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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Mediale Praktiken und Schule"
RessourcentypCall for Papers
TitelMediale Praktiken und Schule
Beschreibung31. Tagung der AG Medien im SDD - Call for Papers


Termin: 19.11.2015 – 21.11.2015
Ort: Universität Paderborn
Lage: Warburger Straße 100, 33098 Paderborn


Thema: Mediale Praktiken und Schule


Kinder und Jugendliche sind im Alltag von einer kaum noch zu überblickenden Fülle medialer Szenarien umgeben. Das zu selektierende Medienangebot der alten und immer wieder Neuen Medien führt zu mehr und mehr Spezialangeboten, die diverse Teilkulturen entstehen lassen. Ihre Funktionen liegen bei Weitem nicht mehr nur in Bereichen individueller Unterhaltung und Bildung. Neben der Zugehörigkeit zu sozialen Netzwerken und der Teilhabe an kinder- und jugendkulturellen Diskurspraktiken geht es längst auch um berufliche Chancen und Perspektiven, die in zunehmendem Maße von erworbenen Medienkompetenzen abhängen. Ein Aufwachsen in pädagogisch geschützten ‚medienfreien Provinzen‘ erscheint ebenso undenkbar wie eine Schule, welche die (kinder- und jugend)kulturell wirkmächtigen medialen Dispositive übersieht und übergeht.
Die Deutungs- und Handlungsmuster der Heranwachsenden, die durch die Omnipräsenz der Medien und die medial angereicherten Freizeit- und Konsumräume entstehen, können nur dann aus ihrer Konkurrenzposition gegenüber den tradierten Sozialisationsinstanzen herausgehoben werden, wenn diese Resonanzräume bieten und adaptiv werden. Dass die peers diese Resonanzräume geradezu selbst gestalten, liegt auf der Hand. In den Familien ist dies unterschiedlich: Häufig bleibt das elterliche Handeln auf Zugangskontrollen beschränkt. Die Schule als Einrichtung formaler Bildung ist hier in erklärter Pflicht. Sie kann ihren Auftrag zur Sicherung kultureller Teilhabechancen nur dann erfüllen, wenn sie ihre „Resonanzraumfunktion“ konsequent weiter ausbaut und in diesem Sinne anschlussfähig bleibt: Anschlussfähig an (medien)kulturellen Wandel (Gegenstandsseite) und anschlussfähig an das tatsächliche Medienhandeln der Kinder und Jugendlichen (Subjektseite).
Die Deutschdidaktik ist aus guten Gründen aufgerufen, hier konzeptionell und im Hinblick auf unterrichtspraktische Vorschläge tätig zu werden, denn es sind nicht zuletzt die Kernbereiche des Faches Deutsch, die angesprochen und berührt sind in den jungen und jüngsten medialen Praktiken, etwa in Messengers (WhatsApp, Threema, Snapchat), auf Social Media-Plattformen (Instagram, Facebook, Twitter), in der Rezeption von You Tube-Starbloggern (LeFloid, Flying Pandas, Simon Unge, Dagi bee, Daaruum, Ape Crime. The DevilMethod) oder auch in einschlägigen Gaming-Szenen (Let’s play-Szene, Mod-Szene, Massive Multiplayer Onlinegames, E-Sports, Mobilegames). Hier – und nach wie vor auch in und mit den „alten“ Medien jenseits des omnipräsenten Internets – wird in variantenreichen Kombinationen und Konstellationen gelesen, geschrieben, gesprochen, gehört, gefilmt und gesehen. Die Vielfalt der Angebote korrespondiert mit einer großen Varianz medialer Erzähl- und Darstellungsstrukturen, die Tradiertes ebenso enthalten wie Transitorisches und sich neu Etablierendes. Sie rezipieren und produzieren zu können, sichert jene Partizipationsmöglichkeiten, die im kulturellen Wandel des digitalen Zeitalters mehr und mehr zu Partizipationsnotwendigkeiten werden.
Die Tagung fokussiert den Zusammenhang von medialen Praktiken und schulischen Handlungsmustern und –formen im Kontext der pädagogisch-didaktischen Forderung von Adaptivität. Die Forschungsfragen gelten dabei sowohl der grundsätzlichen Problematik eines aus Medienformaten und –praktiken abgeleiteten neuen Medienkanons, entsprechender deutschdidaktischer Mediencurricula wie auch der Frage nach kritischer Distanz und nach dem Verhältnis von alten und neuen Medien. Das schließt wiederum die Frage nach einem brauchbaren Medienbegriff ein, der in technischer und/oder in semiotischer Hinsicht vom Lehren und Lernen her auszuleuchten wäre. Dabei können kultur- und gesellschaftskritische Probleme der Medien und ihrer Nutzungspraktiken bzw. –möglichkeiten nicht außer Acht gelassen werden, es sei denn, man wollte Lehr- und Lernkontexte im Mediendispositiv unbesehen gelten lassen, ohne die Frage nach individueller Selbstbestimmung und Autonomie zu stellen.

