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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Utopie und Alltag. Perspektiven auf Ideal und Praxis im 20. Jahrhundert"
RessourcentypCall for Papers
TitelUtopie und Alltag. Perspektiven auf Ideal und Praxis im 20. Jahrhundert
BeschreibungZentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 1, 14467 Potsdam
Web: http://www.zzf-pdm.de/

12. Potsdamer Doktorandenforum für Zeitgeschichte


Utopie und Alltag. Perspektiven auf Ideal und Praxis im 20. Jahrhundert



Veranstalter: Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Termin: 23.-24. April 2015
Deadline CfP: 31. Dezember 2014


Utopie und Alltag stehen in einem Spannungsverhältnis: Der Traum von einer besseren Welt wird immer wieder durch Erfahrungen des Alltags herausgefordert. Das galt für die sozialistischen Diktaturen ebenso wie für die westlichen Demokratien. Die Versuche, Utopien im Alltagsleben zu verwirklichen, waren zahlreich und häuften sich im Westen insbesondere in den 1970er Jahren. Ebenso lässt sich ein unauffälliges Einschleichen von einstigen Utopien in den Alltag feststellen, wie bei der modernen Konsumgesellschaft oder der vernetzten digitalen Gegenwart. Gerade nach dem Scheitern der großen Utopien des 20. Jahrhunderts scheint es naheliegend, diese genauer zu untersuchen und ideengeschichtliche Entwürfe mit gesellschaftlichen Alltagspraktiken zu verbinden.

Im Mittelpunkt des 12. Potsdamer Doktorandenforums sollen daher die Relation und Interaktion der beiden Begriffe Utopie und Alltag und deren moderne Doppeldeutigkeit stehen. Dem Begriff der Utopie wohnt eine zweifache Deutungsebene inne: Zum einen beschreibt die Utopie einen nicht realisierten und möglicherweise nicht realisierbaren Zustand, eine unrealistische Idee oder Illusion. Zum anderen bezeichnet Utopie eine im Alltag „noch nicht verwirklichte, aber künftig durchaus mögliche Zielvorstellung menschlichen Handelns“ (Lucian Hölscher).

„Der Versuch, den Himmel auf Erden einzurichten, erzeugt stets die Hölle.“ Ist mit diesem apodiktischen Diktum aus Poppers „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ das Spannungsverhältnis von Utopie und Alltag in der Zeitgeschichte hinreichend beschrieben und geht die Darstellung dieser Dichotomie in der Beschreibung eines Diskrepanzverhältnisses auf? Sind Utopien die Antriebsmotoren, die eine Gesellschaft am Laufen halten? Oder ergeben sich gerade aus dem Spannungsverhältnis von Utopie und Alltag neue Dynamiken? Wie lenken auch dystopische Zukunftsentwürfe das alltägliche Handeln und die Erwartungen der Menschen?

Die Beiträge des Forums sollten die Interaktion von Utopie und Alltag in verschiedenen thematischen Perspektiven in den Blick nehmen. Im Sinne eines multiperspektivischen Zugangs sollen gesellschaftliche, politische, technische, ökonomische, aber auch literarische, künstlerische und mediale Utopien und ihre Beziehung zum Alltag ausgeleuchtet werden.


Mögliche Fragestellungen der Forumsbeiträge könnten lauten:

- In welcher Beziehung steht bei den Akteuren das Aufbringen von Utopien zu deren Alltagserfahrung? Welche Rückkopplungseffekte gibt es?

- Welche Rolle haben Medien, Literatur und Kunst in der Ausgestaltung von Utopien, ihren Umsetzungen und damit verbundenen Alltagserfahrungen?

- Lassen sich Konjunkturen von utopischen Entwürfen und deren Einbindung in den Alltag nachzeichnen? Welche Auswirkungen haben markante Zäsuren wie z.B. Krisen, Kriege oder politische Umbrüche auf das Zukunftshandeln?

- Welche Gestaltungsspielräume haben die Politik, die Wirtschaft oder soziale Gruppen beim Ausgestalten von Utopien?

- Welchen Einfluss nehmen Wissenschaften, Innovationen und Entdeckungen auf utopische Entwürfe der Welt, und wie verläuft deren Aneignung?

- Inwieweit verschwinden Utopien nicht nur im Alltag, sondern schleichen sich auch unbemerkt in ihn ein?

Die Veranstaltung richtet sich an internationale NachwuchswissenschaftlerInnen, deren Forschungsprojekte von den Begriffen, Dimensionen, Phänomenen oder der Diskrepanz zwischen Utopie und Alltag inspiriert sind. Neben HistorikerInnen sind auch DoktorandInnen anderer Disziplinen mit historischer Ausrichtung eingeladen, wie etwa der Literatur- oder der Politikwissenschaft.

Die ReferentInnen werden gebeten, in vorher eingereichten und zirkulierten Kurzbeiträgen (max. 15 Minuten) ihre thematisch einschlägigen Dissertationsprojekte zu präsentieren. Die Beiträge sollen dazu dienen, Thesen, Fallbeispiele und die eigene Nutzung der Begriffe Utopie, Dystopie und Alltag vorzustellen und konstruktiv zu diskutieren.

Das Doktorandenforum wird auf Deutsch stattfinden. Vorträge in englischer Sprache sind aber möglich. Bitte senden Sie Ihre Beitragsvorschläge mit einer inhaltlichen Skizze und Angaben zur Forschungsmethodik (max. 500 Wörter) sowie einem kurzen Lebenslauf bis einschließlich 31. Dezember 2014 an doktorandenforum@zzf-pdm.de. Die Paper müssen vorab bis zum 1. April 2015 eingereicht werden. Für die ReferentInnen kann ein Zuschuss zu Reise- und Unterkunftskosten gewährt werden.


Alle interessierten DoktorandInnen sind herzlich zur Teilnahme am Dotktorandenforum eingeladen. Wir bitten Anmeldung bis zum 05. April 2015.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortPotsdam
Bewerbungsschluss31.12.2014
Anmeldeschluss05.04.2015
Beginn23.04.2015
Ende24.04.2015
PersonName: Julia Erdogan 
Funktion: Wissenschaftliche Mitarbeiterin 
E-Mail: doktorandenforum@zzf-pdm.de 
KontaktdatenName/Institution: ZZF Potsdam 
Strasse/Postfach: Am Neuen Markt 1 
Postleitzahl: 14467  
Stadt: Potsdam 
Telefon: 0331/794510-119 
E-Mail: doktorandenforum@zzf-pdm.de 
Internetadresse: www.zzf-pdm.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeSprache in den Medien / Medienwissenschaft (Sprache in Massenmedien, Internet und Hypertext, Medienentwicklung); Sprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Sprachgeschichte (Sprachwandel, Idg., Germ., Ahd., Mhd., Frühnhd.); Sprachphilosophie / Kommunikationstheorie (Sprachtheorie, Sprachbegriffe); Stilistik / Rhetorik (inkl. Argumentationstheorie, Stilbegriff, Persuasionstheorie, politische Sprache, Werbesprache); Literaturwissenschaft; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.)
Ediert von  H-Germanistik
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