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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Menschenbild und Menschenwürde am Ende des Lebens"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelMenschenbild und Menschenwürde am Ende des Lebens
BeschreibungMenschenbild und Menschenwürde am Ende des Lebens

Kongress des Interdisziplinären Forums für Biomedizin und Kulturwissenschaft (IFBK) der Universität Heidelberg

8. bis 10. Mai 2008

Vom 8. bis zum 10 Mai 2008 widmet sich ein interdisziplinärer Kongress an der Universität Heidelberg dem Menschenbild und der Menschenwürde am Ende des Lebens. Die insgesamt 13 Vorträge aus den Bereichen der Medizin und der Biowissenschaften, der Medizingeschichte, Rechtswissenschaft und Theologie sowie verschiedener kultur- und geisteswissenschaftlicher Fächer sind öffentlich. Die internationale Tagung beginnt am Donnerstag, 8. Mai 2008, mit einer Lesung von Nicola Bardola aus seinem Roman "Schlemm" in der Aula der Alten Universität. Gegenstand von Bardolas autobiografischem Roman, der eine heftige Kontroverse in den Medien hervorgerufen hat, ist der assistierte Doppelsuizid der an Krebs erkrankten Eltern. Der Roman führt ins thematische Zentrum des Kongresses.

Immer mehr Menschen werden immer älter; viele sind im hohen Alter hilfsbedürftig und leben mit dem Wissen um den nahenden Tod. Die Vorstellung vom Lebensende muss jedoch nicht notwendigerweise an das fortgeschrittene Alter geknüpft werden: Junge Menschen können ebenso mit einem möglicherweise absehbaren Tod konfrontiert sein. Diese Zeitspanne zwischen der Erkenntnis der Begrenztheit des Lebens und dem konkreten "Lebensende" erfordert sowohl von den Betroffenen als auch von ihrer Umwelt eine differenzierte Wahrnehmung individueller Möglichkeiten und Grenzen. Sie stellt die Frage, wie das Leben unter den eingeschränkten Bedingungen noch gestaltet werden kann.

Das Bild unserer Gesellschaft wird in den kommenden Jahrzehnten sehr viel stärker als bisher von Menschen in dieser Lebensphase bestimmt werden, Hilfsbedürftigkeit und Gebrechlichkeit werden sich nicht mehr in Senioren- und Pflegeheime abschieben lassen, sondern einen Platz inmitten der Gesellschaft beanspruchen. Sind wir darauf vorbereitet? Der Umgang mit alternden Menschen verlangt neben Empathie auch Erfahrung und Kenntnisse vom Prozess des Alterns, von altersgeprägten Krankheitsverläufen und von den letzten Phasen des Lebens. Die Beiträge des Kongresses verengen die Perspektive daher nicht auf die Physis, sondern nehmen genauso historische, psychische, intellektuelle und religiöse Aspekte, kulturell tradierte Sichtweisen und ästhetische Repräsentationen des Sterbens in den Blick.

In dieser umfassenden Perspektive fragt der Kongress danach, wie es um die Kultur des Alterns in unserer Gesellschaft wirklich bestellt ist. Er möchte nicht nur Bestandsaufnahme leisten, sondern darüber hinaus Impulse geben in der gegenwärtigen Diskussion um die Beurteilung des Menschen am Ende seines Lebens, seiner Bedürfnisse und seiner Würde. Normative Überlegungen ergänzen dabei die deskriptiv-analytische Auseinandersetzung.

Ausgerichtet wird der Kongress vom "Interdisziplinären Forum für Biomedizin und Kulturwissenschaften (IFBK)".

Programm

Donnerstag, 08.05.08

17.00 Uhr
Sektempfang

18.15 Uhr
Andreas Kruse
Chromatische Fantasie in d-Moll, BWV 903, Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Grußwort des Rektors der Universität Heidelberg
Prof. Dr. Bernhard Eitel

Eröffnung des Kongresses
Prof. Dr. Wilfried Härle (Heidelberg)

Im Alter Hand an sich legen? Von der Würde des Menschen am Ende des Lebens Nicola Bardola liest aus seinem Roman "Schlemm"

anschließend Podiumsdiskussion mit Nicola Bardola, Prof. Dr. Wolfgang Eckart, Prof. Dr. Wilfried Härle, Prof. Dr. Helmuth Kiesel, Prof. Dr. Andreas Kruse

