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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "DINN_A* - Normen, Normierungsprozesse und deren Brüche in Narrativen und Disziplinen"
RessourcentypCall for Papers
TitelDINN_A* - Normen, Normierungsprozesse und deren Brüche in Narrativen und Disziplinen
BeschreibungCall For Papers

Nachwuchskonferenz “DINN_A* - Normen, Normierungsprozesse und deren Brüche in Narrativen und Disziplinen” - 03. bis 05. September 2015, Wien
Deadline für Abstracts: 13. Februar 2015

Normen sind allgegenwärtig. Sie regulieren alltägliche Interaktionen, geben vor, was gesagt werden darf und wer sprechen kann. Zudem wirken Normen auf die Produktion von Wissen und vermeintlichen Wahrheiten ein. Reflektiert, interpretiert und in Frage gestellt werden diese gesellschaftlichen Strukturierungsmuster in und durch Medien_Texte. Doch auch die Beschäftigung mit diesen Medien_Texten, sei es nun wissenschaftlich oder im Feuilleton, ist von Normen durchzogen, die u.a. vorgeben, wie mit diesen Medien_Texten interpretatorisch umzugehen ist. Wissenschaft, Medien_Textkritik und Gesellschaft können dabei nicht isoliert voneinander betrachtet werden, stehen sie doch in einem engen Wechselverhältnis der gegenseitigen Beeinflussung.
Doch wie kann den Normen innerhalb wissenschaftlicher Disziplinen und außeruniversitärer Diskussionen begegnet werden? Wie werden Normen in Medien_Texten aufgegriffen und reflektiert? Wie werden diese Normen aber auch durch Medien_Texte gebrochen und dekonstruiert?
Diesen Fragen geht die geplante Nachwuchskonferenz nach, die sich an Master- und PhD-Studierende richtet und mit einer kritischen, queer-feministischen und interdependenten Ausrichtung Normen und Normierungsprozesse in Frage stellt.
Neben der Reflexion wissenschaftlicher Prämissen, stehen Medien_Texte im Zentrum der Konferenz, die mit dem Begriff des Narrativen umfasst werden. Damit sollen all jene Medien_Texte berücksichtigt werden, die zum Beispiel anhand fiktionaler Figuren, zeit- und raumspezifischer Strukturierungen sowie der Wahl der Erzählperspektive Normen und Normierungsprozesse reflektieren und/oder dekonstruieren. Mögliche Gattungen - deren schematische Einteilung und taxonomische Aufzählung auch kritisiert werden soll - sind Erzähltexte, Dramen, Lyrik, Comics, Graphic Novels, Filme, Serien und (Computer)Spiele. Gewünscht sind zudem Einreichungen, die gattungsübergreifend und interdisziplinär Normen und Normierungsprozesse berücksichtigen.
Die Nachwuchskonferenz reflektiert Normen und Normierungsprozesse auf drei eng miteinander verwobenen Ebenen, die im Rahmen der Konferenz analytisch getrennt werden:

1. Normen in Disziplinen
Auf dieser Ebene stehen Normen und Normierungsprozesse im Fokus, die innerhalb wissenschaftlicher Verortungen wirken sowie außeruniversitär diskutiert werden.
Mögliche Fragen sind:
Wie wirken Kanonbildung und -prozesse auf Theorie, Literatur- und Medien_Textgeschichte sowie Methodenwahl ein?
Wie können Gattungsfragen und damit zusammenhängende Normierungsprozesse gedacht und analysiert werden?
Welche Traditionen dominieren in den Disziplinen und wie kann mit diesen gebrochen werden?
Wie dekonstruieren feministische, gender- und queertheoretische Ansätze Normierungsprozesse innerhalb der Disziplinen?
Welche Normen dominieren den Wissenschaftsdiskurs? Wer spricht worüber und über wen? Welche Sprache(n) werden verwendet? Welche Legitimierungsprozesse greifen hier?
Wie beeinflussen gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Diskussionen den wissenschaftlichen und außeruniversitären Diskurs?
Welchen Einfluss haben außeruniversitäre Verhandlungen auf disziplinäre Normen? Wie wirken disziplinäre Normen auf außeruniversitäre Diskussionen ein? Kann von einer wechselseitigen Beziehung gesprochen werden? Wie werden dabei Normen verstärkt oder aber auch in Frage gestellt? (Mögliche Verhandlungsebenen: Blogs, Zeitschriften, Lesungen, Literaturkritik, Feuilleton, Kollektive und Vereine, etc.)

