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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Vortragsreihe der Nachwuchsforschergruppe "Vormoderne Objekte. Eine Archäologie der Erfahrung" im Wintersemester 2014/2015 (LMU München)"
RessourcentypVortragsreihen
TitelVortragsreihe der Nachwuchsforschergruppe "Vormoderne Objekte. Eine Archäologie der Erfahrung" im Wintersemester 2014/2015 (LMU München)
BeschreibungNachwuchsforschergruppe "Vormoderne Objekte. Eine Archäologie der Erfahrung" (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Vorträge im Wintersemester 2014/2015
Donnerstags, 18:15–20:00 Institut für Kunstgeschichte, Zentnerstr. 31, Raum 004

16.10.
Romana Kaske M.A.
(Nachwuchsforschergruppe Vormoderne Objekte)
Einzigartige Fremdheit: Rennewarts 'stange' in Wolframs von Eschenbach ‚Willehalm‘

Die eisenbeschlagene 'stange', die in dem Versepos ‚Willehalm‘ aus dem 13. Jahrhundert als neuartige Waffenform von ihrem Träger, dem unkultivierten Heiden Rennewart, in einem Sprechakt imaginiert und damit gleichzeitig erschaffen wird, steht exemplarisch für die Wirkung und das Potential vieler Waffen und Rüstungen in diesem Text: Die literarische Erschaffung einer neuen Objektform forderte den Rezipienten auf, gewöhnliche Zuordnungen neu zu überdenken.

06.11.
Prof. Dr. Hiltrud Westermann-Angerhausen
(Museum Schnütgen Köln, Direktorin i.R./Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
1000 mittelalterliche Weihrauchfässer aus Bronze: Liturgie und Ikonologie, Produktion und Handel

Die größte aus dem Mittelalter erhaltene Objektgruppe in Bronzeguss sind Weihrauchfässer, die zwischen 800 und 1500 entstanden. Im Kontext traditioneller Kategorien oszillieren sie zwischen "Kunst" und "Handwerk". Sie können nach typologischen Kriterien katalogisiert und in Relation zu den europäischen Handelswegen kartiert werden. Ihr Zweck, die olfaktorische und visuelle Verbreitung von Weihrauch erfordert Fragen nach der liturgischen Praxis sowie den Vergleich mit der Beschreibung von Rauchfässern in der „Schedula“ des Theophilus und nach Mikroarchitektur als Kunstform.

27.11.
Dr. Joanna Olchawa
(Freie Universität Berlin /Forschungspreis „Angewandte Kunst“ des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, 2014)
Kunst und Moral: Mittelalterliche Aquamanilien als Handlungsorientierung

Drachen, Löwen und menschliche Büsten – in derartigen Formen haben sich seit dem 12. Jahrhundert Gießgefäße für den Handwaschungsritus erhalten. Um die außergewöhnliche Formwahl zu erklären, muss das anspruchsvolle Zusammenspiel von Material, Form, Ikonographie, dem Element Wasser und dem Gebrauchskontext näher beleuchtet werden. Eine besondere Bedeutung erlangen hierbei zeitgenössische Tugend- und Lasterkonzepte, die Aquamanilien als moralisch konnotierte Objekte explizieren können.

11.12.
Dr. Philippe Cordez
(Nachwuchsforschergruppe Vormoderne Objekte)
Gefäß, Bild, Körper. Drei „Objekte“

Drei Gefäße aus verschiedenen Zeiten, die Bilder von Menschen tragen, sollen auf gemeinsame Fragen hin untersucht werden: 1. der karolingische „Tassilokelch“ der Abtei Kremsmünster, 2. ein italienischer Krug mit anthropomorphen Zügen aus dem 15. Jh. im Louvre, 3. ein Porzellankrug mit scherenschnittartigem Dekor der afro-amerikanischen Künstlerin Kara Walker von 2014.
Dazu wird Martin Heideggers Aufsatz „Das Ding“(1951)gemeinsam diskutiert,in dem der Krug im Zentrum der Überlegungen zu einer Philosophie der Dinge steht.