Andreas Kruse
Klaviersonate in a-Moll, 1. Satz, KV 310, Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)


Freitag, 09.05.08

9.15-9.45 Uhr
Priv.-Doz. Dr. Michael Murrmann-Kahl (Wien)
"Logik des Zerfalls": Naturbeherrschung und Personsein am Lebensende

10.00-10.30 Uhr
Prof. Dr. Christoph Elsas (Marburg)
Interreligiöse Fragestellungen zu Menschenbild und Menschenwürde am Ende des Lebens

Moderation: Prof. Dr. Wilfried Härle

10.45-11.15 Uhr
Kaffeepause

11.15- 11.45 Uhr
Prof. Dr. Dr. Klaus Bergdolt (Köln)
Menschenwürde und Sterben zu Pestzeiten

12.00-12.30 Uhr
Prof. Dr. Wolfgang Eckart (Heidelberg)
Der Tod des Arlequin: Zur politischen Moral des Seuchensterbens in Heines Cholerabericht 1832

Moderation: Prof. Dr. Horst-Jürgen Gerigk

13.00-14.00 Uhr
Mittagspause

14.15-14.45 Uhr
Prof. Dr. Dr. Lorenz Welker (München)
Totenklage und Lamento: Vom Umgang mit dem Sterben in der Musik

15.00-15.30 Uhr
Prof. Dr. Helmuth Kiesel (Heidelberg)
Sterben in der schönen Literatur

15.45-16.30 Uhr
Dr. Kurt W. Schmidt (Frankfurt am Main)
"Herr Doktor - heißt das, ich muß sterben?" Die Diagnosemitteilung im Spielfilm und das Weiterleben angesichts des Todes

Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Eckart

16.45-17.15 Uhr
Kaffeepause

17.15-17.45 Uhr
Prof. Dr. Brigitte Tag (Zürich)
Vom Recht auf einen menschenwürdigen Tod

18.00-18.30 Uhr
Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer (Gießen)
Der Tod, der nicht mehr kommt: Von der Veränderung des Umgangs mit dem Lebensende

Moderation: Priv.-Doz. Dr. Michael Anderheiden


Samstag, 10.05.08

9.15-9.45 Uhr
Prof. Dr. Pat Thane ( London)
History of Old Age

10.00-10.30 Uhr
Prof. Dr. Horst-Jürgen Gerigk (Heidelberg)
Männlich-weiblich. Hohes Alter als literarisches Thema

Moderation: Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs

10.45-11.15 Uhr
Kaffeepause

11.15-11.45 Uhr
Prof. Dr. Peter G. Coleman (Southampton)
Dementia, Personhood and End of Life

12.00-12.30 Uhr
Prof. Dr. Andreas Kruse (Heidelberg)
Der Respekt vor der Würde des Menschen am Ende seines Lebens

Moderation: Prof. Dr. Claus R. Bartram


Veranstaltungsort: Aula der Alten Universität, Grabengasse
(Universitätsplatz)

Geschäftsführende Direktoren des IFBK:
Prof. Dr. Claus R. Bartram, Institut für Humangenetik
Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs, Klinik für Allgemeine Psychiatrie

Tagungsleitung: Prof. Dr. Helmuth Kiesel, Germanistisches Seminar

Kontakt: Priv.-Doz. Dr. Karin Tebben
Germanistisches Seminar, Hauptstraße 207-209, 69117 Heidelberg
Tel. 0049(0)6221-543215, Fax: 0049(0)6221-543249
karin.tebben@gs.uni-heidelberg.de


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Holger Pils
Germanistisches Seminar
Universität Heidelberg
Hauptstr. 207-209
69117 Heidelberg
Tel.: 06221-543214
Mail: holger.pils@gs.uni-heidelberg.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortHeidelberg
Beginn08.05.2008
Ende10.05.2008
PersonName: Pils, Holger 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: holger.pils@gs.uni-heidelberg.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Heidelberg, Germanistisches Seminar 
Strasse/Postfach: Hauptstr. 207-209 
Postleitzahl: 69117  
Stadt: Heidelberg 
Telefon: +49(0)6221-543214 
Fax: +49(0)6221-543249 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte)
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
Ediert von  H-Germanistik
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