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Ergebnisanzeige "Beiträge für einen Sammelband "Das Komische in der Kultur" gesucht"
RessourcentypCall for Papers
TitelBeiträge für einen Sammelband "Das Komische in der Kultur" gesucht
BeschreibungDas Komische in der Kultur

Herausgegeben von Hajo Diekmanshenke, Stefan Neuhaus und Uta Schaffers

Call for Papers

Das Thema:
Der Begriff des Komischen gehört zu einem Wortfeld ähnlicher und immer wieder neu diskutierter und hierarchisierter Begriffe wie lustig, heiter, lächerlich oder witzig. Die Substantivbildungen werden als Gattungsbegriffe und Zustandsbeschreibungen verwendet: Komik, Komödie, Witz, Heiterkeit, Lächerliches, Lustspiel … Komik, wenn sie denn Wirkung zeitigt, ruft Lachen, Schmunzeln, Kichern und andere körperliche wie emotionale Reaktionen hervor. Auslöser etwa des Lachens ist etwas, das – im jeweiligen historischen Moment – als ‚komisch’ rezipiert wird, ein Ereignis oder auch eine sprachliche Handlung, sei es ein Witz oder ein komischer Roman. Doch auch Nicht-Sprachliches kann als komisch erfahren werden, eine Pantomime zum Beispiel, eine Zeichnung oder ein Cartoon, ein Musikstück oder eine Fotografie.
Das Komische ist codiert und die Wirkung sowie die jeweiligen Sinnzuschreibungen sind abhängig vom historischen und kulturellen Kontext. Der Komik als künstlerischer oder medialer Ausdrucksform werden ebenso wie dem Lachen als körperlichem und sozialem Ausdruckshandeln zudem verschiedene Funktionen zugeschrieben. Diese können moralischer, sozialer oder politischer, aber auch hygienischer, therapeutischer oder dietätischer Natur sein. Je nach Auffassung galt und gilt Komik und Lachen dann als notwendig, belebend und reinigend oder als Form des unbotmäßigen Widerstands, gar als destruktiv. So war das Lachen für den englischen Philosophen Francis Hutcheson ein Prüfstein der Wahrheit: „Lachen ist eine erfreuliche Erregung des Geistes […]. Hieraus entspringt die große Bedeutung dieses Gefühls oder dieser Veranlagung, nämlich daraus, die Sitten zu verfeinern und ihre Fehler zu berichtigen“ (Thoughts on Laughter, 1727). Das Verlachen der Mächtigen jedoch hat subversives Potential, das bestehenden Ordnungen gefährlich werden kann. So hat Michail Bachtin auf das gesellschaftlich Widerständige des Komischen am Beispiel des Karnevalistischen hingewiesen. Lachen kann in der Folge sowohl Wohlbehagen als auch Scham auslösen – hier erweist sich dann das disparate Verhältnis der Komik und des Lachens zu Verstand und Gefühl.
Was komisch ist oder sein darf wird kulturell und sozial immer wieder neu ausgehandelt, entlang an sozialen, kulturellen und auch religiösen Normen, Grenzziehungen und Konventionen. Sigmund Freud hat in dem wohl am häufigsten rezipierten wissenschaftlichen Text zum Thema, Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten (1905), vor allem den Lustgewinn betont, der gerade auch im Verstoß gegen Regeln und Konventionen der Gesellschaft begründet liegt. Je nach Erkenntnisinteresse wird in der wissenschaftlichen Forschung auf diese und auf andere Komiktheorien zurückgegriffen, eine kleine Auswahl und Übersicht findet sich in dem von Helmut Bachmaier herausgegebenen Band Texte zur Theorie der Komik (Stuttgart: Reclam 2005). In jüngerer Zeit hat auch die linguistische Pragmatik das Komische als Forschungsgegenstand entdeckt und neue Perspektiven auf diesen Gegenstand entwickelt.
Ohne Übertreibung lässt sich feststellen: Das Komische oder das, was jeweils als komisch angesehen wird, ist allgegenwärtig – in der Werbung, im Film, in der Kunst und der Literatur, in der Musik, im Kabarett, manchmal (und oft ungewollt) in der Politik, in der Religion und selbstverständlich im Alltag. Auch aus diesem Grund ist das Komische ein prominentes Thema in den Geistes- und Kulturwissenschaften. Es erscheint in den unterschiedlichsten Formen und in allen Abstufungen – vom platten Heischen nach Lachern bis hin zum feinen ästhetischen Spiel. Versteht man das Komische nun als ein Kulturphänomen, so stellt sich zugleich die Frage nach seiner Inter- oder gar Transkulturalität. Ist beispielsweise der sprichwörtliche britische Humor ein anderer als der – immer wieder in Frage gestellte – deutsche?

