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Ergebnisanzeige "„Experimentierfeld Dorf“ – 4 wiss. Mitarbeiter zur Promotion (Komparatistik, Germanistik, Slawistik, Landschaftsarchitektur)"
RessourcentypStellenangebote
Titel„Experimentierfeld Dorf“ – 4 wiss. Mitarbeiter zur Promotion (Komparatistik, Germanistik, Slawistik, Landschaftsarchitektur)
BeschreibungIm Rahmen des von der Volkswagenstiftung geförderten Forschungsprojekts „Experimentierfeld Dorf. Die Wiederkehr des Dörflichen als Imaginations-, Projektions- und Handlungsraum“ widmet sich eine interdisziplinäre Forschergruppe an den Universitäten Halle-Wittenberg, Konstanz, Potsdam und Weimar vom 01.04.2015 bis zum 31.03.2018 der Erforschung verschiedener Formen und Funktionen gegenwärtiger Imaginationen des Dörflichen in seinen spezifischen kulturellen Kontexten und historischen Rückbezügen. Dafür sind innerhalb der nächsten drei Jahre auch öffentliche Veranstaltungen (Workshops, Tagungen, Vortragsreihen) an allen vier Standorten sowie mehrere Publikationen geplant.

Das Forschungsprojekt zielt insbesondere darauf ab, die sozialen Funktionen literarischer, medialer und künstlerischer Gestaltungen an einem gesellschaftlich markanten Diskursfeld unter Gegenwartsbedingungen zu erkunden und die Verflechtungen kultureller Imaginations- und Sozialräume aufzuzeigen. Dafür sollen in einem ersten Schritt zeitgenössische und historische Dorfbilder insbesondere der Literatur aufgenommen und die in diesen Bildern fassbaren sozialen, kulturellen und literarisch-gattungsgeschichtlichen Muster und Entwicklungen herausgearbeitet werden. In einem zweiten Schritt werden die imaginierten bzw. fiktionalisierten dörflichen Lebensverhältnisse als Modelle verstanden, mit denen sich zentrale Fragestellungen des gesellschaftlichen Lebens aushandeln und in Beziehung zu Vorstellungen sozialräumlicher Gestaltung von individuellen und kollektiven Lebenswelten und Vergesellschaftungsformen unter den Bedingungen einer fortgeschrittenen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft setzen lassen. In einem dritten Schritt sollen hieraus Parameter, Impulse und Ansatzpunkte für die Gestaltung sozialer Nahräume gewonnen werden, die sich in ihrer Breite sowohl auf konkrete Stadt-, Siedlungs- und Landschaftsplanung als auch auf regionale und kommunale Strukturentwicklungen beziehen lassen. Verbunden damit ist auch die grundlegende Frage nach dem Ineinandergreifen von künstlerischer Imagination bzw. Sinnorientierung und konkreter regionaler und überregionaler Raumordnung, -planung und -gestaltung.

Für die Teilprojekte

1.) Ästhetische und gesellschaftliche Figurationen neuer Dörflichkeit (Halle, Komparatistik, Prof. Dr. Werner Nell)

2.) Dorfgeschichten der sozialistischen Moderne (Konstanz, Germanistik, PD Dr. Marcus Twellmann)

3.) Das Dorf als Imaginationsraum und Experimentierfeld im östlichen Europa
(Potsdam, Slawistik, Prof. Dr. Magdalena Marszałek)

4.) Rurbane Landschaften als Projektions- und Handlungsraum einer nachhaltigen Raumentwicklung (Weimar, Landschaftsarchitektur und -planung, Jun.-Prof. Dr. Sigrun Langner)

suchen wir zum 1. April 2015

jeweils 1 wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (Promotionsstelle, 50%), befristet bis zum 31.03.2018.

Ihre Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte bis zum 16.02.2015 sowohl in elektronischer Form (pdf) als auch in Papierform an die jeweiligen Teilprojektleiter/innen.

