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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Fristverlängerung IVG 2015: B25: Poetik und Anthropologie des Sports"
RessourcentypCall for Papers
TitelFristverlängerung IVG 2015: B25: Poetik und Anthropologie des Sports
BeschreibungFristverlängerung IVG 2015: B25: Poetik und Anthropologie des Sports, Shanghai, China NEUER ANMELDESCHLUSS: 28.02.2015

Germanistik zwischen Tradition und Innovation

XIII. Kongress der Internationalen Vereinigung
für Germanistik (IVG)
Shanghai, 23.08.2015 - 31.08.2015
www.ivg2015-tongji.com/

Die Sektion geht Beziehungen zwischen Literatur (respektive anderen Kunstformen) und Sport, bzw. Körperkultur, auf mehreren Ebenen nach. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der Sport als Theater betrachtet und ein Sportspiel als erzählende Kunst interpretiert werden kann. Die Produktion von Nationalstereotypen, im 19. Jhdt. Kennzeichen weiter Teile deutscher Literatur, ist ins massenmediale Sprechen über Fußball, die Reportage, ausgewandert; umgekehrt bietet die Persistenz von Nationalstereotypen der aktuellen Fußballsatire reiches Material. Die Attraktion des Außenseitersports kommt im Deutschland der 1980er Jahre dem Boxen zu. Der Stigmatisierung des Faustkampfes entspricht seinerzeit die Selbststilisierung der von ihm begeisterten Autoren als Outsider der Gesellschaft (Bsp.: W. Wondratschek). In der Weimarer Republik hingegen verkörpert das Boxen nicht nur bei B. Brecht einen modernen, anti-bildungsbürgerlichen Zeitgeist; es erfährt eine beispiellose literarische und künstlerische Rezeption. Die Konstante ist der Faustkampf als Bildspender amerikanisierter Gegenkultur und Refugium von Männlichkeitsmythen. Letztere bilden eine Klammer von Sportliteratur generell. Die Vorstellung vom wirkungsmächtigen Helden, in der Hochliteratur spätestens seit dem 18. Jhdt. problematisiert, lebt in der Sportliteratur fort − was narrative Muster von Aufstieg und Fall des Helden, eine Ästhetik des Scheiterns nicht ausschließt. Last not least wäre in der Sektion an die Differenzen sozialer Systeme zu erinnern. Sport ist nicht Kunst. Wettkampfsport dient der Unterscheidung von Siegern und Verlierern, wozu er ein eindeutiges Regelwerk ausbildet. Die Kunst kennt „so etwas nicht. Weder klare Regeln, noch den Abpfiff, bei dem man die Arme hochreißt“ (Th. Brussig). In der Sektion aber sollen nicht nur Sportarten, sondern auch verschiedene kulturelle Phänomene um Menschenkörper kulturwissenschaftlich oder anthropologisch betrachtet werden. Am Ende des 19. Jhdts wurde der Menschenkörper mit der Verbreitung des modernen Sports wieder entdeckt. Die Freikörperkultur ist z.B. ein kulturelles Phänomen, mit dem man auch versuchte, den Körper des Menschen zu befreien. Die Metaphorik und die Symbolik des Körpers in der deutschen Kultur können auch ein wichtiges Thema sein. Vor dem Sport gab es noch eine andere Körperkultur in Deutschland: Turnen. Die Turnbewegung stand nicht nur für die Modernisierung des Körpers, sondern auch für die aufklärerische und politische Organisation der Nation, die Demokratisierung. Deutsches Turnen wurde in den 1850er Jahren vermutlich über die Niederlande in Japan eingeführt, was zur raschen Modernisierung der japanischen Gesellschaft wesentlich beitrug. In der Sektion soll auch über die Problematik des modernen Menschenkörpers diskutiert werden, etwa über Phantasien der Selbstoptimierung (vom Fitness-Kult bis zum Eigenblut-Doping) und ihre kulturwissenschaftlichen bzw. narrativen Verarbeitungen.


In den Vorträgen können u.a. folgende Fragen angesprochen werden:
1. Ist die Funktion nationaler oder Gruppenrepräsentanz von Literatur und Theater auf den Fußball übergegangen?
2. Welche Bedeutungen soll Fußball als „globaler Sport“ in den ostasiatischen Ländern tragen, wo Fußball keineswegs als Nationalsport gilt, etwa in Japan oder China?
3. Was ist der Unterschied zwischen europäischer Kampfkunst wie Boxen oder Ringen und der asiatischen wie Kung-fu oder Sumo?
4. Symbolisiert die Freikörperkultur die Anschauung der Nacktheit, die der deutschen Kultur eigen ist? Wie kann man die europäische Sportkultur und die asiatische Körperanschauungen vergleichen?


Bitte reichen Sie ein Abstract (maximal 300 Wörtern) mit Ihrer Kurzbiographie bis Ende Februar 2015 ein bei:

Prof. Mario Kumekawa
E-Mail: mario@myad.jp Keio Universiät Tokyo
Literarische Fakultät, Institut für Germanistik
Minatoku Mita 2-15-45, Tokyo 108-8345
Japan
Telefon: +81 3 3453 4511
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehtpp://www.ivg2015-tongji.com/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortShanghai
Bewerbungsschluss28.02.2015
Anmeldeschluss28.02.2015
Beginn23.08.2015
Ende31.08.2015
PersonName: Thomas Schwarz 
Funktion: Koleiter von Sektion B25 
E-Mail: thomschwarz@yahoo.de 
KontaktdatenName/Institution: Rikkyo University 
Strasse/Postfach: Department of German Literature 
Postleitzahl: 171-8501 
Stadt: Tokyo 
Telefon: +81 3 3985 2502 
E-Mail: thomschwarz@yahoo.de 
Internetadresse: https://thomschwarz.wordpress.com/ 
LandJapan
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Motiv- u. Stoffgeschichte
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.05.00 Germanistenverbände und –tagungen; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.07.00 Germanistik im Ausland; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.09.00 Stoffe. Motive. Themen
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