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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Robert Musil als Redakteur der Tiroler Soldatenzeitung"
RessourcentypCall for Papers
TitelRobert Musil als Redakteur der Tiroler Soldatenzeitung
BeschreibungCall for contributions (für 2 Doktoranden und Post-docs)
Robert Musil als Redakteur der Tiroler Soldatenzeitung
Tagungsort: Palai (Fersental, Italien)-Bozen
Termin: 27.-29. September 2015
Bewerbungsschluss: 31. Juli 2015

Robert Musil war während des ersten Weltkriegs als Soldat an der italienischen Front im Einsatz. In dieser Zeit war er auch als Redakteur der [Soldatenzeitung] "Tiroler Soldatenzeitung" und "Heimat" tätig. Zum hundertsten Jubiläum dieser Ereignisse haben Elmar Locher und Massimo Salgaro der Universität Verona sich entschlossen, im Fersental (Palai), wo Robert Musil als Soldat im Einsatz war und in Bozen, wo die Redaktion der Soldatenzeitung war, die Tagung „Robert Musil als Redakteur der Tiroler Soldatenzeitung“ zu organisieren. Das Forschungsdesiderat dieses Kolloquiums ist in der Klagenfurter Ausgabe der Werke Robert Musils bereits ausgedrückt: "Die Diskussion über Musils Autorschaft an den Beiträgen der ‚Soldaten-Zeitung' steht erst am Beginn. Aus diesem Grunde schien es sinnvoll, in dieser Edition erstmals alle Texte im Zusammenhang zu veröffentlichen, bei denen in den letzten Jahrzehnten eine Autorschaft Musils angenommen oder zur Diskussion gestellt wurde."
Es folgt eine Liste der möglichen Themen der Referate:
- POLITIK: In diesen Schriften kommt ein anderer Musil zum Ausdruck, weil politische und patriotische Themen im Vordergrund stehen. Wie soll diese Produktion in die Gesamtproduktion des österreichischen Autors integriert werden? Hat sich die Idee von Krieg, Vaterland und Soldatentum, die in diesen Schriften zum Ausdruck kommt, sich auf spätere Werke ausgewirkt, etwa auf den Roman Der Mann ohne Eigenschaften?
- EDITION: In der Klagenfurter Ausgabe wurden alle Musil zugeschriebenen Texte, die in der Tiroler Soldatenzeitung veröffentlicht worden sind, aufgenommen. Die Zuschreibung dieser Texte ist aber sehr problematisch und es hat bereits Vorschläge gegeben, weitere Texte in die Ausgabe aufzunehmen (von R. Schaunig). Wie soll sich die Editionsphilologie in solchen komplexen Fällen verhalten?
- AUTORSCHAFT: Die Bewertung von Musils Kriegspublizistik hat seit jeher der Forschung Schwierigkeiten bereitet, auch weil die Autonomie Musils in der Verfassung dieser Schriften nicht klar ist. Um diese Situation zu beschreiben, wurden Begriffe wie „anonyme“, „kollektive“, „multiple“ Autorschaft (s. H. Gschwandtner) eingeführt. Wie verhalten sich diese Autorschaftskonzepte zu den herkömmlichen Autorschaftsbegriffen? Es stellt sich die Frage, ob die aktuelle Literaturwissenschaft adäquate Definitionen für dieses Material bieten kann und in welcher Beziehung diese Autorschaftskonzepte zueinander stehen.
- STIL: In der Forschungsliteratur zu diesen Texten sind immer wieder stilistische Fragestellungen aufgeworfen worden, die auch für die Zuweisung der Texte eine Rolle gespielt haben. Dabei war von „Funktionstil“ und „stilistisch neutralem“ Schreiben die Rede. Wie lässt sich anhand dieser Texte der Stil Robert Musils ausmachen? Kann man von Evolution des Stils sprechen? Ist der Stilbegriff der Literaturwissenschaft zuverlässig genug um Zuschreibungen dieser Texte zu ermöglichen?
- DIGITAL HUMANITIES: In den letzten Jahren haben die Digital Humanities mehrere Programme entwickelt, um digitalisierte Texte einem Autor zuschreiben zu können. Schlagzeilen gemacht hat die Zuschreibung des unter Pseudonym erschienenen Romans „Der Ruf des Kuckucks“ von Joanne K. Rowling. Da sowohl die Texte der Soldatenzeitung als die gesamte Produktion Musils in der Klagenfurter Ausgabe als Digitalisate vorliegen, könnte man diese Tools auch auf diesen „Fall“ anwenden. Beiträge zu diesem Thema sind ebenfalls willkommen.
- GATTUNG: Die Soldatenzeitung ist eine eigene Gattung, weil Texte über Kriegsthemen und Presseberichte neben Werbungstexten, Bildern und literarischen Texten stehen. Diese Vielfalt zielt darauf ab, verschiedene Lesertypologien anzusprechen. Was kann über die Struktur, Rezeption und Stil der Soldatenzeitung gesagt werden? Wie erstellt sich das Verhältnis von Text, Bild und typographischem Aspekt?

Wichtige Musilforscher und Germanisten haben bereits ihre Teilnahme zugesagt, u.a. Christoph Hoffmann, Gerhard Lauer, Norbert Wolf, Bernhard Metz, Silvia Bonacchi, Regina Schaunig, Walter Fanta.
Mit diesem Call for proposals möchten die Organisatoren junge Forscher (Doktoranden und Post-docs) einladen, innerhalb des 31. Juli uns ein Abstract (max 160 Wörter) mit einem möglichen Thema für ein Referat vorzuschlagen. Das Abstract mit einem kurzen CV sollte an die folgende Adresse geschickt werden: massimo.salgaro@univr.it Den Autoren der zwei besten Vorschläge werden die Reise und Unterkunftskosten währende der Tagung bezahlt.
Die Organisation der Tagung ist eine Zusammenarbeit der Germanistikabteilung des Instituts für Fremdsprachen der Universität Verona, der Bücherwürmer Lana und des Bernstoler Kulturinstituts.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortPalai
Bewerbungsschluss31.07.2015
Beginn27.09.2015
Ende29.09.2015
PersonName: Massimo Salgaro 
Funktion: Forscher  
E-Mail: massimo.salgaro@univr.it 
KontaktdatenName/Institution: Dipartimento di Lingue e Letterature Straniere, Università di Verona 
Strasse/Postfach: Lungadige Porta Vittoria 41 
Postleitzahl: 37129 
Stadt: Verona 
Telefon: +390458028312 
E-Mail: massimo.salgaro@univr.it 
Internetadresse: http://www.dlls.univr.it/?ent=persona&id=900 
LandItalien
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeComputerphilologie; Literatur 1880 - 1945; Stilistik
Zusätzliches SuchwortRobert Musil
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.10.00 Stilistik. Rhetorik; 10.00.00 16. Jahrhundert > 10.11.00 Gattungen und Formen > 10.11.08 Publizistik. Flugschriften
Ediert von  H-Germanistik
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URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/46072

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