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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Textrevisionen. 16. internationale Tagung der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition"
RessourcentypCall for Papers
TitelTextrevisionen. 16. internationale Tagung der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition
BeschreibungTextrevisionen

Die sechzehnte internationale Tagung der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition findet vom 17. bis 20. Februar 2016 an der Karl-Franzens-Universität Graz statt. Beteiligt sind auch die Arbeitsgemeinschaft philosophischer Editionen und die Fachgruppe Freie Forschungsinstitute in der Gesellschaft für Musikforschung. Vorbereitet und durchgeführt wird die Tagung von Prof. Dr. Wernfried Hofmeister und PD Mag. Dr. Andrea Hofmeister.

Das für diese Tagung ins Auge gefasste Thema soll, getragen von einem breiten, auch Melodien einschließenden Textbegriff, jenen – vor allem nachträglichen – Änderungen aller Art gelten, die in vielen Aufzeichnungen zu beobachten sind und oft spannende Einblicke in die Entstehung unserer Primärquellen erlauben: Mit Blick auf die abstrakte Motivation von solchen Änderungen mögen zum einen unterschiedliche ‚autorisierende‘ Instanzen erkennbar werden, welche – in epochenspezifischer oder überzeitlich homogener Haltung – für einzelne Eingriffe verantwortlich scheinen und dabei innerhalb einer Art Überlieferungskette als Autor, Schreiber, Verlagsredaktion etc. in Erscheinung treten. Nicht minder vielfältig stellen sich die daran gebundenen realen Manifestationen von Textrevisionen dar: Die darunter subsumierbaren Phänomene der ‚Überarbeitung‘ mögen z.B. rein orthographische Ausbesserungen sein, kleinräumige Streichungen bzw. (bewusst auf Unlesbarkeit angelegte) Tilgungen oder auch diverse Einfügungen sowie großräumige Änderungen in Form von neuen Varianten resp. Fassungen.

Die immer mitzudenkende editorische Herausforderung hinter diesen Textrevisionen besteht nicht zuletzt darin, dass so manche von ihnen – darunter insbesondere die präsumtiv autornahen Änderungen – bislang noch keine ausreichend differenzierte und systematische Darstellung entweder direkt im textkritischen Apparat, in einem Kommentar sowie im Textus constitutus erfahren haben. Klärungsbedürftig scheint auf dem Weg dorthin auch die terminologische Abgrenzung zu sein, weil nach wie vor unentschieden ist, inwiefern sich eine Revision, Korrektur oder eine Änderung voneinander oder etwa von einer Variante unterscheiden. Was in diesem Zusammenhang die notwendigen Forschungsimpulse liefern mag, sind explorative Betrachtungen von Revisionsphänomenen im Umfeld von mittelalterlichen wie neuzeitlichen Textaufzeichnungen, um vielleicht neue, bislang übersehene Änderungsspuren zu erfassen und durch deren ‚Entschlüsselung‘ Hinweise auf dynamische, vielleicht gar ‚dramatische‘ Prozesse von Textgenesen zu gewinnen: Nicht zuletzt durch unsere zunehmend verbesserten Zugriffsmöglichkeiten auf digitale Archive von Text- und Melodieüberlieferungen dürften hier für scharfe Augen wahre Schätze zu heben sein!

Dieser Themenabriss sei nun noch durch eine stichwortartige Profilierung ergänzt; sie versteht sich paradigmatisch, schließt also unten nicht genannte, aber dem Thema nahestehende Forschungsfelder keinesfalls aus, sofern in ihnen ein revidierender Prozess gleichsam in actu greifbar wird:

Paläographie:

Evidenz/Identifizierbarkeit von Textrevisionen (konkret)
Phänomenologie/Typologie der Korrekturmaßnahmen (allgemein)
Graphische Reparatur/Aufhebung von Fehlleistungen

Revisionsforschung (als linguistische Nachbardisziplin der ‚Fehler-Philologie‘):

Sofort- vs. Spätkorrekturen, Kompetenz- vs. Performanzfehler
Auswirkungen von – mehr oder minder autornahen – Textrevisionen (sprach- und inhaltsbezogen)
Externe Textrevisionen: Meta-Äußerungen des Autors/Überlieferers, evtl. auch/nur außerhalb des Textes oder einzelner Textausgaben bzw. Textfassungen (z.B. in Briefen an den Verleger)

Editorik/Textherstellung:

Codierung, Annotierung und/oder Kommentierung von Textrevisionen in elektronischer und/oder gedruckter Form
Darstellung von bzw. Umgang mit Textrevisionen in Editionen bzw. im Textus constitutus
Autor-Autorität/Autorwille versus Editor-Autorität/Editorurteil

Schreibprozessforschung:

Textrevisionen als Indikatoren für die Arbeitsweise von Autoren/Bearbeitern etc. (‚Kopf‘ bzw. ‚Papierarbeiter‘)
Textrevisionen im Status von Autorvarianten als Indikatoren für die Rekonstruktion der Textgenese (z.B. Vergleich mehrerer überlieferter Autor- bzw. Werk-Fassungen)

Textrevisionen im Spannungsfeld von Autor, Schreiber, Bearbeiter, Herausgeber, Verlag etc.:

Explizite Fehlerkommentierungen (etwa in Bezug auf die Vorlage) durch Autor/Bearbeiter/Redaktor (Quellenkritik; Kritik an der Arbeit des Schreibers/Setzers/ Druckers)
Recht auf Individualität der Graphie: Urheberrecht, Adaptierungen von Texten für spezielle Anlässe (z.B. Schulbücher)
Normierung: Autor/innen gegen Rechtschreibreformen

Autographenforschung:

Erkenntniswert der (autornahen) Textrevisionsforschung bei der Beurteilung von schriftlichen Nachlässen und für die biographische Forschung

Willkommen sind sowohl Beiträge mit theoretisch-methodischer Ausrichtung als auch aussagekräftige Fallstudien. Wie in den vergangenen Jahren soll es auch in Graz unterschiedliche Vortragstypen geben: Plenarvorträge (30 Min.), Sektionsvorträge (20 Min.) sowie Werkstattberichte und Diskussionspanels. Referatsvorschläge mit einem einseitigen Exposé werden bis 1. März 2015 erbeten an:

Prof. Dr. Wernfried Hofmeister, E-Mail: wernfried.hofmeister@uni-graz.at
PD Mag. Dr. Andrea Hofmeister, E-Mail: andrea.hofmeister@uni-graz.at
Karl-Franzens-Universität Graz
Institut für Germanistik
Fachbereich Germanistische Mediävistik
Mozartgasse 8
8010 Graz
Österreich
Sekretariat (Verena Fink): +43/(0)316/380-2442

Über die Annahme der Referatsvorschläge befindet der Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft. Eine Benachrichtigung erfolgt bis Frühsommer 2015.

Web: http://www.ag-edition.org/html/aktuell.html

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortGraz
Bewerbungsschluss01.03.2015
Beginn17.02.2016
Ende20.02.2016
PersonName: Verena Fink 
Funktion: Sekretariat 
E-Mail: verena.fink@uni-graz.at 
KontaktdatenName/Institution: Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Germanistik 
Strasse/Postfach: Mozartgasse 8 
Postleitzahl: 8010 
Stadt: Graz 
Telefon: +43/(0)316/380-2442 
E-Mail: verena.fink@uni-graz.at 
LandÖsterreich
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeComputerphilologie; Editionstheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.05.00 Editorik
Ediert von  H-Germanistik
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