VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Spiegelungen. Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (Heft 1/2015). Literatur in Wendezeiten. Deutschsprachige Literaturen und der Donau-Karpaten-Raum seit den 1980er Jahren"
RessourcentypCall for Papers
TitelSpiegelungen. Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (Heft 1/2015). Literatur in Wendezeiten. Deutschsprachige Literaturen und der Donau-Karpaten-Raum seit den 1980er Jahren
BeschreibungCall for Papers
Spiegelungen. Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (Heft 1/2015)

Literatur in Wendezeiten
Deutschsprachige Literaturen und der Donau-Karpaten-Raum
seit den 1980er Jahren

Vor dem Hintergrund aktueller kulturwissenschaftlicher Ansätze zu Identitäts- und Kulturkonzepten wie Hybridität, Transdifferenz oder Transformation soll in Heft 1/2015 kritisch geprüft werden, wie sich das theoretische und das im öffentlichen Diskurs verwendete Konzept der deutschsprachigen Literaturen in Südosteuropa sowie ihre innere Beschaffenheit in den letzten Jahrzehnten gewandelt haben. Der Sprachwechsel der deutschen Minderheit führte z.B. in Ungarn dazu, dass literari-sche Reflexionen der Minderheitenexistenz in der Sprache der Mehrheit verfasst wurden. Der Fall von Márton Kalász ist der bekannteste in dieser Hinsicht. Als Ge-genbeispiel kann Rumänien angeführt werden, wo die wenigen zurückgebliebenen Deutschen ihre Sprache bewahrten und ihre Literatur fortschrieben.
In der Zeit seit den 1980er Jahren veränderten sich die Rahmenbedingungen des Literaturbetriebs wie der öffentlichen Wahrnehmung und Wirkung von Literatur spürbar. Zugleich begannen in den Ländern des Donau-Karpaten-Raumes divergierende Prozesse der Re-Inspektion bzw. der Re-Interpretation der Vergangenheit durch neue Akteure und Autoren im Rahmen neuer politischer sowie kultureller Settings.
Die Aufsätze können daher u.a. folgende thematische Schwerpunkte haben:
• literarische Vergangenheitskonstruktionen,
• literarische Entwürfe im sich wandelnden Prozess der Identitätskonstruktion,
• gruppenbezogene Untergangsszenarien und Zukunftserwartungen,
• Veränderungen der literarischen Formen und Ausdrucksmittel,
• literarische Raumentwürfe.
Mit diesem Schwerpunktthema soll der Blick nicht nur auf die deutschsprachigen Literaturen in der Region gerichtet werden, sondern auch auf solche, die in den Sprachen der Region verfasst wurden und die sich dank ihrer deutschen Übersetzungen auch in ihrem Entstehungskontext einer breiteren Wahrnehmung erfreuten. Für das Verständnis der Transformationsprozesse in Ostmittel- und Südosteuropa in der deutschsprachigen Öffentlichkeit waren solche Übertragungen von großer Bedeutung. Als prominenteste Beispiele sei auf die Rezeption der ungarischen Autoren Péter Esterházy und Imre Kertész sowie auf jene der rumänischen Dichter Ana Blandiana und Mircea Dinescu verwiesen. Fragestellungen nach den Auswirkungen von Übersetzungen auf ihre ein-heimische Rezeption, nach den Verflechtungen zwischen den Literaturen der Titularnationen, den deutschen Literaturen der Regionen oder auch dem Schreiben binnendeutscher Autoren können gleichfalls in Betracht gezogen werden.
Seit den 1980er Jahren sind viele Menschen aus dem Donau-Karpaten-Raum in westliche Länder, u. a. nach Deutschland, ausgewandert – im Gefolge von Krisen und Kriegen, insbesondere aber als Migranten innerhalb eines sich neu definieren-den Europas. Die Anpassungsprozesse und die Auseinandersetzung mit der hinter-lassenen Vergangenheit sind wichtige Themen der nach Deutschland ge-kommenen Autoren. Sind sie aber in Deutschland weiterhin rumänien- oder ungarndeutsche Autoren? Gehören sie nunmehr, Herta Müller oder Oskar Pastior zum Beispiel, zur „binnendeutschen“ Literatur? Oder sind sie als Mitteleuropäer zu bezeichnen? Die Hinterfragung und Abgrenzung dieser Zuordnungen zählen ebenso zu den erörterungswürdigen Themen wie die Frage nach den Erfahrungen und Sichtweisen, die die nach Deutschland gekommenen Autoren in ihren Werken vermitteln – ob Deutsch nun ihre Muttersprache oder die von ihnen als Aus-drucksmittel gewählte Sprache ist. Die Werke von Autoren wie Terézia Móra, Zsuzsanna Gahse, Ilija Trojanow oder Nicol Ljubić sind in dieser Hinsicht von be-sonderer Relevanz.
Nicht zuletzt können neue Methoden in der Erforschung deutschsprachiger Literaturen zum Donau-Karpaten-Raum ab den Achtzigerjahren im Fokus stehen. Dabei erscheint es sinnvoll, immer auch am Werk zu arbeiten und die Rückbindung an spezifische literarische Fallbeispiele zu suchen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland werden gebe-ten, ihre Vorschläge in Form eines Abstracts bis 1. Oktober 2014 ausschließlich un-ter der u. a. E-Mail-Adresse einzureichen. Nach Zusage der Redaktion werden die Aufsätze im Umfang von maximal 40 000 Zeichen bis zum 31. Januar 2015 erwartet. Über die Publikation der eintreffenden Beiträge entscheidet die Redaktion unter Einbeziehung externer Fachleute.

Kontakt: spiegelungen@ikgs.de
Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V. (IKGS)
an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Halskestr. 15
81379 München

Telefon: + 49 (0) 89-78 06 09-0
Telefax: + 49 (0) 89-78 06 09-22

Web: www.ikgs.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss01.12.2014
PersonName: Juliane Brandt (Dr.) 
Funktion: wissenschaftliche Mitarbeiterin 
E-Mail: spiegelungen@ikgs.de 
Name: Enikö Dácz (Dr.) 
Funktion: wissenschaftliche Mitarbeiterin 
E-Mail: Eniko.Dacz@ikgs.de 
KontaktdatenName/Institution: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V. (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München 
Strasse/Postfach: Halskestr. 15 
Postleitzahl: 81379 
Stadt: München 
Telefon: + 49 (0) 89-78 06 09-0 
Fax:  + 49 (0) 89-78 06 09-22 
E-Mail: spiegelungen@ikgs.de 
Internetadresse: www.ikgs.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literarische Wertung/Literaturkritik; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.06.00 Regionale deutsche Literatur; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.07.00 Deutschsprachige Literatur des Auslandes
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/40713

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 04.09.2014 | Impressum | Intern