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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Die letzten Dinge. Die andere Welt in Literatur, Kunst, Medien und Religion"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelDie letzten Dinge. Die andere Welt in Literatur, Kunst, Medien und Religion
BeschreibungDIE LETZTEN DINGE. Die andere Welt in Literatur, Kunst, Medien und Religion
Ehrengast: Prof. Dr. Herbert W. Franke


Ein Wort zur Einführung
Die Letzten Dinge - mit dem Thema des siebten Kongresses der Phantasie schließt sich ein großer Bogen. Er begann vor nunmehr 24 Jahren mit der durchaus kontroversen Frage, ob die Fantasy eine Flucht aus der Wirklichkeit sei, und führte über die Traditionslinien der deutschen und auch der internationalen phantastischen Literatur über apokalyptische Visionen bis hin zu phantastischen Filmwelten. In einem gewissen Sinne kehren wir nun zum Ausgangspunkt zurück und fragen nach den anderen Welten in Literatur und Kunst, in Medien und Religion, nach den Wirklichkeiten jenseits unserer alltäglichen Wirklichkeit.
Stets sind wir mit den Kongressen der Phantasie über die Literatur und die anderen phantastischen Genres ein Stück weit hinausgegangen. Wir haben uns - aus dem Blickwinkel der menschlichen Vorstellungskraft - mit der Geschichte, mit Natur- und Sozialwissenschaften und mit der Religion befasst, haben Querbeziehungen entdeckt und Verwandtschaften herausgearbeitet. Die Phantasie ist überall virulent: in allen Wissenschaften, im Alltagsleben, selbst in der Wirtschaft. Und sie ist tief in allen Sphären unserer Kultur verankert. Man könnte sagen: Ohne die Imagination wäre unsere Welt schwarzweiß und eindimensional. Und die phantastische Literatur hilft uns, die schillernden Farben der Wirklichkeit zu sehen. Die Letzten Dinge - jene Dinge der anderen Welten nach oder neben, über oder hinter unserer Welt - sind ein Thema, dem man sich offensichtlich nur schwer annähern kann. Philo-sophen fassen es nur mit den intellektuellen Fingerspitzen an. Die Naturwissenschaftler zucken vor Letzen Dingen und Anderswelten wie vor Obszönitäten zurück. - Und dann erfinden die Physiker doch nichts weniger als unendlich mannigfaltige parallele Universen mit immer mehr eingerollten Dimensionen. Die Informatiker basteln derweil recht unverfroren an bald banalen, bald bizarren virtuellen Welten, und es heißt, dass manch einer und manch eine schon sein/ihr erstes Leben in Second Life führt, wenn er oder sie nicht gerade in World of War-craft hängen geblieben ist. Theologen und Anhänger der unterschiedlichen Religionen haben sich schon immer intensiv mit den Letzten Dingen auseinandergesetzt, mit den großen Fragen nach dem Woher und dem Wohin des Menschen. Gerade von ihnen können wir Einsichten und Aufschlüsse, auch Anknüpfungspunkte für die phantastische Literatur erwarten. Vielleicht sind in unserer Zeit Fantasy und Science Fiction sogar die am leichtesten gangbaren Wege, sich den Letzten Dingen anzunähern? In ihnen werden ja ständig - mitunter wie am Fließband! - andere Welten erschaffen, deren Qualität naturgemäß recht unterschiedlich ausfällt. Sich über die Maßstäbe zu verständigen, gehört daher stets auch zu den Aufgaben der Kongresse der Phantasie. Phantastik ist ein Denken im Konjunktiv, ein Spiel mit den Möglichkeiten, sogar das Ausmalen selbst von dem, was man gemeinhin für unmöglich hält. In der phantastischen Literatur drücken sich ähnlich wie in den Jenseitsvorstellungen der Reli-gionen die Wünsche und Sehnsüchte, die Hoffnungen und Befürchtungen der Menschen aus; und auch die ganz individuel-len Marotten. Wie viel und was alles hat die Phantastik von den Religionen ererbt? Wo nimmt sie Anregungen aus anderen Gebieten von Kunst und Wissenschaft auf? Sind die Spekula-tionen von Physikern und Kognitionsforschern nicht oft phan-tastischer als die verwegensten Fantasy- und Science-Fiction-Welten? Und wie weit reicht dabei unsere Phantasie wirklich? Wie total anders kann die Anderswelt - die bekanntlich stets eine mundus alter et idem, eine andere und doch gleiche Welt, ist - überhaupt sein? Können wir durch einen Blick auf andere Kulturen ein besseres Verständnis für die Spielräume und Spannweiten gewinnen? Und was liegt jenseits unserer Vorstellungsmöglichkeiten? Worüber müssen wir letztlich schweigen?
Mit dem siebten Kongress der Phantasie wollen wir die Fragen nach den Letzten Dingen und den anderen Welten aus sehr unterschiedlichen Perspektiven betrachten: aus literaturwissenschaftlicher und kunsthistorischer Sicht, vor dem Horizont des religiösen Glaubens in unterschiedlichen Kulturen, aus technischer, kognitionswissenschaftlicher und philosophischer Perspektive. Ist schon jedes einzelne Thema in sich faszinierend, wird es zusätzlich spannend, wo sich die Sichtweisen überschneiden, sich unerwartet Bezüge oder Gegenpositionen ergeben. Und besonders dafür schafft unser phantastischer siebter Kongress reichlich
Gelegenheiten.

