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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Kulturelle Praktiken im digitalen Zeitalter"
RessourcentypCall for Papers
TitelKulturelle Praktiken im digitalen Zeitalter
BeschreibungInterdisziplinäre Tagung
Identität und kulturelle Praktiken im digitalen Zeitalter
Chemnitz, 27. Juni 2015

Die Entwicklung und die globale Ausbreitung der neuen Kommunikationstechnologien haben viele neuartige Prozesse in Gang gesetzt. Dieser Wandel betrifft Individuen wie ganze Gesellschaften und greift in beinah alle Sphären des heutigen menschlichen Lebens und Handelns ein. Nicht nur erleichtern und beschleunigen die digitalen Kommunikationsmedien u.a. einen weltweiten Informations- und Kulturtransfer; durch Mobilitätssteigerung erweitern sie auch enorm das personale und kollektive Handlungspotential und ermöglichen des Weiteren eine idiosynkratische Lebensführung und Selbstpräsentation, die nicht nur die alltäglichen Lebensstile und privaten Kommunikationspraktiken betreffen, sondern zunehmend auch die Bereiche der kollektiven sozialen, politischen und religiösen Identifikation und Partizipation.
Dabei entsteht der Eindruck, dass die neuen digitalen Identitäten kaum materieller Basis bedürfen und darüber hinaus auch keine materiell-analogen Anker haben. War die Identität eines Menschen früher stark lokal bestimmt, u.a. in symbolisch besetzten, kollektiv bedeutsamen Orten, Objekten und jeweiligen materiellen Praktiken einer Gesellschaft eingebettet, mithilfe von diesen strukturiert, aufrechterhalten, tradiert und nach außen vertreten, scheint sich nun eine neuartige Möglichkeit aufgetan zu haben, sich digital zu identifizieren und virtuell zu inszenieren, die von den konkreten materiellen Trägern und dem jeweiligen physikalischen Umfeld allmählich losgelöst wird.
Diese Tendenzen werfen zahlreiche grundlegende Fragen auf, die bis hin zur Notwendigkeit einer umfassenden Neudeutung des Humanen reichen. Wird im Zuge der digitalen Wende die umstrittene kartesische Trennung zwischen res cogitans und res extensa zur fundamentalen Ontologie des menschlichen Dasein, in der die physikalisch-materiellen und geographisch-lokalen Gegebenheiten nur einen minimalen Einfluss auf unsere Identitätsbildung und Lebensführung haben? Inwiefern sind Identität, Kultur und zwischenmenschliche Kommunikation ohne einen vielseitigen und –schichtigen materiellen Substrat denkbar? Verspricht diese Entwicklung eine gesteigerte personale Freiheit, soziokulturelle Selbstbestimmung sowie Etablierung einer integren und stabilen Identität oder leitet sie das Individuum vielmehr zu existentieller Verunsicherung und prekärer Fragmentierung des eigenen Selbst? Bedeutet die digitale Wende einen Quantensprung in der menschlichen Kulturevolution oder lässt sich diese Entwicklung im Rahmen der analog-materiellen Kultur situieren und erfassen? Entsteht nun ein buchstäblich utopisches Thirdspace, ein dynamischer transkultureller Raum, in dem sich das individuelle Kreativitätspotenzial uneingeschränkt entfalten kann und viele Probleme der klassisch aufgefassten Alltags- und interkulturellen Kommunikation obsolet werden, oder führt die wachsende Digitalisierung hingegen zur kulturellen Armut, neuen Formen der Ungleichheit und Exklusion, Welt- und Selbstverfremdung und gar pathologischen Realitätsverlust?
Ziel dieser Tagung ist es, in einem interdisziplinären Gespräch die unterschiedlichen Facetten der identitätsstiftenden Alltagspraktiken im Hinblick auf die aktuellen Trends und Herausforderungen der digitalen Wende zeitdiagnostisch zu diskutieren und den Cyberspace als einen neuartigen Raum der individuellen sowie kollektiven Identitätsbildung auf sein soziales, psychologisches und kulturelles Potenzial hin kritisch zu reflektieren.

Die Tagung wird in Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) mit Unterstützung der Stiftung für Kulturwissenschaften organisiert. Willkommen sind Beträge aus allen Disziplinen der Kultur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Bitte senden Sie Ihre Vorschläge für ca. 20-minütige Vorträge in Form eines Abstracts (500 Wörter) und eine kurze biographische Angabe bis zum 01.03.2015 per E-Mail an Gala Rebane (galina.rebane@phil.tu-chemnitz.de).
Übernachtungs- und Verpflegungskosten werden übernommen, ein Reisekostenzuschuss wird voraussichtlich gewährt. Veröffentlichung der Beiträge ist geplant.

Kontakt:
Dr. Gala Rebane
E-mail: galina.rebane@phil.tu-chemnitz.de
Website: https://www.tu-chemnitz.de/phil/ifgk/ikt/professur/professur.html
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortTechnische Universität Chemnitz
Bewerbungsschluss01.03.2015
Beginn27.06.2015
Ende27.06.2015
PersonName: Rebane, Gala [Dr.] 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: galina.rebane@phil.tu-chemnitz.de 
KontaktdatenName/Institution: Lehrstuhl für interkulturelle Kommunikation und Kompetenz der Technischen Universität Chemnitz 
Postleitzahl: 09107 
Stadt: Chemnitz 
E-Mail: galina.rebane@phil.tu-chemnitz.de 
Internetadresse: https://www.tu-chemnitz.de/phil/ifgk/ikt/professur/professur.html 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeMedien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
Ediert von  H-Germanistik
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