Zu den Teilprojekten:

1.) Ästhetische und gesellschaftliche Figurationen neuer Dörflichkeit (Halle, Komparatistik, Prof. Werner Nell)

Das Teilprojekt fragt aus ästhetischen und gesellschaftstheoretischen Perspektiven nach den Gestaltungsweisen und Kontexten zeitgenössischen Dorfgeschichten, die den spezifischen Bedingungen des (post-)modernen und interkulturellen Erzählens ebenso Rechnung tragen wie den aktuellen demografischen Entwicklungen und sozialen Problemstellungen. Dies bewegt sich in einem Themenspektrum, das das derzeitige „Sterben“ der Dörfer und die damit verbundene ländliche Armut, die individuelle und gruppenspezifische Aufarbeitung historischer Gewalterfahrungen, Traumata und Ausschließungsprozesse als auch die imaginative „Wiederkehr“ durch verschiedene Strategien der semantischen Neubestimmung des Ländlichen umfasst. Finden sich im populärkulturellen Bereich zumeist affirmative Zeichnungen und komödiantische Inszenierungen „des“ Dorfes, so stehen diesen auf literarisch-künstlerischer Seite experimentelle, kritische und historisch explikative Gestaltungen und phantasmagorische Überbietungen dörflicher Lebenswelten gegenüber, in denen neben philosophisch-anthropologischen Fragen auch solche der Erinnerungskultur, der Sozialgeschichte und der Kulturkritik verhandelt werden.

Das Dissertationsprojekt kann sich unter anderem aus einer international und medienübergreifend vergleichenden sozial-, literatur- und/oder filmanalytischen Perspektive verschiedenen Imaginationsformen dörflicher „Gemeinschaftlichkeit“ widmen – insbesondere dann, wenn diese Formen mit Prozessen der Ver- und Entgesellschaftung verbunden sind. Zu analysieren wäre dabei einerseits die Darstellung des situativen und langfristigen Aufbrechens abgeschlossener Mikrostrukturen, wie es bspw. durch das Auftauchen der/des Fremden in sozialen Nahbereichen initiiert wird. Hieran lassen sich sowohl personale Grenz¬erfahrungen – die mitunter in Gewalt, Verelendung und Vertreibung münden und nach der (Un-)Verfügbarkeit des eigenen Lebens fragen – als auch historische und gesellschaftliche Umbruchs- und Schwellensituationen in ihren lokalen Auswirkungen reflektieren. In diesem Kontext stellt das Dorf, andererseits, selbst nicht nur einen Ort der Verlassenheit und des Nichtfunktionalen dar, sondern zeigt auch die Lebensverhältnisse vermeintlich „Überflüssiger“. Zu kontrastieren ist dies mit der wiederkehrenden Sehnsucht nach gemeinschaftlichen Strukturen bzw. Ansätzen einer „Modernität der Gemeinschaft“, die sich gerade auch vor dem Hintergrund der Erfahrung bzw. Wahrnehmung von gesellschaftlichen und individuellen Krisensituationen zeigt.

Erwünscht sind in diesem Kontext Projekte, die sich der beispielhaften Einzeluntersuchung von einschlägigen Werken innerhalb der Weltliteratur und/oder des Films widmen. Auch die Fokussierung aktueller populärkultureller und/oder kunstgeschichtlicher Entwicklungen ist denkbar.

Voraussetzungen:
• mindestens gut abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium in den Fächern Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik, Romanistik, Anglistik, Soziologie, Kunstgeschichte, Kultur- und/oder Filmwissenschaft
• ein aussagekräftiges Empfehlungsschreiben
• Sehr gute Kommunikations- und Strukturierungsfähigkeit sowie ausgeprägte Eigeninitiative und Organisationstalent, Fähigkeit zum interdisziplinären Arbeiten, Teamarbeit

Arbeitsaufgaben:
• Forschungstätigkeit im o. g. DM-Projekt
• Mitorganisation und Mitarbeit an den wissenschaftlichen und öffentlichen Veranstaltungen im Rahmen des Teilprojekts
• Vortrags- und Publikationstätigkeit

Die Möglichkeit zur wissenschaftlichen Qualifikation wird gegeben.

Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt berücksichtigt. Frauen werden nachdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Herrn Prof. Dr. Werner Nell,
E-Mail: werner.nell@germanistik.uni-halle.de

Ihre Bewerbung richten Sie bitte bis zum 16.02. mit den üblichen Unterlagen (CV, Kopie des Abschlusszeugnisses) sowie einer maximal 3-seitigen Projektskizze unter Angabe der Reg.-Nr.: 4-378/15-D an Herrn Prof. Werner Nell, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Germanistik, Herweghstraße 96, 06114 Halle (Saale) und in elektronischer Form an folgende Adresse: werner.nell@germanistik.uni-halle.de.

Die Ausschreibung erfolgt unter Vorbehalt eventueller haushaltsrechtlicher Restriktionen.
Bewerbungskosten werden von der Martin-Luther-Universität nicht erstattet. Bewerbungsunterlagen werden nur zurückgesandt, wenn ein ausreichend frankierter Rückumschlag beigefügt wurde.

