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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "ISECS-Panel 2015: Anthologien im langen 18. Jahrhundert"
RessourcentypCall for Papers
TitelISECS-Panel 2015: Anthologien im langen 18. Jahrhundert
BeschreibungCall for papers
(English version below)

14th International Congress for Eighteenth-Century Studies (ISECS),
26.-31. Juli 2015, Rotterdam (Niederlande)

Wir erbitten Vortragsvorschläge zu folgendem Panel, das von der Kongressleitung angenommen wurde:

Anthologien im langen 18. Jahrhundert
(Nora Ramtke, Dr. Seán M. Williams)

›Blumenlese‹ ist die Lehnübersetzung, die Campe 1801 anbietet, um »eine Auswahl kleinerer Gedichte« zu bezeichnen – dabei hatte sich der Begriff ›Anthologie‹ in dieser allgemeinen Bedeutung selbst erst vor nicht allzu langer Zeit im Deutschen etabliert, um die vielfältigen poetischen Sammlungsformen zu bezeichnen, deren Zahl sich im langen 18. Jahrhundert kontinuierlich steigerte und deren Bandbreite von der Neukirch-Sammlung (1695-1727) über die Arbeiten Karl Wilhelm Ramlers hin zu Des Knaben Wunderhorn (1806-1808) reicht. Schon der rein quantitative Anstieg wirft die Frage auf, wie und ob sich Anthologien zeitgenössisch als programmatische Gattung entwarfen, deren Autor- bzw. Werkkonzept sich in spezifischer Weise von einzelautorzentrierten (Werk-)Ausgaben unterscheidet. Im Anschluss an die grundlegende Arbeit von Bark/Pforte zur deutsch-sprachigen Anthologie (1969f.) gilt es daher, die Frage nach der Herausbildung und Abgrenzung der Gattung im 18. Jahrhundert unter veränderter Perspektive erneut zu stellen und um Fallstudien zu benachbarten Sammlungsformen mit didaktischem oder unter-haltendem Charakter wie Kollektaneen, Analekten, Gesangbüchern, Musenalmanachen, Taschenbüchern etc. zu erweitern.

Es bieten sich Untersuchungen zu folgenden Fragekomplexen an:

1.
Das Spannungsfeld von Autorschaft, Herausgeberschaft und Leserschaft; welche Konzepte von Autorschaft liegen der Zusammenstellung mehrerer Autoren in einem Buch zugrunde? Ebenso die Rolle des Verlegers – oder auch des Nachdruckers! – sowie des Gewinns, der sich mit Anthologien sowohl in wirtschaftlicher als auch in gesellschaftlicher Hinsicht verbindet.
2.
Die Frage, in welchem Maße sich Anthologien einzelnen Themen oder Autorgruppen widmen und welche Sammlungskriterien sich ausmachen lassen, auch mit Blick auf andere Sammlungsformen. Vorträge können beispielsweise nationale, regionale oder genderspezifische Aspekte fokussieren.
3.
Fallstudien zur Organisationsform von Anthologien oder zur impliziten bzw. expliziten zeitgenössischen Reflexion gattungsspezifischer Präsentationsmodi. Wie stellt sich das Nebeneinander der verschiedenen Beiträge dar? Kann man von einer ›Poetik der Anthologie‹ sprechen? In welcher Hinsicht lassen sich Anthologien als ›Werke‹ im emphatischen Sinne lesen? Lässt sich das Verhältnis von Anthologien und Gedichtsammlungen der Einzelautoren als Konkurrenz oder als fruchtbare Ergänzung beschreiben?

Wir freuen uns auf Vortragsvorschläge in englischer oder deutscher Sprache (max. 1 Seite per Email) bis zum 1. Dezember 2014, die sich an diese drei Themenbereiche anschließen oder sie erweitern. Die Kongresssprache ist Englisch. Eine zweisprachige Publikation der Beiträge ist geplant.

Informationen zum Kongress: http://isecs2015.wordpress.com/

Organisatoren des Panels:

Nora Ramtke: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum. http://staff.germanistik.rub.de/nora-ramtke/
nora.ramtke@rub.de

Dr. Seán M. Williams: Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Germanistik, Universität Bern. http://www.seanmwilliams.com/
sean.williams@germ.unibe.ch

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ENGLISH VERSION

German-language Anthologies in the Long 18th Century
(Nora Ramtke and Seán M. Williams)

According to Campe’s dictionary definition in 1801, the Anthologie – a loan word introduced into German in this period – is a selection of short poems. Especially after the success of the Neukirch-Sammlung (1695-1727) and Karl Wilhelm Ramler’s anthologizing, more and more collections were brought to market in the long eighteenth century, through to Des Knaben Wunderhorn (1806-1808). Following important historical work by Bark and Pforte (1969-), we would like to address once again the blossoming genre of what was also called the Blumenlese in light of literary theory of the past half-century, and widening our corpus to lesser-known case studies. We also propose to discuss volumes of verse by various hands alongside collections conceived for pedagogical use or entertainment value (Kollektaneen, Analekten, Gesangbüchern, Musen¬alma¬nach¬en, Taschenbüchern etc). We shall ask whether the eighteenth-century anthology is a specific genre with its own function and discrete characteristics, or is better understood as a catch-all term. Possible topics include:

1.
The nexus of authorship, editorship, scholarship and their readerships; or the role of the publisher (or pirate publisher!) and the profits derived from producing anthologies – either in a monetary sense, or in terms of prestige.
2.
The extent to which anthologies seek to represent particular groups or categories exclusively, or in a peculiar way, compared to other forms of collecting and publishing verse by various poets. Papers might thematize nationalism, regionalism or gender, for instance.
3.
Close readings of the ways in which certain anthologies were organized, or of contemporary reflections on principles of presentation. Can we speak of a poetics of the anthology; in what regard might individual anthologies be read as artistic works, and did anthologies emerge in conflict with, or in complementary relation to, authors’ own collections of poetry?

We welcome papers from scholars of all stages. Submission of abstracts (max. 1 page) by December 01, 2014 via email to the conveners: nora.ramtke@rub.de and sean.williams@germ.unibe.ch. We intend to publish the proceedings as a dual-language volume: Das Erblühen der Blumenlesen. Anthologien im langen 18. Jahrhundert.
For more information see: http://isecs2015.wordpress.com/

Nora Ramtke: Wissenschaftliche Mitarbeiterin at the Institute of German Studies, Ruhr-University Bochum. staff.germanistik.rub.de/nora-ramtke
nora.ramtke@rub.de
Seán M. Williams: Wissenschaftlicher Asisstent at the Institute of German Studies, University of Bern. www.seanmwilliams.com
sean.williams@germ.unibe.ch
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortRotterdam
Bewerbungsschluss01.12.2014
Anmeldeschluss15.01.2015
Beginn26.07.2015
Ende31.07.2015
PersonName: Ramtke, Nora 
Funktion: Organisator 
E-Mail: nora.ramtke@rub.de 
Name: Williams, Seán [Dr.] 
Funktion: Organisator 
E-Mail: sean.williams@germ.unibe.ch 
KontaktdatenName/Institution: Ruhr-Universität Bochum, Germanistisches Institut 
Strasse/Postfach: Universitätsstr. 150 
Postleitzahl: 44801 
Stadt: Bochum 
Telefon: 3225095 
E-Mail: nora.ramtke@rub.de 
Internetadresse: http://staff.germanistik.rub.de/nora-ramtke/ 
LandNiederlande
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Lyriktheorie; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.)
Zusätzliches SuchwortAnthologien
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URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/41426

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