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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Sammelband "Wirtschaftskrisen in Literatur und Film""
RessourcentypCall for Papers
TitelSammelband "Wirtschaftskrisen in Literatur und Film"
BeschreibungBeiträge für einen Sammelband zum Thema "Wirtschaftskrisen in Literatur und Film"

Am 21./22.03. fand an der Universität Koblenz eine interdisziplinäre Tagung zum Thema "Wirtschaftskrisen in der Literatur" statt, deren Beiträge nun in einem Sammelband publiziert werden sollen. Aufgrund des geplanten Umfangs können weitere Beiträge zum genannten Thema veröffentlicht werden.

Das Thema:
Wirtschaftskrisen sind einerseits Untersuchungsgegenstände der Ökonomie und andererseits Themen, Motive oder Diskurse in der Literatur. Vor allem die Wirtschaftskrise der 1920er Jahre beeinflusste literarische Werke ihrer Zeit. Die Reparationsforderungen, Kriegsschulden und die außenwirtschaftliche Isolation nach dem Ersten Weltkrieg führten geradewegs in die Inflation, deren Auswirkungen eine bedeutende Rolle sowohl im politischen und gesellschaftlichen Geschehen als auch in der Literatur spielten. Während beispielsweise Hans Falladas Roman “Kleiner Mann – was nun” die Existenzsicherung einfacher Angestellter verhandelt, flüchtet in Erich Kästners “Fabian” der gleichnamige Protagonist aus dem krisenbehafteten Alltag ins Berliner Nachtleben. Vergleichbare Tendenzen lassen sich für die Literatur der Gegenwart konstatieren. Seit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 und dem Beginn der Finanzkrise 2008 werden wieder vermehrt ökonomische Sachverhalte in literarischen Texten verarbeitet, wie z.B. ein durch Bankgeschäfte verursachter Staatsbankrott Großbritanniens in Jonas Lüschers “Frühling der Barbaren” oder der mit der Wirtschaftskrise einhergehende gesellschaftliche Abstieg von Rainald Goetz´ “Johann Holtrop”.

Zwar wagt die literaturwissenschaftliche Forschung vermehrt einen Blick über die eigenen Fachgrenzen hinweg in die Ökonomie, aber diese Grenze wird von wirtschaftswissenschaftlicher Seite selten überschritten. Der angestrebte Sammelband soll interdisziplinäre Ansätze vereinigen und zu interdisziplinären Perspektiven beitragen, so dass neben der literaturwissenschaftlichen Darstellung ökonomischer Krisen auch die Perspektive der Wirtschaftswissenschaft auf die Literatur fokussiert werden soll. Auch die Perspektiven anderer Wissenschaften, wie der Soziologie oder der Kulturwissenschaft, sind uns herzlich willkommen. Interdisziplinarität kann dabei auf zwei Ebenen stattfinden, einmal auf der Ebene der Gegenstandsbestimmung und einmal auf der Ebene des methodischen Umgangs mit dem Gegenstand. Wirtschaftskrisen und die mit ihnen aufkommenden Fragen und Erklärungen bedürfen auf beiden Ebenen einer Behandlung. Die Wirtschaftswissenschaft kann alleine keine umfassende Behandlung des Phänomens Wirtschaftskrise leisten oder besser: sie würde wahrscheinlich davon profitieren, die Ansichten anderer Disziplinen anzuhören, so wie auch andere Disziplinen gut daran täten, ein tieferes Verständnis für die Ökonomie zu entwickeln. Ziel unseres Sammelbandes soll daher sein, die Grenzen zwischen Wirtschafts- und Geisteswissenschaft, allen voran der Literaturwissenschaft, zu überschreiten und die jeweiligen Perspektiven und Methoden zu bereichern.

Gesucht: Weitere Beiträge
Beabsichtigt ist die Herausgabe eines Sammelbandes in der Reihe Film – Medium – Diskurs im Verlag Königshausen & Neumann. Der Band soll Beiträge versammeln, die das Thema „Wirtschaftskrisen in Literatur und Film“ interdisziplinär und in möglichst vielen denkbaren Facetten erforschen. Zu den möglichen Aspekten gehören:
• Darstellung/Inszenierung von Krisen
• Wirtschaftskrisen und deren Auswirkungen in der Literatur oder im Film
• Wirtschaftstheoretische/-wissenschaftliche oder kulturwissenschaftliche Verstehenskonzepte und Erklärungen von Krisen mit Hilfe von literarischen Tropen
• Unterschiedliche Perspektiven der Krisendarstellung in Literatur oder Film aus wirtschafts- oder kulturwissenschaftlicher Sicht
• Behandlung einschlägiger Werke der Gegenwartsliteratur, wie z.B. „Johann Holtrop“, „Die Kontrakte des Kaufmanns“, „Rein Gold“, „Wir schlafen nicht“ usw.
• Behandlung von Werken der Neuen Sachlichkeit bzw. der Weimarer Republik und der Wirtschaftskrise der 1920er Jahre
• Behandlung filmischer Werke zur aktuellen Finanzkrise, wie z.B. „Margin Call“ oder „Inside Job“
• Wirtschafts- oder kulturwissenschaftliche Betrachtungen literarischer oder filmischer Krisendarstellungen und deren Auswirkungen in ökonomischen Diskursen
• Auswirkungen von Finanzkrisen auf den Literaturmarkt/-betrieb, die AutorInnen und seine/ihre Biographie, seine/ihre Arbeit, Verlagsstrategien, Literaturkritik

Interessierte Kolleginnen und Kollegen werden gebeten, Vorschläge für Beiträge bis zum 31.05.2015 an die Herausgeber zu senden. Die Vorschläge sollten aus einem Arbeitstitel, einem Abstract von ca. einer halben Seite und einigen biobibliographischen Angaben zur Verfasserin / zum Verfasser bestehen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir vermutlich nicht jeden Vorschlag berücksichtigen können, die Auswahl kann erst nach einer Sichtung und thematischen Gliederung der eingegangenen Abstracts geschehen.

Ihren Vorschlag schicken Sie bitte an eine der folgenden Personen:
Nicole Mattern (nicolemattern@uni-koblenz.de)
Timo Rouget (trouget@uni-koblenz.de)

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss31.05.2015
PersonName: Nicole Mattern 
E-Mail: nicolemattern@uni-koblenz.de 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Germanistik 
Strasse/Postfach: Universitätsstr. 1 
Postleitzahl: 56070 
Stadt: Koblenz 
Telefon: 0261 2872063 
E-Mail: nicolemattern@uni-koblenz.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratursoziologie; Motiv- u. Stoffgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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