2.) Dorfgeschichten der sozialistischen Moderne (Konstanz, Germanistik, PD Marcus Twellmann)

Das in der Literaturwissenschaft angesiedelte Teilprojekt soll einen Beitrag leisten zu deren Öffnung für globalgeschichtliche Fragestellungen. Die bislang vornehmlich als ein Phänomen der deutschsprachigen Literatur wahrgenommene Dorfgeschichte lässt sich heuristisch gewinnbringend als eine Gattung der Weltliteratur in den Blick nehmen. Weltweit artikulieren sich in dieser realistischen Erzählform, so die zu erprobende These, Erfahrungen mit tiefgreifenden Modernisierungsschüben. Dabei sind wissensgeschichtliche Kontexte zu berücksichtigen: Die literarische Erzählform ist mit politisch imprägnierten Konzeptionen des Dorfes verknüpft, wie sie im 19. Jahrhundert zunächst von Rechtshistorikern und Anthropologen entwickelt werden, um dann in die sich formierende Soziologie einzugehen. Dieses Wissen vom Dorf ist in hohem Maße imaginär überformt und kann gerade deshalb gesellschaftlich wirksam werden. Mitunter erweist sich in diesem Zusammenhang auch die Literatur als ein Motor der Modernisierung.

Der Fokus des Dissertationsprojekts soll auf der sozialistischen Moderne liegen. Für eine historische Betrachtung der ostdeutschen Literatur eröffnen sich hier neue Wege: In der Deutschen Demokratischen Republik wird die radikale Umwandlung der Gesellschaft durch Bodenreform und landwirtschaftliche Kollektivierung von einem dorfgeschichtlichen Erzählen begleitet, das diese teils propagiert. Teils behandelt es hingegen soziale Verwerfungen im ländlichen Raum und bringt auch schmerzhafte Transformationserfahrungen zur Sprache. Anhand von Dorfgeschichten lässt sich deshalb eine aufschlussreiche Perspektive auf das sozialistische Projekt der Modernisierung gewinnen. Ähnliche Konstellationen sind in der Sowjetunion zu beobachten wie auch in China oder Tansania. Über eine vergleichende Untersuchung hinausgehend ließe sich nach Transferprozessen fragen, so etwa nach der Verbreitung und Aneignung des Sozialistischen Realismus. Erwünscht sind Projekte, die ausgehend von einzelnen Dorfgeschichten des 20. Jahrhunderts diesen weiten Zusammenhang exemplarisch zu erhellen suchen. Möglich wäre auch eine vergleichende Untersuchung der Gattung im geteilten Deutschland unter Berücksichtigung ihrer Entwicklung in der Zeit des Nationalsozialismus. Ebenso erwünscht sind Projekte, die sich dem 19. Jahrhundert zuwenden, um die Herkunft einer sozialistischen Imagination des Dorfs zu erhellen oder die frühe Dorfgeschichte auf die Transformationsprozesse jener Zeit zu beziehen.

Voraussetzungen:
• mindestens gut abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium in den Fächern Germanistik, Vergleichende Literaturwissenschaft, Kultur- und/oder Geschichtswissenschaft
• ein aussagekräftiges Empfehlungsschreiben
• Sehr gute Kommunikations- und Strukturierungsfähigkeit sowie ausgeprägte Eigeninitiative und Organisationstalent, Fähigkeit zum interdisziplinären Arbeiten, Teamarbeit

Arbeitsaufgaben:
• Forschungstätigkeit im o. g. DM-Projekt
• Mitorganisation und Mitarbeit an den wissenschaftlichen und öffentlichen Veranstaltungen im Rahmen des Teilprojekts
• Vortrags- und Publikationstätigkeit

Die Möglichkeit zur wissenschaftlichen Qualifikation wird gegeben.

Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt berücksichtigt. Frauen werden nachdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Herrn PD Dr. Marcus Twellmann,
E-Mail: marcus.twellmann@uni-konstanz.de

Ihre Bewerbung richten Sie bitte bis zum 16.02. mit den üblichen Unterlagen (CV, Kopie des Abschlusszeugnisses) sowie einer maximal 3-seitigen Projektskizze an PD Dr. Marcus Twellmann, Universität Konstanz, Forschungsstelle Kulturtheorie, Fach 213,
78464 Konstanz und in elektronischer Form an folgende Adresse: marcus.twellmann@uni-konstanz.de

Die Ausschreibung erfolgt unter Vorbehalt eventueller haushaltsrechtlicher Restriktionen.
Bewerbungskosten werden nicht erstattet. Bewerbungsunterlagen werden nur zurückgesandt, wenn ein ausreichend frankierter Rückumschlag beigefügt wurde.


