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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Religiöses Wissen in der Lyrik der Frühen Neuzeit"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelReligiöses Wissen in der Lyrik der Frühen Neuzeit
BeschreibungReligiöses Wissen in der Lyrik der Frühen Neuzeit
26.-28.9.2014

Der Begriff der Religion durchläuft in der Frühen Neuzeit einen fundamentalen Wandel, insofern sich mit der Reformation selbst und dann wiederum mit den innerkonfessionellen Reformbewegungen vor allem des 17. Jahrhunderts eine zunehmende ‚Verinnerlichung’ des Glaubens vollzieht. Die Theologie als logisch und systematisch strukturierte ‚Theorie’ des Glaubens wird gegenüber der ‚Frömmigkeit’ als dem ‚gelebten Glauben’, der ‚praxis pietatis’, abgewertet. Im selben historischen Zeitraum entsteht die moderne Gattung einer ‚Lyrik’ als Konstruktion eines ‚inneren Ausdrucks’ persönlicher Gefühle, Empfindungen und Überzeugungen. Religion und ‚Lyrik’ geraten in ein enges Verhältnis, da sich persönliche, ‚subjektive’ religiöse Überzeugungen und individuelle Glaubensbekenntnisse jetzt in lyrischer Form äußern können. Logische und lyrische Form geraten zunehmend in einen Gegensatz. Die sich herausbildende, spezifisch ‚lyrische Subjektivität’ konvergiert dagegen mit der Entstehung der ‚Naturlyrik‘, in der die Natur als göttlich beseeltes Wesen erscheint, das dem ‚lyrischen Ich’ affektiv antwortet. Ähnliches gilt für die Liebeslyrik, in der Konstruktionen von Innerlichkeit und Gefühlsintensität sowie die ‚Subjektivität’ des 18. Jahrhunderts ihren Höhepunkt finden.
Im Zentrum der Tagung steht die Frage nach den Transformationsprozessen, die das religiöse Wissen in lyrischen Formen durchläuft. Wie wird dieses Wissen in lyrischen Texten kenntlich gemacht, wie wird es transformiert? Wie wirken die lyrischen Formen, die das religiöse Wissen annehmen kann, auf das Wissen selbst ein?

Konzipiert vom Teilprojekt „Formen der Paradoxie als Indikatoren epistemischer Umbrüche im 16. und 17. Jahrhundert“ (Peter-André Alt, Volkhard Wels) des SFB 980 „Episteme in Bewegung“.

Tagungsort: Seminaris CampusHotel, Takustr. 39, 14195 Berlin

Tagungsprogramm:

Freitag, 26. September

14:00 Ankunft

14.15 Gyburg Uhlmann (Berlin): Einführung in das Forschungsprogramm des SFB
Volkhard Wels (Berlin): Einführung in das Tagungsthema

Moderation: Volkhard Wels

15.00 Peter-André Alt (Berlin): Allegorische Konstruktionen in paradoxer Zuspitzung. Über die Diskursivierung religiöser Denkmuster in englischer und deutscher Lyrik des 17. Jahr¬hun-derts (Herbert, Czepko, Silesius)

16.00 Irmgard Scheitler (Würzburg): Konfessionelle Differenzen in Verbreitung und Gebrauch religiöser Gesangslyrik

17.30 Ralph Häfner (Freiburg): Der Gelehrte als Märtyrer. Johann Christian Günther und der burleske Stil um 1700

18.30 Andreas Lindner (Erfurt): „In Arbeit und Beruf“ – Zur lyrischen Verinnerlichung lutherischer Standes- und Berufsethik


Samstag, 27. September

Moderation: Jörg Robert

9.00 Simone de Angelis (Graz): Newton in der Dichtung

10.00 Mark-Georg Dehrmann (Hannover/Berlin): Gott im Gedicht. Deistische und orthodoxe Gotteserkenntnis nach 1700

11.30 Volkhard Wels (Berlin): Zur religionshistorischen Verortung des physikotheologischen Naturbegriffs, insbesondere bei Brockes

Moderation: Gesa Dane

14.00 Hans-Georg Kemper (Tübingen): Un-/Biblischer Schöpfungsgesang. Psalm 8 und die Anfänge der deutschen Naturlyrik

15.00 Kevin F. Hilliard (St Peter’s College, Oxford): „Wo bin ich?“ Zur religiösen Konstitution der Lyrik in der Frühen Neuzeit

16.30 Jörg Robert (Tübingen): Aus der Welt – Ekstase als lyrische Form

17.30 Franz M. Eybl (Wien): „Ich sahe mit betrachtendem Gemüte“. Lyrische Inszenierung religiöser Inspiration

18.30 Wolfgang Proß (Bern): Ketzer-Lyrik. Von der Gefährlichkeit des poetischen Ausdrucks


Sonntag, 28. September

Moderation: Irmgard Scheitler

9.00 Andreas Beck (Bochum): Ungebrochener Glanz konventioneller Artistik. „Liebe ist stärcker als tödtliche Schmertzen“ im „Parnassus Boicus“

10.00 Stefan Elit (Paderborn): Heiliger Ernst, das Ich und säkulares Spiel? Galante Lyrik, Religiosität und Individuierung um 1700

11.30 Günter Butzer (Augsburg): Übung und Wissen in der Lyrik der Frühen Neuzeit

12.30 Mittagspause

Moderation: Mark-Georg Dehrmann

14.00 Gesa Dane (Berlin): Christlicher Epikurismus? Lohensteins Preisgedicht „Venus“

15.00 Bernhard Jahn (Hamburg): Morgenglanz und Seelenwanderung ¬¬– Knorr von Rosenroths „Neuer Helicon“ und die Diskussion um die Präexistenz der Seelen im 17. Jahrhundert

16.00 Ende der Tagung


Um Voranmeldung bis zum 22.09.2014 wird gebeten.

Kontakt: Isabel von Holt, M.A.
isabel.vonholt@fu-berlin.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Beginn26.09.2014
Ende28.09.2014
PersonName: von Holt, Isabel [M.A.] 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: isabel.vonholt@fu-berlin.de 
KontaktdatenName/Institution: Teilprojekt A06 "Paradoxien als Indikatoren epistemischer Umbrüche im 16. und 17. Jahrhundert" des Sonderforschungsbereichs 980 "Episteme in Bewegung" an der Freien Universität Berlin 
Strasse/Postfach: Schwendenerstraße 8 
Postleitzahl: 14195 
Stadt: Berlin 
Telefon: 030/83859024 
E-Mail:  info@sfb-episteme.de 
Internetadresse: www-sfb-episteme.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literatur 1580 - 1700; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.03.00 Literaturgeschichtsschreibung; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.04 Lyrik; 11.00.00 17. Jahrhundert; 11.00.00 17. Jahrhundert > 11.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 11.00.00 17. Jahrhundert > 11.04.00 Pietismus; 11.00.00 17. Jahrhundert > 11.10.00 Gattungen und Formen; 11.00.00 17. Jahrhundert > 11.10.00 Gattungen und Formen > 11.10.04 Lyrik
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