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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Christian Fürchtegott Gellert und die empfindsame Aufklärung Wissens- und Kulturtransfer um 1750"
RessourcentypCall for Papers
TitelChristian Fürchtegott Gellert und die empfindsame Aufklärung Wissens- und Kulturtransfer um 1750
BeschreibungInterdisziplinäre Tagung

Christian Fürchtegott Gellert und die empfindsame Aufklärung Wissens- und Kulturtransfer um 1750
veranstaltet von Prof. Dr. Sibylle Schönborn und Dr. Vera Viehöver, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, in Verbindung mit dem Gleimhaus Halberstadt

Christian Fürchtegott Gellert stand in der Mitte des 18. Jahrhunderts als Autor, Übersetzer und Hochschullehrer im Zentrum vielgestaltiger Austauschprozesse zwischen den Künsten und Wissenschaften. Als Briefpartner in zahlreichen Korrespondenzen, durch seine Tätigkeit als Übersetzer und Vermittler ausländischer Literatur und damit wirkungsbewusster Mitgestalter des literarischen Kanons wie auch als außerordentlicher Professor für Philosophie an der renommierten Leipziger Universität war Gellert eine "Institution" und zugleich eine Art Kreuzung im Diskursnetz der bürgerlichen Aufklärung. An seinem Beispiel wird augenfällig, dass die sog. "empfindsame" Kultur sich als solche in komplexen Austauschprozessen zwischen den verschiedenen Künsten, aber auch zwischen Wissenschaft und Kunst allererst konstituierte. Hat die Germanistik die Literatur lange Zeit als in sich geschlossenes, relativ autonomes System behandelt, so haben die durch die kulturwissenschaftliche Wende ausgelösten Perspektivverschiebungen nun einen anderen Blick auf die Verflechtungen innerhalb zeitgenössischer Wissenskulturen möglich gemacht. Dabei hat jedoch bisher die Schwellenzeit um 1800 klar im Mittelpunkt der Forschung gestanden. Bis heute noch zu selten sind demgegenüber interdisziplinäre Untersuchungen, die sich auf die Jahrzehnte um die Jahrhundertmitte konzentrieren, vollzogen sich doch um 1750 in der Literatur, in der bildenden Kunst und in der Musik (z.B. die für die Moderne entscheidende Wende von der Mimesis- zur Ausdrucksästhetik) ebenso wie in den Wissenschaften (z.B. in der Anthropologie mit Hallers Nervenlehre) zentrale Umbrüche.

Die Tagung möchte deshalb ausgehend von Gellerts Rolle als treibende Kraft im Kultur- und Wissenschaftsbetrieb der empfindsamen Aufklärung ein interdisziplinäres Forschungsgespräch über Prozesse des Wissens- und Kulturtransfers in der Zeit um 1750 initiieren. Beiträge zur Tagung können sich zum einen auf Gellert und seine Rolle in diversen Transferprozessen beziehen oder zum anderen die allgemeine Fragestellung aus einer erweiterten Perspektive behandeln. Der Call for Papers wendet sich an Literatur-, Kunst-, Musik-, Kultur- und Medienwissenschaftler sowie an Vertreter angrenzender Wissenschaftsgebiete (Philosophie, Theologie, Politikwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte etc.).

Mögliche Themen (weitere Vorschläge willkommen):

a) Medien und Formen des Kultur- und Wissenschaftstransfers um 1750 (z.B. gelehrte und private Korrespondenzen, Zeitschriften, Institutionen)
b) Transfer zwischen Literatur, bildenden Künsten und Musik (z.B. literarische Gattungsentwicklung und Entwicklung von Genres in der Malerei)
c) Transfer zwischen den Sprachen und Literaturen in Europa (z.B. Übersetzung als Transfer; europäische Rezeptionsbeziehungen)
d) Transfer zwischen Religion, Literatur und anderen Künsten (z.B. Pietismus, Christologie, Mystik)
e) Transfer zwischen empfindsamer Literatur und zeitgenössischen Wissenschaften (z.B. Anthropologie, Medizin, Physiologie, Naturkunde, Philosophie, Rhetorik, Theologie)
f) Transfer zwischen Literatur und Politik (z.B. Siebenjähriger Krieg und Empfindsamkeit)
g) Transfer in der Selbstreflexion der Wissenschaften und Künste (z.B. Wissenschaftskonzepte zwischen Philosophie, Naturkunde und Ästhetik; Prozesse der Kanonbildung und Bibliothekskonzepte; Konzepte integraler "Humanwissenschaft")

Die Tagung findet vom 5.-7. Juli 2007 im Gleimhaus in Halberstadt statt.
Konzeption und Organisation: Prof. Dr. Sibylle Schönborn (HHU, Germanistisches Seminar II), Dr. Vera Viehöver (HHU, Seminar für Medienkulturanalyse) in Verbindung mit Dr. Ute Pott (Gleimhaus Halberstadt)

Exposés im Umfang von max. einer DIN-A-4-Seite werden erbeten bis zum 15.07.2006.


Kontakt:
Dr. Vera Viehöver
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Seminar für Medienkulturanalyse
Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf
Vera.Viehoever@phil-fak.uni-duesseldorf.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortHalberstadt
Bewerbungsschluss15.07.2006
Beginn05.07.2007
Ende07.07.2007
PersonName: Viehöver, Vera [Dr.]  
Funktion: Organisation 
E-Mail: Vera.Viehoever@phil-fak.uni-duesseldorf.de 
KontaktdatenName/Institution: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Seminar für Medienkulturanalyse 
Strasse/Postfach: Universitätsstr. 1 
Postleitzahl: 40225 
Stadt: Düsseldorf 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur 1770 - 1830; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation12.00.00 18. Jahrhundert > 12.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.06.00 Literarisches Leben; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.09.00 Empfindsamkeit
Ediert von  H-Germanistik
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