3.) Das Dorf als Imaginationsraum und Experimentierfeld im östlichen Europa
(Potsdam, Slawistik, Prof. Dr. Magdalena Marszałek)

Das Teilprojekt untersucht die gegenwärtigen Dorf-Narrative und -Bilder in Literatur und anderen Medien (Film, Theater, Kunst) vor dem Hintergrund sozialer, ökonomischer und kultureller Veränderungen des ruralen Raums im östlichen Europa nach 1990. Die prekäre Dynamik des beschleunigten sozioökonomischen sowie -kulturellen Wandels bringt nicht nur eine Heterogenität (samt sozialer Ungleichheit) der Existenzformen auf dem Lande, sondern auch eine Vielfalt von ambivalenten dystopischen, heterotopischen und utopischen Dorf-Entwürfen hervor. Die leitende Fragestellung gilt den gesellschaftlichen Selbstbildern sowie Deutungsmustern von Geschichte und Gegenwart, die in den Dorf-Narrativen und -Bildern verhandelt werden. Dabei wird von der Beobachtung ausgegangen, dass es zwischen dem sozioökonomischen Experimentierfeld Dorf und dem Dorf als Imaginationsraum im östlichen Europa eine Kluft gibt, die mit der Diskrepanz zwischen dem geringen kulturellen Kapital des Dorfes einerseits und seiner symbolischen (literarischen, künstlerischen, medialen) Überdeterminierung – als Projektionsfläche kultureller Zuschreibungen, als Allegorie des gesellschaftlichen Zustands, Idylle bzw. Anti-Idylle, Utopie bzw. Dystopie etc. – andererseits korrespondiert.

Das Dissertationsprojekt sollte auf dem Gebiet der literatur- bzw. kulturwissenschaftlichen Slawistik angesiedelt sein – mit Schwerpunktsetzung auf polnische und/oder russische und/oder ukrainische Literatur. Eine komparatistische bzw. medienübergreifende Ausrichtung ist willkommen, aber nicht notwendig. Entscheidend ist die Einschlägigkeit der Fragestellung(en).

Voraussetzungen:
• mindestens gut abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (MA) im Fach Slawistik bzw. kulturwissenschaftlicher Osteuropa-Forschung
• ein aussagekräftiges Empfehlungsschreiben
• Sehr gute Kommunikations- und Strukturierungsfähigkeit sowie ausgeprägte Eigeninitiative und Organisationstalent, Fähigkeit zum interdisziplinären Arbeiten, Teamarbeit

Arbeitsaufgaben:
• Forschungstätigkeit im o. g. DM-Projekt
• Mitorganisation und Mitarbeit an den wissenschaftlichen und öffentlichen Veranstaltungen im Rahmen des Teilprojekts
• Vortrags- und Publikationstätigkeit

Die Möglichkeit zur wissenschaftlichen Qualifikation wird gegeben.

Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt berücksichtigt. Frauen werden nachdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Prof. Dr. Magdalena Marszałek,
E-Mail: magdalena.marszalek@uni-potsdam.de

Ihre Bewerbung richten Sie bitte bis zum 16.02. mit den üblichen Unterlagen (CV, Kopie des Abschlusszeugnisses) sowie einer maximal 3-seitigen Projektskizze an Prof. Dr. Magdalena Marszałek, Universität Potsdam, Institut für Slavistik, Am Neuen Palais 10, Haus 01, 14469 Potsdam, und in elektronischer Form an folgende Adresse: magdalena.marszalek@uni-potsdam.de

Die Ausschreibung erfolgt unter Vorbehalt eventueller haushaltsrechtlicher Restriktionen.
Bewerbungskosten werden nicht erstattet. Bewerbungsunterlagen werden nur zurückgesandt, wenn ein ausreichend frankierter Rückumschlag beigefügt wurde.