Mittwoch, 21. Mai 2008
16.00 - 18.00 Rosmarie Gaisbauer Einlass und Tageskasse

17.45 R. Gustav Gaisbauer, Erster Vorsitzender des EDFC
Dr. Karlheinz Steinmüller, Kongreßleiter, Berlin
Begrüßung der Teilnehmer

18.00 Jürgen Dupper, Oberbürgermeister der Stadt Passau
Eröffnung des Kongresses durch den Schirmherrn

18.30 Dr. Max Brunner, Kulturreferent der Stadt Passau
Sieben Kongresse der Phantasie - Von der Flucht aus der Wirklichkeit zu den endgültig letzten Dingen

19.00 Dr. Franz Rottensteiner, Schriftsteller, Herausgeber, Wien
Laudatio auf den Träger des Deutschen Fantasy Preises 2008, Prof. Dr. Herbert W. Franke

19.30 Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper und R. Gustav Gaisbauer
Preisverleihung. Danach Ansprache des Preisträgers und Diskussion mit dem Publikum

20.00 Abendessen mit dem Preisträger

Donnerstag, 22. Mai 2008
10.00 Dr. Susanne Päch, Medienberaterin, Egling
Von den Marskanälen zu den Marshöhlen - hundert Jahre Fiktion und Realität zum roten Planeten

11.00 Dr. Gerhard Braunsperger, Verleger, Passau
Platon - Höhlengleichnis

14.00 Dr. Karlheinz Steinmüller, Schriftsteller, Zukunftsforscher, Berlin
Die Zukunftsforschung und die letzten Dinge

15.00 Dieter Steinseifer, Diplomphysiker, Rosenheim
Das Jenseits des Multiversums

16.00 Dr. Stefan Rammer, Journalist, Passau
Glauben zwischen den Welten - gefunden oder erfunden?

17.00 Dr. Franz Rottensteiner, Schriftsteller, Herausgeber, Wien
Stanislaw Lem und die Theologie

20.00 Dr. Herbert W. Wurster, Archivdirektor i. K., Passau
Apokalypse in Ostbayern


Freitag, 23. Mai 2008
09.15 Dipl.-Ing Roland Zedler, General a. D., Passau
Warum greifen Menschen einander an?

10.00 Dr. Gereon Vogel-Sedlmayr, Evangelischer Studenten-pfarrer, Passau
Peter Neugebauer, Vikar, Passau
Der ,Alleszermalmer'. Immanuel Kant und die evangelische Eschatologie

11.00 Msgr. Dr. Michael Bär, Domkapitular, Passau
Die letzten 4 Dinge

14.00 Dr. Elhadi Essabah, Imam, Frankfurt am Main
Der Islam und seine Jenseitsvorstellung - eine theologische Darstellung

15.30 Alois Brunner, Kunstreferent i. K., Passau
Jenseitsvorstellungen in der Kunst der Romanik, der Gotik und des Barock

17.00 Dr. Rita Grünbein, Molekularbiologin, Ebersberg
Homo - homunculus: unser Alter ego?

20.00 Matthias Koopmann, Stadtrat, Prähistoriker, Kulturkurator, Passau
Eine hintergründige Passauer Altstadtführung mit dem fürstbischöflichen Hofrat Philipp Wil-helm von Hörnigk, Dauer eineinhalb bis zwei Stunden. Anschließend gemütliches Beisammensein mit dem Hofrat.


Samstag, 24. Mai 2008
10.00 R. Gustav Gaisbauer
Mitgliederversammlung des EDFC e.V., 30-Jahresfeier

14.00 Torsten A. Piendl, Diplom-Psychologe, Neuropsychologe, Regensburg
Die Seele vor dem Hintergrund der Neurowissenschaften

15.00 Dr. Alexander Seibold, Journalist, Diedorf
Die Hoffnung auf Vollendung des Heils

16.00 Dr. Alexander Seibold, Journalist, Diedorf
Wolfgang Jeschke, Schriftsteller, Herausgeber, München
Dialog über die letzten Dinge

17.00 Dr. Jörg Weigand, Journalist, Grunern
Zwischen diesseits und jenseits. Totenkult und Geisterglaube im alten China

20.00 Beata und Prof. Dr. Jacek Rzeszotnik, Germanisten, Breslau
Zum Besuch im slawischen Jenseits

21.15 Eduard Lukschandl, Informatiker, Wien
Genetisches Programmieren - die Simulation des Evolutionsprinzips als Optimierungsmethode


Sonntag, 25. Mai 2008
10.00 Hermann Urbanek, Rezensent, Repräsentant, Wien
Jenseitsvorstellungen eines Sammlers

11.00 Viktor Farkas, Sachbuchautor, Journalist, Wien
Diesseits und Jenseits aus einer Hand - und warum das Wirken eines Schöpfers so schwer zu erkennen ist...

12.00 R. Gustav Gaisbauer, Großhandelskaufmann, Bundesbahnbeamter a.D., Passau
Podiumsdiskussion: Sieben Kongresse der Phantasie



www.edfc.de/siebter-kongress.htm


Der Kongress findet statt im Kulturmodell Bräugasse der Stadt Passau
Leitung: Elisabeth Wolf
Bräugasse 9, 94032 Passau
Tel.: 0851/36311, Fax.: 0851/35664, www.kulturmodell.de

Es untersteht dem Kulturreferat der Stadt Passau
Dr. Max Brunner
Rathausplatz 2, 94032 Passau
Tel. 0851/396299, Fax 0851/32241


Bewerbungsschluss für Call for Papers 01.07.2008
(Papers können auch nach dem Kongress für den Kongressband nachgereicht werden)


EDFC e.V.
R. Gustav Gaisbauer
1. Vorsitzender, Kongressleiter
PF 1371, 94032 Passau
edfc@edfc.de



Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortPassau
Beginn21.05.2008
Ende25.05.2008
PersonName: Gaisbauer, Gustav 
Funktion: Organisation 
E-Mail: edfc@edfc.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeKomparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft)
Klassifikation04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte
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