesondere auf die realen Leseverhältnisse des 21. Jahrhunderts, d.h. die Internationalisierung des literarischen Kanons, der sich mehr denn je Goethes vielschichtigem Begriff „Weltliteratur“ annähert. Heute definiert man sie tendenziell als grenzüberschreitende Literaturwissenschaft. Dabei sind impliziert a) Sprach- und Nationengrenzen, b) Grenzen zu anderen Künsten (bildende Kunst, Musik, Film) bzw. Medien (audiovisuelle Medien, Computer) im Sinne der Intermedialität, c) Grenzen zwischen dem literarisch-ästhetischen und anderen Diskursen, also zum naturwissenschaftlichen, soziologischen, medizinischen, ökonomischen usw. Denken. Jenseits des Standardgebiets a) sind es speziell die Arbeitsdomänen b) und c), die das Profil der Münsterschen Komparatistik prägen. Typische Arbeitsfelder sind literarische Kontaktbeziehungen (Rezeption, Einfluß, Wirkung) oder auch, als Alternative zu solch genetischen Bezügen, Typologien, d.h. Ähnlichkeiten zwischen Texten, die auf Beeinflussungen oder parallelen Entwicklungen beruhen können. Weitere charakteristische Gebiete sind nationale Images, sofern diese literarisch vermittelt sind, literarisches Übersetzen, die Beschreibung und Klassifikation literarischer Gattungen und Formen, Theorie und Geschichte der Literaturkritik und Literaturhistoriographie und natürlich traditionell die Erforschung der Inhalte (Stoffe, Motive, Themen, Mythen, Bildlichkeit usw.) von Literatur. Dabei können beispielsweise Methoden der Semiotik oder Diskurstheorie angewandt werden.


Kulturpoetik – Literaturwissenschaft und Gegenwartskompetenz

Mit der lauter werdenden Forderung nach Integration der Philologien in eine allgemeine Kulturwissenschaft stellt sich die Frage nach den Kompetenzen, welche Studierende der Literaturwissenschaft in einen gleichsam ins Uferlose erweiterten Gegenstandsbereich einzubringen vermögen. Konnte sich die Literaturwissenschaft herkömmlich durch den Verweis auf ihren Untersuchungsgegenstand definieren („die Literatur“), so wird sie zukünftig im Gesamtspektrum der akademischen Disziplinen ihre Eignung zur Anwendung auf Dinge erweisen müssen, deren Zugehörigkeit zum Kanon durch die Fachtradition nicht garantiert ist. Dazu gehören insbesondere die Gattungen und Repräsentationsformen einer Gegenwart, die durch eine internationale Medien-, Markt- und Populärkultur geprägt ist. Folglich ist es die Aufgabe einer zeitgemäßen Literaturwissenschaft, die Kernkompetenzen des Literaturwissenschaftlers – komplexes Textverstehen, Struktur- und Kontextanalyse, Diskursanalyse und Vertextung der entsprechenden Ergebnisse – auf theoretisch-methodisch reflektierte Weise für die Analyse und Interpretation von Gegenwartskultur praktikabel zu machen. Theoretischer Kernbereich der Allgemeinen Literaturwissenschaft bleibt die Poetik. Diese beschreibt u.a. die Bedingungen, die ein sprachliches Werk als Weltmodell (Fiktion) erscheinen lassen, die Art und Weise, wie ein Sachverhalt erzählt wird und wie Sprache eine zweite Formung erfährt (Rhetorik, Metrik, Stilistik). In kulturwissenschaftlicher Ausrichtung fragt sie außerdem danach, wie ein Text mit seiner kulturellen Umgebung semiotisch und wirkungsästhetisch vermittelt ist (Text-Kontext-Theorie). Kulturpoetik impliziert in diesem Sinne sowohl die Analyse und Reflexion der rhetorischen und diskursiven Konstruktion von kulturellen Einzeltexten (‚Text‘ im weitesten Verständnis einer medialen Repräsentation) als auch von deren Prozessierung, Inszenierung, Rekombination und Neudeutung in der Rezeption. Kultur – als historisch kontingentes Sinn-, Bedeutungs- oder Kommunikationsgefüge – wird erkennbar als Ergebnis einer permanenten Konstruktions- und Interpretationsdynamik; ein Befund, durch den Kultur in ihrer ‚Poetizität‘ mit textanalytischen Mitteln analysierbar wird. Der Schwerpunkt auf ‚Kulturpoetik‘ im Masterstudiengang ‚Komparatistik/Kulturpoetik’ zielt also auf die Vermittlung einer literaturwissenschaftlich (philologisch, textwissenschaftlich, medientheoretisch und kulturwissenschaftlich) fundierten Analyse-, Deutungs- und Vermittlungskompetenz, die – insbesondere auch als ‚Kompetenz für Gegenwartsphänomene‘ – die Studierenden zum interpretierenden Umgang mit der medialen Öffentlichkeit befähigt. Er bietet einerseits die Möglichkeit zur Diskussion und praktischen Erprobung zentraler methodischer Zugänge, zum andern die projektbezogene Öffnung der universitären Literaturwissenschaft auf historische und aktuelle Phänomene und Entwicklungen der (Alltags-)Kultur.


