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Ergebnisanzeige ""... doch nicht nur für die Zeit geschrieben". Zur Rezeption Ernst Tollers: Person und Werk im Kontext"
RessourcentypCall for Papers
Titel"... doch nicht nur für die Zeit geschrieben". Zur Rezeption Ernst Tollers: Person und Werk im Kontext
Beschreibung„… doch nicht nur für die Zeit geschrieben“
Zur Rezeption Ernst Tollers: Person und Werk im Kontext
Internationale Tagung vom 12.–13.11.2015 am Institut für Germanistik der Universität Innsbruck

Ernst Toller (1893-1939), in den 1920er Jahren einer der auch international bekanntesten deutschen Dramatiker und nach 1933 führende Stimme des deutschsprachigen Exils, hat lange auf eine kritische Gesamtausgabe seiner Werke warten müssen. Nach ersten Anläufen mit einbändigen Auswahlausgaben 1959 in der DDR beim Verlag Volk und Welt sowie 1961 in Westdeutschland bei Rowohlt gaben Wolfgang Frühwald und John M. Spalek 1978 im Hanser-Verlag eine umfangreichere Leseausgabe von Tollers Werken in fünf Taschenbuch-Bänden heraus, die lange Zeit die einzige maßgebliche Toller-Ausgabe darstellte. Nach dieser verdienstvollen Auswahl, die längst im Buchhandel vergriffen ist, konnte im Dezember 2014 erstmals das literarische und publizistische Gesamtwerk Ernst Tollers in Form einer insgesamt sechs Bände umfassenden kritischen Studienausgabe mit umfangreichen Apparaten und Kommentaren bei Wallstein vorgelegt werden. An einer gleichfalls lange Zeit ein Desiderat bildenden Ausgabe von Tollers Briefen wird derzeit von der Toller-Forschungsstelle der Universität Koblenz-Landau gearbeitet; sie wird in absehbarer Zeit erscheinen.

Die posthume Editions- und Publikationsgeschichte von Tollers Texten, die seit ihrem Beginn auch zahlreiche unrealisiert gebliebene Pläne und Projekte umfasst, ist selbst Teil der Rezeptionsgeschichte dieses Autors. In der bisherigen Toller-Forschung hat die Frage nach der Rezeption freilich oft im Schatten produktionsästhetischer, biographischer und/oder werkzentrierter Fragestellungen gestanden. Das Erscheinen der ersten umfassenden Werkausgabe und der bevorstehende Abschluss der Briefedition bieten nun Anlass, dieses Terrain näher zu sondieren:

Das Innsbrucker Zeitungsarchiv zur deutsch- und fremdsprachigen Literatur (IZA) und die Koblenzer Toller-Forschungsstelle planen gemeinsam eine interdisziplinäre Tagung am Institut für Germanistik der Universität Innsbruck, in deren Rahmen die unterschiedlichsten Aspekte der Toller-Rezeption im Zentrum stehen. Es sollen sowohl die Beschäftigung mit Tollers Person als auch mit seinen Werken durch Dritte in Literatur, Literaturkritik und -wissenschaft, aber auch in anderen Künsten und Medien vom Theater über die Musik und die bildende Kunst bis hin zum Film in den Fokus genommen werden.

Als mögliche Themen sind etwa denkbar:

- Die produktive Rezeption von Tollers Texten in der Literatur, wobei das gesamte Spektrum dessen von Interesse ist, was mit Gérard Genette unter den Oberbegriff der „Transtextualität“ als eine „Literatur auf zweiter Stufe“ zu fassen wäre: von intertextuellen Bezugnahmen bis hin zu Übersetzungen, Bearbeitungen, Parodien und Travestien oder sonstigen Produkten der transformierenden Ableitung von literarischen Texten aus Vorlagen/Hypotexten, die von Toller stammen.

- Die Literarisierung von Tollers Person in der Belletristik – auch jenseits von Tankred Dorsts bekanntem Theaterstück „Toller“ von 1968, zu dem bereits eine Fülle an Sekundärliteratur vorliegt. Auch zahlreiche andere AutorInnen haben sich in Vergangenheit und Gegenwart immer wieder mit Toller als Figur im Rahmen ihrer literarischen Texte auseinandergesetzt.

- Die theatrale und performative Rezeption von Tollers Stücken auf dem Theater; die Inszenierungs- und Aufführungsgeschichte seines Werks zu Lebzeiten wie posthum.

