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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Kurz & knapp. Erzählen und Wissen in kleinen Formen"
RessourcentypCall for Papers
TitelKurz & knapp. Erzählen und Wissen in kleinen Formen
BeschreibungSymposium „Kurz & knapp. Erzählen und Wissen in kleinen Formen“

Schloss Herrenhausen, Hannover, 8. – 11. Juli 2015

Organisation: Michael Gamper (Germanistik) , Ruth Mayer (Amerikanistik)

Call for Papers

Deadline: 31.01.2015

Tweets, Kurznachrichten, Facebook-Statusmeldungen oder Microblog-Einträge: die Verfahren, Neuig-keiten zu verkünden und Wissen zu teilen, werden scheinbar immer kürzer. Aber die Konjunktur des Kurzen und Knappen setzte lange vor dem digitalen Zeitalter ein. Die Tagung „Kurz & knapp. Erzählen und Wissen in kleinen Formen“ setzt den aktuellen Trend der Verknappung in Bezug zu seiner Vorge-schichte. Dabei zeigt sich, dass die Karriere der kleinen Formen eng mit kulturellen Errungenschaften des 17. Jahrhunderts zusammenhängt, die bis zum 19. Jahrhundert rasant an Fahrt aufnahmen: mit der Entwicklung eines nationalen und transnationalen Pressewesen, mit der Formation globaler Öf-fentlichkeiten und Märkte, mit der wissenschaftlichen Professionalisierung und mit der Herausbildung neuer Medientechnologien. Im Zuge dieser Neuordnung der öffentlichen Kommunikation gewannen Formate an Gewicht, die das Unbekannte und Neue kompakt und kompatibel fassen konnten: Anek-doten, Fallbeispiele, Kurzmeldungen, ‚Vermischtes’ und Miszellen ‚aus aller Welt’.

Eine forschungsleitende Annahme der Tagung lautet, dass kleine Formen – Formen, die sich durch Kürze und Knappheit auszeichnen – in besonderer Weise dazu geeignet sind, das Zusammenspiel von Wissen und Erzählen zu regulieren und zu gestalten. Diese Formen gewinnen ihre epistemologische und poetologische Bedeutung pragmatisch durch ihre Relation zu längeren, ausgedehnten und größeren Formen, also durch Verfahren und Signale der Verdichtung, Prägnanz, des Weglassens und des Abbruchs, aber auch der Tentativität und Vorläufigkeit. Daraus ergeben sich einerseits Effekte der Verabsolutierung und Isolierung: kleine Formen suggerieren Punktgenauigkeit, Exaktheit – das letzte Wort zum Thema. Anderseits signalisieren Kürze und Knappheit aber auch ostentativ Unvollständigkeit bzw. Unabgeschlossenheit: kleine Formen reduzieren und fragmentarisieren und aktivieren damit Dimensionen des Möglichen. Komplexität wird so durch den Einsatz der kleinen Formen wahlweise erhöht oder verringert, wobei die Bewegungen der Komplexitätsreduktion und -steigerung unvermittelt ineinander umschlagen können. Die kleinen Erzählungen können gerade aufgrund ihrer Variabilität und Verfügbarkeit unter bestimmten Bedingungen zur Metaerzählung werden. Kürze und Knappheit der Erzählungen erleichtern ihr Zirkulieren und fördern ihre (Re-)Kombinierbarkeit sowohl in zeitlichen als auch in räumlichen Dimensionen. Wegen ihres komprimierten und höchst übersichtlichen Formats erlauben die erzählerischen Formen des Kurzen und Knappen eine besonders effektive Beobachtung der Beziehung von Erzählen und Wissen.

Erzählen fällt in dieser Perspektive nicht nur in den Kompetenzbereich der Literaturwissenschaft, und Wissen wird nicht nur von der Wissen(schafts)geschichte untersucht – das geplante Symposion adressiert beide Disziplinen in enger Verschränkung und nutzt insbesondere medienwissenschaftlich informierte Ansätze, um Erzählen und Wissen ins Verhältnis zu setzen. Der Gegenstand erschließt sich nur über Ansätze, die intermedial, interkulturell und interdisziplinär ausgerichtet sind. Eine Ausei-nandersetzung mit den Interferenzen von Erzählen und Wissen fordert folglich die Literaturwissen-schaften heraus, sich von narratologischen Fragestellungen im engeren Sinne zu lösen und ihre er-zähltechnische Expertise kultur- und wissensgeschichtlich zu erweitern, um so eine im eigentlichen Sinne kulturwissenschaftliche Theorie des Erzählens zu erarbeiten. Von der Medienwissenschaft und der Wissenschaftsgeschichte wird als Beitrag zu dieser Fragestellung eine erhöhte Aufmerksamkeit für Fragen der Form und der poetologischen Verfahren erwartet.

Erbeten werden Vortragsvorschläge von Nachwuchswissenschaftler/inne/n, die im Rahmen einer Promotion / einer Habilitation oder anderweitig intensiv mit der Thematik befasst sind. Abstracts im Umfang von max. 1 DIN-A-Seite (2000 Zeichen inkl. Leerzeichen) können bis zum 31. Januar 2015 bei den Organisator/inn/en eingereicht werden: ruth.mayer@engsem.uni-hannover.de oder michael.gamper@germanistik.uni-hannover.de.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortHannover
Bewerbungsschluss31.01.2015
Beginn08.07.2015
Ende11.07.2015
PersonName: Michael Gamper 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: michael.gamper@germanistik.uni-hannover.de 
KontaktdatenName/Institution: Deutsches Seminar, Leibniz Universität Hannover 
Strasse/Postfach: Königsworther Platz 1 
Postleitzahl: 30167 
Stadt: Hannover 
E-Mail: michael.gamper@germanistik.uni-hannover.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeErzähltheorie; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Literatur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.03 Epik; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.05 Weitere Formen
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