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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Medienkooperationen im historischen Wandel. Fallbeispiele für Intermedialität, Intramedialität, Medienkomposite"
RessourcentypVerschiedenes (Workshops, Sommerschulen u.a.)
TitelMedienkooperationen im historischen Wandel. Fallbeispiele für Intermedialität, Intramedialität, Medienkomposite
BeschreibungMedienkooperationen im historischen Wandel. Fallbeispiele für Intermedialität, Intramedialität, Medienkomposite

Workshop an der Westfälische Wilhelms-Universität Münster; Germanistisches Institut (CIP-Pool), vom Stein-Haus, Schlossplatz 34, vom 13. bis 14. November 2014
Veranstalter: Prof. Dr. Andreas Blödorn, Universität Münster; PD Dr. Martin Nies, Universität Passau; PD Dr. Madleen Podewski, Freie Universität Berlin

Texte sind immer in Mediengeschichte(n) involviert – weil sie Medien brauchen, um überhaupt ver-breitet zu werden (z.B. als Buch, als CD, in der Zeitschrift, im Netz), vor allem aber auch, weil sie – besonders in literarischer Form – medienreflexiv verfahren, sich also selbst in Medienumfeldern ver-orten können. Diese Medienumfelder sind Wandlungen unterworfen und werden zunehmend komple-xer: Es erhöht sich nicht nur die Anzahl der Mitspieler (zu den sich gleichfalls immer mehr differen-zierenden Printmedien kommen Hörfunk, Kino- und Fernsehfilm und schließlich das WWW), zu-sammen mit ihnen entstehen immer auch Offerten für neue Bezugsmöglichkeiten zwischen diesen Medien. Für die Literatur seit der Frühen Moderne etwa scheint eine Flexibilisierung bzw. Dynamisie-rung signifikant zu sein – sie lässt sich, nicht zuletzt unter den Bedingungen moderner Massenmärkte – „mehrfach verwerten“. So können bestimmte Themenkomplexe wie etwa ‚Großstadt’ oder ‚soziale Konflikte’, spezielle Figurenkonzepte wie etwa das der ‚Neuen Frau’ oder das des ‚Magier-Verbrechers’, Strukturierungsmuster wie zum Beispiel short cuts oder auch Erzählmodelle wie das Melodram durch die verschiedenen Medien hindurch zirkulieren: in der Bearbeitung durch unter-schiedliche Medien (z.B. in der klassischen intermedialen Variante als Film zum Buch), im Einwan-dern medialer Verfahren(sdifferenzen) auf verschiedene Ebenen der Selbstreflexivität, in partiellen Al-lianzen und Übertragungen (wenn etwa bei den ersten Hörspielaufnahmen Theaterkostüme getragen oder wenn Schnitttechniken des Films aufs Erzählen appliziert werden) oder in der Bildung spezifi-scher Medienkomposite etwa in Illustrierten oder im WWW, mit denen an Literatur weiteres Material „locker“ (d.h. auch in nicht auf Bedeutungskohärenz hinauslaufende Weise) angelagert wird.

Von der Forschung werden solche Aneignungs-, Übertragungs- und Kombinationsprozesse schon län-ger mit Konzepten der Inter-, Intra- und zuletzt auch der Transmedialität zu analysieren versucht. An-gemessene Klassifizierungen, plausible Unterscheidungen und vor allem die jeweils zugrunde geleg-ten Medienbegriffe stehen hier gleichwohl immer noch zur Diskussion – in einem deutlichen Interesse an Systematisierung und in einer auffälligen Orientierung am (zum Beispiel werdenden) Einzelfall. Zu diesen Debatten möchte der Workshop beitragen, und zwar mit einem verstärkten Blick auf die histo-risch konkreten Umfelder, in denen solche Transfer- und Wechselphänomene möglich werden. Aus-gangspunkt für diese Perspektivierung ist die Vermutung, dass Medienallianzen ihre eigenen Grenzen haben: dass der Diversifizierung der Medienlandschaft also nicht automatisch auch eine ungehinderte Zirkulation von Stoffen und Formen durchs gesamte Feld folgt. Solche Einschränkungen ergeben sich aber nicht ausschließlich deshalb, so eine zweite Vermutung, weil die Medien selbst hier Hindernisse aufbauen würden, sondern auch im Rahmen kultureller Regulierungen. Eben hier gilt es herauszufin-den, welche Art von Flexibilität und Selbstreflexivität welchen Formsemantiken in welchen Segmen-ten einer historischen Kultur möglich werden.

Interessierte sind willkommen, Anmeldung und Kontakt: madleen.podewski@fu-berlin.de

Programm

Donnerstag, 13.11.2014

14.00 - 14.15 Begrüßung (Andreas Blödorn/Martin Nies/Madleen Podewski)

14.15 - 15.00 Madleen Podewski (Berlin): Inter-, Intra-, Transmedialität – alles nur Fallbeispiele?

15.00 - 15.45 Martin Nies (Passau): Funktion und Semantik filmischer Literaturfiktionen

15.45 - 16.15 Kaffeepause

16.15 - 17.00 Martin Hennig (Passau): Intermediale Bezugnahmen des Videospiels im Wandel: Vom Hypertext zum Quality PC

17.00 - 17.45 Stefan Tetzlaff (Münster): Intermediale Wechselwirkungen. Geisterjäger, Peitschen und der Zugriff auf das popkulturelle Archiv im aktuellen Horror-Hörspiel

19.00 Abendessen

Freitag, 14.11.2014

9.30 - 10.15 Stephan Brössel (Münster): Regulative Diskurse der Kino-Debatte und literarisches Erzählen der Frühen Moderne

10.15 - 11.00 Andreas Blödorn (Münster): Die Eisenbahn als medienreflexives Dispositiv der Moderne

11.00 - 11.15 Kaffeepause

11.15 - 12.00 Christoph Kleinschmidt (Frankfurt): Intermateriale Moderne. Radikale Kunstallianzen am Anfang des 20. Jahrhunderts

12.00 - 12.45 Alexander Wagner (Wuppertal): Bewegte Bilder. Sukzession und Tableau in Verfilmung und Vertextung

12.45 - 13.15 Abschlussdiskussion

13.15 Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMünster
Beginn13.11.2014
Ende14.11.2014
PersonName: Andreas Blödorn 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: andreas.bloedorn@uni-muenster.de 
Name: Martin Nies 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: martin.nies@uni-passau.de 
Name: Madleen Podewski  
Funktion: Veranstalterin 
E-Mail: madleen.podewski@fu-berlin.de 
KontaktdatenName/Institution: Westfälische Wilhelms-Universität, Abteilung Neuere deutsche Literatur - Literatur und Medien 
Strasse/Postfach: Schlossplatz 34 
Postleitzahl: 48143 
Stadt: Münster 
Telefon: 0251 83 24433 
E-Mail: andreas.bloedorn@uni-muenster.de 
Internetadresse: http://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/bloedorn_a/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literatur 1880 - 1945; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/42159

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