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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Poetik / Poetologie. Religiöses Wissen und auktoriale Selbstlegitimation"
RessourcentypVerschiedenes (Workshops, Sommerschulen u.a.)
TitelPoetik / Poetologie. Religiöses Wissen und auktoriale Selbstlegitimation
BeschreibungWorkshop "Poetik / Poetologie. Religiöses Wissen und auktoriale Selbstlegitimation"
Tübingen, 19. – 20. März 2015
Ort: Theologicum (Liebermeisterstraße 12, 72076 Tübingen), Seminarraum S 11 (2. OG)
Veranstaltet im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs 1662 "Religiöses Wissen im vormodernen Europa" von Gudrun Bamberger, Jan Stellmann und Moritz Strohschneider

Wer ‚Poetik / Poetologie‘ sagt, handelt sich zunächst ein begriffliches Problem ein. Seit den späten 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat der Term ‚Poetologie‘ eine steile Karriere hinter sich, in deren Verlauf der altehrwürdige(re) Begriff ‚Poetik‘ zwar nicht verschwunden, aber zumindest sein Alleinstellungsmerkmal auf dem Gebiet der ‚Theorie der Dichtung und des Dichters‘ eingebüßt hat.

Vor diesem Hintergrund erscheint es vielversprechend, zum einen die begriffliche Frage mit einer historischen Perspektive zu verbinden und zum anderen die interpretatorische Arbeit um wissenshistorische Fragestellungen zu erweitern.
Im Workshop konzentrieren wir uns auf eine spezifische Wissensform: das religiöse Wissen. Dieses definiert das Tübinger Graduiertenkolleg 1662 als „zeit- und kulturspezifische Adaptationen“ des unantastbaren Offenbarungswissens (im Christentum in der Bibel manifestiert).

Welche Relevanz religiösem Wissen für poetologische Fragestellungen zukommt, verdeutlichen sowohl das ‚poetologische‘ Rollenmodell des poeta creator als auch die zum Topos verstetigte ‚Inspirationsbitte‘. Insbesondere die letztere, seit der Antike bekannte Inanspruchnahme religiösen Wissens dient in der Regel der Sprecherlegitimierung, d.h. sie erhöht Dignität und Wahrheit(sanspruch) des jeweiligen Autors. Vermutlich stellt die (behauptete) Inspiriertheit die wichtigste auktoriale Legitimationsstrategie der europäischen literarischen Tradition dar.

In systematischer und historischer Perspektive verfolgt der Workshop folgende Leitfragen exemplarisch an ausgewählten literarhistorischen Schnitten (1200 – 1500 – 1800):
1. Wann ist ein Text bzw. eine Textstelle überhaupt ‚poetologisch‘?
2. Ist die poetologische Interpretation eines Textes tatsächlich der ‚Königsweg‘ der Literaturwissenschaft?
3. Wie hängen religiöses Wissen und auktoriale Selbstlegitimation im historischen Einzelfall zusammen?
4. Welche Unterschiede und welche Gemeinsamkeiten bestimmen die Poetiken / Poetologien der drei literarhistorischen Schnitte (1200 – 1500 – 1800), die dem Workshop zugrunde liegen?

Programm

Donnerstag, 19.3.2015

Empfang
ab 9.00
Begrüßungskaffee

Kurze Begrüßung – drei Positionen mit Diskussionspotenzial
9.15–9.30
Gudrun Bamberger (Tübingen): Begrüßung und kurze Einleitung

9.30–10.15
Jan Stellmann, Gudrun Bamberger, Moritz Strohschneider (alle Tübingen): Positionsbestimmung – Poetik und Poetologie um 1200, um 1500 und um 1800

10.15–10.45
Diskussion

Kaffeepause
10.45–11.00

Teil I: Begriffsfragen
11.00–12.15
Manuel Braun (Stuttgart): „Interpretieren nach Zahlen. Quantitative Zugänge zur Prologtopik“

Mitagspause
12.15–13.30

Teil I: Begriffsfragen (Fortsetzung)
13.30–14.45
Jörg Robert (Tübingen): „‚Spirituales cantilenae‘ – Luthers Lieder als Grenzfall der Poetik“

Kurze Pause

14.55–16.10
Stefan Tomasek (Würzburg): „‚ich velschet mine chunst dar an‘ – das Autorschaftskonzept in Konrads von Fußesbrunnen ‚Kindheit Jesu‘“

Kaffeepause
16.10–16.30

Teil II: Historische Dimension – Interpretationen
16.30–17.45
Dorothea Klein (Würzburg): „‚Poeta artifex‘ und andere Formen auktorialer Selbstinszenierung bei Frauenlob“

Pause
17.45–18.00

Abendvortrag
18.00–20.00 c.t. Andreas Kablitz (Köln): Titel wird noch bekannt gegeben


Freitag, 20.3.2015

Empfang
ab 8.30
Begrüßungskaffee

Kurze Zusammenfassung des ersten Tages
8.50–9.00
Jan Stellmann

Key-note
9.00–9.30
Barbara Thums (Tübingen): „Religiöses Wissen: Romantische An- und Umbildungen“

Teil II: Historische Dimension – Interpretationen (Fortsetzung)
9.30–10.45
Susanne Knaeble (Bayreuth): „Selbstreflexive Erzählpassagen in Thürings von Ringoltingen ‚Melusine‘ und im ‚Hug Schapler‘ (1500)?“

Kaffeepause
10.45–11.00

11.00–12.15
Sebastian Wilde (Göttingen): „Religiöse Autorschaft um 1800. Die ‚Geistlichen Lieder‘ Friedrich von Hardenbergs im Kontext des ‚Musen-Almanachs für das Jahr 1802‘ und von Novalisʼ ‚Schriften‘ (1802)“

Abschlussdiskussion
12.15–13.00
Moderation: Annette Gerok-Reiter (Tübingen), Jörg Robert

Um Anmeldung bis zum 8. März wird gebeten bei Gudrun Bamberger: poetikworkshoptuebingen@gmail.com. Anschließend erhalten alle Teilnehmer die Materialien zum Workshop per E-Mail zugeschickt.

Gudrun Bamberger, M.A.
Universität Tübingen
Graduiertenkolleg 1662 „Religiöses Wissen“
Liebermeisterstr. 12
72076 Tübingen
E-mail: gi.bamberger@gmail.com
Web: http://www.religioeses-wissen.uni-tuebingen.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortTübingen
Anmeldeschluss08.03.2015
Beginn19.03.2015
Ende20.03.2015
PersonName: Bamberger, Gudrun [M.A.] 
Funktion: Organisatorin 
E-Mail: gi.bamberger@gmail.com 
Name: Stellmann, Jan [M.A.] 
Funktion: Organisator 
E-Mail: jan.stellmann@uni-tuebingen.de 
Name: Strohschneider, Moritz [M.A.] 
Funktion: Organisator 
E-Mail: moritz.strohschneider@uni-tuebingen.de 
KontaktdatenName/Institution: DFG-Graduiertenkolleg 1662 "Religiöses Wissen im vormodernen Europa", Erberhard Karls Universität Tübingen 
Strasse/Postfach: Liebermeisterstraße 12 
Postleitzahl: 72076 
Stadt: Tübingen 
Telefon: +49 (0) 7071 29-77318 
Internetadresse: http://www.religioeses-wissen.uni-tuebingen.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur 1150 - 1300; Literatur 1500 - 1580; Literatur 1770 - 1830
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
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