- Die Toller-Rezeption in der Musik: von Bühnenmusiken oder Liedvertonungen über Ballett-Bearbeitungen bis hin zum montierenden und collagierenden Aufgreifen von Toller-Texten im Musiktheater.

- Die Toller-Rezeption in den bildenden Künsten, sowohl auf seine Person wie auf sein Werk bezogen: Toller im Porträt, Illustrationen von Tollers Texten und sonstige künstlerische Auseinandersetzungen, von Bühnenbildnern und Szenographen bis hin zu Performance-KünstlerInnen.

- Die Toller-Rezeption in Rundfunk und Film, von der ersten (und bislang einzigen) Kinofilm-Adaption eines Toller-Stückes – „Pastor Hall“ von 1940 – bis hin zu fiktionalen oder dokumentarischen Auseinandersetzungen mit Tollers Agieren im Rahmen der Münchner Räterepublik durch Hörfunk und Fernsehen.

- Die Toller-Rezeption in Literaturkritik und Journalismus, zu Lebzeiten wie posthum.

- Die philologische Toller-Rezeption, von der Editionsgeschichte seiner Werke bis hin zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Leben und Werk in unterschiedlichen (ideologischen) Kontexten (Exil; DDR/BRD; Auslandsgermanistik ...).

- Kanonisierungs- und Dekanonisierungstendenzen, auch unter dem Aspekt mediengeschichtlicher und buchwissenschaftlicher Fragestellungen (Verlage und Verlagsbeziehungen; mediale Orte; Einbeziehung in bestimmte Buchreihen etc.); damit zusammenhängend auch weitere

- Aspekte der Rezeptionssteuerung wie Paratextualität, Werkpolitik oder Materialität von Tollers Werk.

Dem interdisziplinären Fokus der Tagung entsprechend sind nicht nur germanistische Beiträge, sondern auch Beteiligungen aus benachbarten Philologien und Fächern, insbesondere auch aus den Theater- und Medienwissenschaften, der Musikwissenschaft und der Kunstgeschichte sowie aus der Geschichtswissenschaft ausdrücklich willkommen.

Die Tagung findet am 12. und 13. November 2015 in Innsbruck statt. Eine Veröffentlichung der Beiträge im Rahmen der Schriften der Ernst-Toller-Gesellschaft wird angestrebt.

Vorschläge für 30-minütige Vorträge (Abstract von max. 500 Wörtern und Kurz-CV) werden bis spätestens 03. Mai 2015 per mail erbeten an:

Dr. Michael Pilz (Michael.Pilz@uibk.ac.at) oder
Mag. Irene Zanol (Zanol@uni-koblenz.de)
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortInnsbruck
Bewerbungsschluss03.05.2015
Beginn12.11.2015
Ende13.11.2015
PersonName: Dr. Michael Pilz 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: Michael.Pilz@uibk.ac.at 
Name: Mag. Irene Zanol 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: Zanol@uni-koblenz.de  
KontaktdatenName/Institution: Innsbrucker Zeitungsarchiv zur deutsch- und fremdsprachigen Literatur (IZA) / Institut für Germanistik der Universität Innsbruck 
Strasse/Postfach: Innrain 52 
Postleitzahl: A-6020 
Stadt: Innsbruck 
Telefon: +43 512-507-4130 
Fax: +43 512 507-2899 
E-Mail: Michael.Pilz@uibk.ac.at 
Internetadresse: http://www.uibk.ac.at/iza/ 
Name/Institution: Forschungsstelle Kommentierte Ausgabe der Briefe Ernst Tollers / Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz 
Strasse/Postfach: Universitätsstraße 1 
Postleitzahl: D-56070 Koblenz 
Stadt: Koblenz 
Internetadresse: http://www.uni-koblenz-landau.de/de/koblenz/fb2/inst-germanistik/pro/briefeernsttoller 
LandÖsterreich
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literarische Wertung/Literaturkritik; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatursoziologie; Motiv- u. Stoffgeschichte; Theater (Aufführungspraxis)
Zusätzliches SuchwortErnst Toller
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.13.00 Literaturkritik. Wertung; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.09.00 Literarisches Leben; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.11.00 Expressionismus; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.15.00 Exilliteratur; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.18.00 Zu einzelnen Autoren; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989)
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