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Ergebnisanzeige "Estnisch – Deutsch – Russisch. Literarische und mediale Repräsentationen eines kulturellen Spannungsverhältnisses"
RessourcentypCall for Papers
TitelEstnisch – Deutsch – Russisch. Literarische und mediale Repräsentationen eines kulturellen Spannungsverhältnisses
BeschreibungEstnisch – Deutsch – Russisch. Literarische und mediale Repräsentationen eines kulturellen Spannungsverhältnisses. Abschlusstagung der Germanistischen Institutspartnerschaft Göttingen-Tartu

Tagungsort: Universität Tartu, Abteilung für deutsche Philologie
Datum: 7.-9. Oktober 2015
Organisation: Silke Pasewalck, Anna Bers

Estnisch, Deutsch und Russisch – diese drei Sprachen galten in Estland bis zur Ersten Estnischen Republik als „kolm kohalikku keelt“, als drei lokale Sprachen, und bis heute hat die Sprachentrias ihre Spuren auf der linguistischen und kulturellen Landkarte der Region hinterlassen. Denn den wechselnden kolonialen Herrschaftsverhältnissen von der Ostkolonisation über die Zugehörigkeit zum russischen Reich bis zur deutschen Okkupation und zur sowjetischen Herrschaft sind Asymmetrien im Verhältnis der Kulturen und Sprachen geschuldet, die bis in die Gegenwart nicht wertfrei verstanden, sondern mit evaluativen Konnotationen belegt werden.
Wie wurde und wird das spannungsvolle Verhältnis zwischen der estnischen, deutsch-(baltisch)en und russischen Kultur im historis¬chen Estland und Livland sowie im Estland des 20. und 21. Jahrhunderts, unter Einbezug von Sowjetestland, literarisch und medial repräsentiert und reflektiert? Welche Eigen- und Fremdzuschreibungen finden sich in der deutschbaltischen, estnischen und russischen Literatur in Vergangenheit und Gegenwart, und wie werden interkulturelle Beziehungen zwischen den Kulturen darin inszeniert, etwa bei Siegfried von Vegesack (z.B. in der Baltischen Tragödie, 1935), bei Edzard Schaper (z.B. in dem Roman Der Henker, 1940), Anton Hansen Tammsaare (z.B. Ma armastasin sakslast; dt. Ich liebte eine Deutsche, 1935) Jaan Kross (z.B. in dem Roman Keisri hull; dt. Der Verrückte des Zaren, 1978), Viivi Luik (z.B. Seitsmes rahukevad; dt. Der siebte Friedensfrühling, 1991), Ene Mihkelson (Katkuhaud, 2007), Andrei Hvostov (z.B. Sillamäe passioon, 2011) und Meelis Friedenthal (Mesilased; eng. Bees, 2012)?
Wie spiegelt sich das Verhältnis der drei Sprachen und/oder Kulturen in der Populärkultur, im Film (etwa Ristituules/In the crosswind, 2014; Poll, 2010 etc.) sowie in der historischen und aktuellen Medienberichterstattung? Und wie gestaltet es sich darüber hinaus in einem erweiterten, raumsemiotischen Sinne – etwa in Inschriften auf Denkmälern, Gebäuden, Gedenktafeln, in der Friedhofskultur, der Sprachenpolitik der Tartuer Universität als wichtigsten Bildungseinrichtung des Landes etc.? Wie stehen schließlich die den drei Sprachen und Kulturen zugeordneten historischen Erzählungen, Gründungsmythen und narrativen Legitimationsstrategien zueinander?
Wie bei den vorangegangenen GIP-Tagungen der Kooperation Göttingen-Tartu ist eine Begegnung von Philologinnen und Philologen unterschiedlicher Fächer, insbesondere der Germanistik, Es¬tonistik, Komparatistik und (expliziter als zuvor) der Slavistik geplant. Darüber hinaus soll der Blickwinkel auf die trilateralen Wechselwirkungen durch Beiräge aus der Geschichtswissenschaft, der Politikwissenschaft und verwandten Nachbardisziplinen ergänzt werden. Zudem sind Philologen und Philologinnen aus Riga eingeladen, die Tagung durch Beiträge aus lettischer Sicht zu ergänzen.

Anmeldungen zur Tagung mit Titelvorschlag und einem kurzen Abstract werden bis zum 30. April 2015 erbeten an: Silke Pasewalck (silkep@ut.ee) und Anna Bers (anna.bers@phil.uni-goettingen.de). Geplant sind Vorträge à 30 min, die gezielt Diskussionsmöglichkeiten in einem interdisziplinären Gespräch eröffnen.
Die Institutspartnerschaft bemüht sich im Rahmen ihrer Förderung durch den DAAD um eine Erstattung der Reisekosten für angenommene Beiträgerinnen und Beiträger.
Eine Publikation wird angestrebt.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.flgr.ut.ee/en/department-german-philology
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortTartu
Bewerbungsschluss30.04.2015
Beginn07.10.2015
Ende09.10.2015
PersonName: Dr. Silke Pasewalck 
Funktion: DAAD-Langzeitdozentin 
E-Mail: silkep@ut.ee 
KontaktdatenName/Institution: Universität Tartu 
Strasse/Postfach: Ülikooli 17 
Postleitzahl: 50705 
Stadt: Tartu 
Telefon: 00372 7375228 
Fax: 00372 7375228 
E-Mail: milvi.kaber@ut.ee 
Internetadresse: http://www.flgr.ut.ee/en/department-german-philology 
LandEstland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeKontaktlinguistik (Sprachkontakt, Interferenzforschung, Interkulturelle Kommunikation, Mehrsprachigkeit); Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft)
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.07.00 Germanistik im Ausland; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.04.00 Weltliteratur; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.07.00 Deutschsprachige Literatur des Auslandes; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989); 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte
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