Spezifische Merkmale des Studienprogramms

Der Masterstudiengang „Komparatistik/ Kulturpoetik“ ist als Y-Modell angelegt. Nach dem ersten Semester, in welchem Grundlagen (Methodik und Theoriebildung) vermittelt werden, entscheiden sich die Studierenden ab dem zweiten Semester im Wahlpflichtbereich für den komparatistischen oder den kulturpoetischen Zug des Studiengangs. Die Wahl des Schwerpunktes entscheidet die Ausrichtung der Masterarbeit. Das Masterstudium im Studiengang Komparatistik/Kulturpoetik umfasst das Studium folgende Module:
- Modul A: Allgemeine Literaturwissenschaft/ Texttheorie
- Modul B: Analyse kultureller Repräsentationen
- Modul C1: Theorie und Geschichte der Komparatistik oder Modul C2: Gegenwartskompetenz
- Modul D1: Weltliteratur oder Modul D2: Kulturpoetik in der Praxis
- Modul E: Master-Kurs
- Modul F: Masterarbeit und Kolloquium
- Zusatzmodul Praxis
- Zusatzmodul Lektüreliste


Nähere Informationen zum Studiengang sowie zu Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsmodalitäten unter http://www.uni-muenster.de/Germanistik/Studieren/masterstudiengaenge/komparatistik-kulturpoetik.html

Die Bewerbungsfrist endet am 15. Juli 2008!

Kontakt:
Prof. Dr. Achim Hölter
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Germanistisches Institut - Abt. Neuere deutsche Literatur
Lehrstuhl für Komparatistik
Domplatz 20-22
D-48143 Münster
Tel. 0251 / 83 25 402
Fax 0251 / 83 25 403
hoelter@uni-muenster.de

Prof. Dr. Moritz Baßler
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Germanistisches Institut - Abt. Neuere deutsche Literatur
Domplatz 20-22
D-48143 Münster
Tel. 0251 / 83 24 442
Fax 0251 / 83 25 420
mbassler@uni-muenster.de

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Keyvan Sarkhosh, M.A.
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Germanistisches Institut - Abt. Neuere deutsche Literatur
Lehrstuhl für Komparatistik
Domplatz 20-22
D-48143 Münster
Tel. 0251 / 83 25 406
Fax 0251 / 83 25 403
sarkhosh@uni-muenster.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
PersonName: Sarkhosh, Keyvan  
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: sarkhosh@uni-muenster.de 
KontaktdatenName/Institution: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Germanistisches Institut - Abt. Neuere deutsche Literatur 
Strasse/Postfach: Domplatz 20-22 
Postleitzahl: 48143  
Stadt: Münster 
Telefon: 0251 / 83 25 406 
Fax: +49(0)251 / 83 25 403 
E-Mail: +49(0)251 / 83 25 403 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
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