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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Habsburgische Neurosen. Psychologie und österreichische Moderne"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelHabsburgische Neurosen. Psychologie und österreichische Moderne
BeschreibungHabsburgische Neurosen. Psychologie und österreichische Moderne, Berlin (27.06. 2008)

4. Charlottenburger Colloquium
Technische Universität Berlin
Institut für Literaturwissenschaft

Zeit: Freitag, 27. Juni 2008, 9.30 – 16.30 Uhr

Ort: Technische Universität Berlin
Hauptgebäude, Raum H 2036
Straße des 17. Juni 135
10623 Berlin

Veranstaltet von
Prof. Dr. Stephan Braese
Dr. Roman Lach
TU Berlin, Institut für Literaturwissenschaft, Fachgebiet Neuere Deutsche Philologie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft

Kontakt

Nina Krampitz
Tel. (030) 314-23611
E-Mail nina.krampitz@tu-berlin.de
Sekretariat H 61
Straße des 17. Juni 135
10623 Berlin

www.literaturwissenschaft.tu-berlin.de


Als »Brutstätte der Neurose« bezeichnet der Wiener Psychoanalytiker Erwin Ringel 1984 Österreich und greift damit ein Stereotyp auf, das von Claudio Magris‘ »Habsburger Mythos« über Thomas Bernhard bis zu Elfriede Jelinek als Ausdruck eines spezifisch österreichischen »Unbehagens in der Kultur« begriffen wird. Nicht zufällig scheint Siegmund Freuds Übertragung der individualpsychologischen Neurosenlehre auf kulturelle und gesellschaftliche Zusammenhänge, die Problematisierung des »Schuldgefühls« als neurotische Grundlage aller Kulturentwicklung, in Österreich verfasst worden zu sein. Generiert doch hier seit dem Josephinismus das Problem der Verbindung verschiedener Völker zum Reichsgedanken zahlreiche staatlich beförderte Konzepte der »Einheit in der Vielfalt«, die allesamt die Unterordnung des Einzelnen unter das Ganze und die freiwillige individuelle Selbstbeschränkung zum Wohle des Ganzen feiern. Gerade auch die Literatur beteiligt sich mit dem Besserungsstück des Wiener Volkstheaters, Grillparzers Habsburg-Dramen oder Stifters Erzählungen aus dem Geist des »sanften Gesetzes« an dieser Harmonisierungsbestrebung, die die österreichische Kultur offenbar so entscheidend geprägt hat, dass sich noch heute Autoren wie Jelinek und Menasse an der österreichischen Beschwichtigungskultur abarbeiten. Von Schnitzler bis Hofmannsthal, von Krafft-Ebing bis Kafka sollen im Rahmen des Kolloquiums Stifter und Zerstörer, Beiträger und Gegner dieser Sublimierungsunternehmung in den Blick genommen werden. Wer dabei in welches Lager gehört, ist nicht immer auszumachen.



Programm


9.30 Uhr
Stephan Braese: Porta Orientis – Einführung

10.00 Uhr
Roman Lach: Österreichische Entsagungen: Adalbert Stifter und Leopold von Sacher-Masoch

10.45 Uhr
Kaffeepause

11.00 Uhr
Christina von Braun: Zu Arthur Schnitzlers »Fräulein Else« und Franz Schrekers »Der ferne Klang«

11.45 Uhr
Stefan Willer: Psychopathia sexualis – ein österreichisches Phänomen? Erkundigungen bei Richard von Krafft-Ebing und Karl Kraus

12.30 Uhr
Mittagspause

14.00 Uhr
Susanne Scharnowski: Symptom und Pathologie bei Hofmannsthal

14.45 Uhr
Doerte Bischoff: Dekadenz und Dinggebrauch – Zu Hugo von Hofmannsthals »Märchen der 672. Nacht«

15.30 Uhr
Kaffeepause

15.45 Uhr
Johanna Bossinade: Kafkas Stimme

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Beginn27.06.2008
Ende27.06.2008
PersonName: Krampitz, Nina 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: nina.krampitz@tu-berlin.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur 1880 - 1945
Klassifikation16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.05.00 Österreich; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.06.00 Prag
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
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