Gesucht: Weitere Beiträge für einen Sammelband:
Beabsichtigt ist die Herausgabe eines Sammelbandes in der neuen Reihe "Dynamiken der Vermittlung: Koblenzer Studien zur Germanistik" im Tectum Verlag. Der Band soll Beiträge versammeln, die die Bedeutung des kulturellen Kontextes für die Konzeption und Rezeption von Komik in möglichst vielen denkbaren Facetten erforschen. Zu den möglichen Aspekten gehören:
- der Begriff der Komik und des Komischen,
- die Möglichkeiten der Beschreibung sprachlicher, visueller etc. Komik,
- kulturelle, politische, soziale Funktionen des Komischen,
- die Historizität des Komischen,
- (inter)kulturelle Aspekte des Komischen,
- Komik in den (Massen-)Medien, etwa in Literatur, Film und Internet.
Es liegt bereits eine Auswahl an Beiträgen vor, die auf eine Ringvorlesung zurückgeht, die im Sommersemester 2014 an der Universität Koblenz-Landau (Campus Koblenz) stattfand.
Interessierte Kolleginnen und Kollegen werden gebeten, Vorschläge für Beiträge bis zum 30.11.2014 an die HerausgeberInnen zu senden. Die Vorschläge sollten aus einem Arbeitstitel, einem Abstract von ca. einer halben Seite und einigen biobibliographischen Angaben zur Verfasserin / zum Verfasser bestehen.
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir vermutlich nicht jeden Vorschlag berücksichtigen können, die Auswahl kann erst nach einer Sichtung und thematischen Gliederung der eingegangenen Abstracts geschehen.

Ihren Vorschlag schicken Sie bitte bis an eine der folgenden Personen:
Prof. Dr. Hajo Diekmannshenke, diekmann@uni-koblenz.de
Prof. Dr. Stefan Neuhaus, neuhaus@uni-koblenz.de
Prof. Dr. Uta Schaffers, schaffers@uni-koblenz.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss30.11.2014
Anmeldeschluss30.11.2014
Beginn07.10.2014
Ende30.11.2014
PersonName: Prof. Dr. Stefan Neuhaus 
Funktion: Mit-Herausgeber 
E-Mail: neuhaus@uni-koblenz.de 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Germanistik, Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz 
Strasse/Postfach: Universitätsstr. 1 
Postleitzahl: 56070 
Stadt: Koblenz 
Telefon: 0261/287-2023 
E-Mail: neuhaus@uni-koblenz.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLinguistik; Angewandte Linguistik/ Sprache im Beruf (Technische Kommunikation, Sprachberatung, Schreibtraining, Gesprächstraining, Sprecherziehung, Texttechnologie, sprachbezogene Computeranwendungen, forensische Linguistik); Semiotik (Text und Bild); Sprache in den Medien / Medienwissenschaft (Sprache in Massenmedien, Internet und Hypertext, Medienentwicklung); Sprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Stilistik / Rhetorik (inkl. Argumentationstheorie, Stilbegriff, Persuasionstheorie, politische Sprache, Werbesprache); Literaturwissenschaft; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturtheorie: Themen; Motiv- u. Stoffgeschichte
Klassifikation02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl) > 02.02.00 Studien; 02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl) > 02.07.00 Textwissenschaft; 02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl) > 02.08.00 Stilistik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.03.00 Studien; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.12.00 Interpretation. Hermeneutik
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