08.01.
PD Dr. Romedio Schmitz-Esser
(Direktor des Deutschen Studienzentrums in Venedig)
Wertvolle Tote und die Kulturgeschichte des Objekts: Die Bleitafel Bischof Leuderichs von Bremen

Objekte der Vergangenheit verfügen in der Regel über keine mitgelieferte Gebrauchsanweisung; durch eine komplexe Kontextualisierung mit den Schriftquellen geben sie aber Deutungsmöglichkeiten preis, die neue historische Narrative erschließen. In diesem Vortrag werden anhand einer Bleitafel, die sich über ihre Inschrift auf den frühmittelalterlichen Bischof Leuderich von Bremen beziehen lässt, die Möglichkeiten einer kulturwissenschaftlichen Herangehensweise an das Objekt ausgelotet.

15.01.
Dr. Kerstin Schankweiler
(Freie Universität Berlin)
Recycelte Objekte. Fallbeispiele der Schmiedekunst Benins, 19.-21. Jahrhundert

Ausgangspunkt des Vortrags bildet die berühmte Fon-Figur der Vodun-Gottheit Gu (Gott des Eisens und des Krieges), die um 1858 von dem Künstler Akati Ekplékendo geschaffen wurde und sich heute im Musée du Quai Branly in Paris befindet. Sie ist aus Metallobjekten europäischer Herkunft, wie alten Schiffsstahlplatten, Schienen, Sklavenfesseln etc., geschmiedet und damit ein relativ frühes Beispiel für Recycling in der bildenden Kunst. Wie lebendig diese künstlerische Praxis in Benin auch heute noch ist, belegen exemplarische Positionen der Brüder Théodore und Calixte Dakpogan, Benjamin Deguenon und anderen.

22.01.
Dr. Valérie Kobi
(Nachwuchsforschergruppe Vormoderne Objekte/Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung)
Nachruhm gestalten: Säkulare Relikte und Künstlerlegenden vom 16. bis ins frühe 19.Jahrhundert

Viele Objekte, die eigentlich die Gründung der Kunstgeschichte markieren, werden heute hauptsächlich als Kuriositäten betrachtet, wie Michelangelos Siegel, Raphaels Knochen oder Albrecht Dürers Haarlocke. An einigen Beispielen wird dargestellt, wie sie als Originale oder Apokryphe in Narrative ein geschrieben wurden und die Anwesenheit verstorbener Meister vergegenwärtigten – in einer Dynamik, die an die Funktionsweisen sakraler Relikte erinnert.

29.01.
Prof. Dr. Aden Kumler
(University of Chicago/ Wissenschaftskolleg zu Berlin)
Pseudomorphology as a material strategy in the Middle Ages

The paper will explore a particular phenomenon of pseudomorphology in the object world of medieval Europe: the deliberate cultivation of resemblance between object types as a productive strategy with significant material and conceptual implications for medieval people. Rather than developing a causal account organized in relation to concepts of influence, I propose to examine this medieval phenomenon as one aspect of a larger "object economy" in which questions and experiences of value, the commensurate and the immensurate, exchange, as well as sanctification and profanation were at very much in play.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.kunstgeschichte.uni-muenchen.de/ifk/objekte2/bilder/winters...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMünchen
Beginn16.10.2014
Ende29.01.2015
PersonName: Cordez, Philippe [Dr.] 
Funktion: Koordinator 
E-Mail: Philippe.Cordez@kunstgeschichte.uni-muenchen.de 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Kunstgeschichte, Ludwig-Maximilians-Universität München 
Internetadresse: http://www.kunstgeschichte.uni-muenchen.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literatur 1150 - 1300; Literatur- u. Kulturgeschichte; Motiv- u. Stoffgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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