4.) Rurbane Landschaften als Projektions- und Handlungsraum einer nachhaltigen Raumentwicklung (Weimar, Landschaftsarchitektur und -planung, Jun.-Prof. Sigrun Langner)

Das in den Raum- und Planungswissenschaften angesiedelte Teilprojekt untersucht „rurbane Landschaften“ als das räumliche Ergebnis alltäglicher Praktiken, bei denen sich urbane und rurale Lebenswelten und Raumstrukturen verschränken. Wie urban ist das Land? Wie ländlich die Stadt? Wo gehen Stadt und Land neuartige und produktive Verbindungen ein? Einerseits ist der urbane Raum grenzenlos geworden und urbane Lebensweisen sind überall vertreten, andererseits lassen sich rurale Praktiken innerhalb urbaner Kontexte finden, bspw. Phänomene der urbanen Landwirtschaft, urbane Gemeinschaftsgärten, Aufwertung von Nahbeziehungen und Nachbarschaften, urbane Räume des Selbermachens und der Selbstversorgung. Dabei wird die Gleichzeitigkeit von Aspekten des Ländlichen und des Städtischen v.a. durch alltägliche Lebenspraktiken und Raumgestaltungen hervorgebracht, welche ihre spezifischen Sinnorientierungen selbst wiederum aus sozialen und kulturellen Imaginationen und Repräsentationen des Ländlichen ziehen. Projektübergreifend stellt sich dabei die grundlegende Frage, welchen Anteil soziale und kulturelle Imaginationen des Dörflichen an Prozessen des Wandels und der Gestaltung von Raum haben.
Das Dissertationsprojekt sollte sich vor dem Hintergrund des konkreten Referenzraumes Thüringen der Beschreibung und Interpretation prototypischer rurbaner Lebenswelten und Raumstrukturen widmen. Dabei wäre zu fragen, wie rurbane Landschaften als kulturelle und räumliche Ausdrucksform alltäglicher Lebenspraktiken entstehen, welche Raumbilder damit verbunden sind und welche Potenziale und Ressourcen einer nachhaltigen Raumentwicklung darin verborgen liegen. Ziel ist es, über Raumnutzungszusammenhänge den Wandel in ländlichen Räumen und die Herausbildung rurbanen Raumstrukturen aufzudecken, sowie Strategien einer nachhaltigen Gestaltung rurbaner Landschaften zu erarbeiten.

Voraussetzungen:
• mindestens gut abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium im Bereich Landschaftsarchitektur/Städtebau/Architektur oder einer benachbarten raumbezogenen Disziplin (Diplom oder Master)
• ausgewiesene Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten
• ausgewiesene Kenntnisse hinsichtlich aktueller Entwurfs-, Layout- und Darstellungsmethoden
• Einschlägige Erfahrungen in Studium, Praxis und/oder Forschung in Bezug auf die nachhaltige Gestaltung urbaner Landschaften
• Sehr gute Kommunikations- und Strukturierungsfähigkeit sowie ausgeprägte Eigeninitiative und Organisationstalent, Fähigkeit zum interdisziplinären Arbeiten, Teamarbeit

Arbeitsaufgaben:
• Forschungstätigkeit im o. g. DM-Projekt
• Mitorganisation und Mitarbeit an den wissenschaftlichen und öffentlichen Veranstaltungen im Rahmen des Teilprojekts
• Vortrags- und Publikationstätigkeit

Die Möglichkeit zur wissenschaftlichen Qualifikation wird gegeben.

Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt berücksichtigt. Frauen werden nachdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Jun.-Prof. Dr.-Ing. Sigrun Langner,
E-Mail: sigrun.langner@uni-weimar.de

Ihre Bewerbung richten Sie bitte bis zum 16.02. mit den üblichen Unterlagen (CV, Kopie des Abschlusszeugnisses) inklusive einer 1-seitigen Zusammenfassung Ihrer Master-/Diplomarbeit sowie weiteren Arbeitsproben Jun.-Prof. Dr.-Ing. Sigrun Langner, Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur und Urbanistik, Belvederer Allee 4, 99423 Weimar.

Die Ausschreibung erfolgt unter Vorbehalt eventueller haushaltsrechtlicher Restriktionen.
Bewerbungskosten werden nicht erstattet. Bewerbungsunterlagen werden nur zurückgesandt, wenn ein ausreichend frankierter Rückumschlag beigefügt wurde.


Weitere Informationen zum Forschungsprojekt finden Sie auch unter: www.dorfatlas.uni-halle.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss16.02.2015
Beginn01.04.2015
Ende31.03.2015
PersonName: Nell, Werner [Prof. Dr.] 
Funktion: Projektleiter 
E-Mail: werner.nell@germanistik.uni-halle.de 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Germanistik, MLU Halle-Wittenberg 
Strasse/Postfach: Herweghstraße 96  
Postleitzahl: 06114  
Stadt: Halle (Saale)  
LandDeutschland
Ediert von  H-Germanistik
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