Vortragsbeiträge zu folgenden – hier unsystematisch umrissenen – Themengebieten sind vorstellbar:

• Wie lässt sich der Diskurs um deutschunterrichtliche Tradition und moderne/neuere Medienhandlungen konstruktiv und praxisprägend voranbringen?
• Wie sind die Räume des Lehrens und Lernens im Mediendispositiv beschreibbar im Hin-blick auf Chancen für erweiterte sprachliche und literarisch-ästhetische Handlungsmöglichkeiten?
• Gibt es einen Bewertungsmaßstab für die Beurteilung medialer Praktiken, die schulische Berücksichtigung „verdienen“?
• Wie lassen sich die in den alltäglichen Medienpraktiken erworbenen Kompetenzen ins Verhältnis setzen zu schulischen Kompetenzen, die im Deutschunterricht erworben werden?
• Welche Potenziale können erworbene und vorhandene stimmliche, gestische, schriftli-che, bildliche Formen der Artikulation im Unterricht entfalten? Welche Formungsprozesse lassen sich in ihrem Zusammenspiel beobachten und beschreiben?
• Was sind anschlussfähige Formate zur Thematisierung von alltäglichem Medienverhalten im Unterricht?
• Wie soll Schule mit der Tatsache umgehen, dass gesellschaftlich gewollte Zugangsbe-schränkungen zu den Medien nicht mehr wirksam sind und Pornografie oder gewalthaltige Computerspiele auch von älteren Kindern und jüngeren Jugendlichen rezipiert werden?
• Wie lassen sich die kommunikativen Beziehungsmuster beschreiben, die in den Neuen Medien gelebt werden?



Beitragsangebote mit Titel und aussagekräftigem Exposé im Umfang von ca. 2500 Zeichen (ggf. zzgl. Literatur) und Angaben zur Person werden erbeten bis zum 25. Mai 2015. Die Einreichungen werden von einem Planungsausschuss aus AG-Mitgliedern peer-reviewed. Eine Mitteilung über die Annahme erfolgt bis zum 25. Juni 2015.
Bitte senden Sie Ihre Abstracts per Email an Iris.Kruse@uni-paderborn.de.




Auf eine anregungsreiche Tagung freuen sich

Prof. Dr. Iris Kruse
iris.kruse
@uni-paderborn.de

Dr. Bernd Maubach
maubach
@campus.uni-paderborn.de

Marc Kudlowski
marc.kudlowski
@uni-paderborn.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortPaderborn
Bewerbungsschluss25.05.2015
Beginn19.11.2015
Ende21.11.2015
PersonName: Prof. Dr. Iris Kruse 
Funktion: Tagungsleitung 
E-Mail: Iris.Kruse@uni-paderborn.de 
KontaktdatenName/Institution: Prof. Dr. Iris Kruse 
Strasse/Postfach: Warburger Straße 100 
Postleitzahl: 33098 
Stadt: Paderborn 
E-Mail: Iris.Kruse@uni-paderborn.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeSprachdidaktik (Schuldidaktik, Erwachsenenbildung, Konzepte sprachlicher Bildung); Sprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Literaturdidaktik; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.17.00 Deutschunterricht. Literaturdidaktik
Ediert von  H-Germanistik
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URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/46097

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