2. Normen im Narrativ
Auf einer zweiten Ebene präsentieren sich Fragen, die sich mit Normen in den eingangs genannten Narrativen beschäftigen. Zentral scheint dabei eine interdependente Herangehensweise, die unter anderem die Kategorien Geschlechter, Sexualitäten, Körper, Rassisierungen, Alter, dis_ability, Identitäten, Klassismen, ökonomische Aspekte etc. berücksichtigt.
Mögliche Fragen bzw. Ansatzpunkte sind:
Wie werden Normen grundsätzlich und/oder durch performative Prozesse hergestellt? Welche Regulierungen und Strukturen, wie zum Beispiel Repräsentationsmechanismen, wirken dabei?
Wie können visuelle Normen und Visualisierungsprozesse beschrieben werden? (Mögliche Verhandlungsebenen: (Un)Sichtbarkeiten, Produktion von Eigenem/Anderem durch “Blick” und Perspektiven, aber auch dramaturgische Aspekte wie Rollenbesetzungen im Theater oder durch drag)
Inwiefern dienen Normen als Identifikationsmuster?
Wie werden Hetero- und Homonormativität konstruiert?
Was liegt innerhalb der Norm: Was darf in Narrativen gesagt, geschrieben bzw. gezeigt werden?
Wie werden Fragen nach Macht, Herrschaft und Hierarchien verhandelt?
Wie transportiert Sprache Normen – und welchen Normen folgt Sprache?

3. Brechen mit Normen im Narrativ
Diese Ebene beschäftigt sich mit kritischen Infragestellungen von Normen im Narrativ. Zentral scheint auch hier eine interdependente Herangehensweise, die unter anderem die Kategorien Geschlechter, Sexualitäten, Körper, Rassisierungen, Alter, dis_ability, Identitäten, Klassismen, ökonomische Aspekte etc. berücksichtigt.
Mögliche Fragen und Problemstellungen sind:
Welche Möglichkeiten ergeben sich durch einen Bruch mit Normen, was entsteht daraus,  welche neuen Normen und Wertungen lassen sich erkennen?
Welche Figuren außerhalb der Norm werden in Narrativen beschrieben? (Mögliche Verhandlungsebenen: Am Rand positionierte Figuren, Bild der Grenzgänger_innen, verworfene Figuren, utopische Entwürfe, etc.)
Wie werden Diskurse um Inter*geschlechtlichkeit und Trans* im Bezug auf Stabilisierung und Bruch mit Normen thematisiert?
Wie kann der Begriff der Subversion im Zusammenhang mit Durchbrechungen von Normen verortet werden? Liegt subversives Potential in Figuren, Sprache, Form/Inhalt, etc.? Inwiefern kann dabei Narrativen eine gesellschaftspolitische Dimension zugesprochen werden?
Wie sind performative Aspekte im Bezug auf Normbrüche zu berücksichtigen?
Wie können Alternative Welten in Narrativen als Bruch mit Normen und Schaffung neuer Ordnungen gelesen werden? Wie werden diese Ordnungen in Differenz zu “realen” Gesellschaftssystemen gesetzt?
Welche Potentiale liegen in den Konzepten des Queer readings/writings?
Mittels welcher Strategien werden in Narrativen Diskurse in Frage gestellt, um welche Diskurse und machtvolle Konzepte geht es? Welche Formen der Deregulierungen finden in den Narrativen statt?
Wie können Identifikationen und Identifikationsprozesse über Brüche mit Normen beschrieben werden?
Wie stellen sich neue, kreative, innovative Sprachverwendungen in den Narrativen dar?

Beiträge zu weiteren Aspekten, die in diesem Call for Papers nicht berücksichtigt wurden, sind ausdrücklich erwünscht!

Zur Beantwortung der aufgeworfenen Fragen wurde ein akademisches, normatives Setting gewählt, da das Organisationsteam davon ausgeht, dass Normen nur von innen heraus durchbrochen werden können. Das Organisationsteam versucht daher durch Interventionen dieses normative Setting aufzubrechen. Darunter fallen u.a. eine möglichst inklusive, interdependente und hierarchiearme Herangehensweise, das Formulieren und Leben einer Policy sowie die Berücksichtigung eines außerakademischen Diskurses. Während der Konferenz wird Kinderbetreuung angeboten. Die Räume sind barrierefrei zugänglich.

Einreichungsprozedere
Interessierte Personen, die einen 20-minütigen Vortrag auf der Konferenz halten wollen, schicken bitte bis 13. Februar 2015 Abstracts in der Länge von max. 2.500 Zeichen, mit Angabe auf welcher Ebene der geplante Vortrag anzusiedeln ist und einer kurzen biographischen Notiz an: dinn_a@gmx.at
Auf der Website findet sich zudem eine Orientierungshilfe für das Verfassen des Abstracts.
Spätestens am 01. März 2015 werden die Einreichenden über das Ergebnis informiert.

Weitere Informationen finden sich auf der Website http://dinnakonferenz.wordpress.com/.
Bei Fragen ist das Organisationsteam unter dinn_a@gmx.at erreichbar.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttps://dinnakonferenz.wordpress.com/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWien
Bewerbungsschluss13.02.2015
Beginn03.09.2015
Ende05.09.2015
PersonName: Haider, Marlene [Mag.a] 
Funktion: Organisationsteam 
E-Mail: dinn_a@gmx.at 
LandÖsterreich
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Genderforschung
Ediert von  H-Germanistik
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