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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Gekreuzte Blicke auf Europa und die europäischen Nachbarn"
RessourcentypCall for Papers
TitelGekreuzte Blicke auf Europa und die europäischen Nachbarn
BeschreibungGERMANICA Nr56/2015

Gekreuzte Blicke auf Europa und die europäischen Nachbarn
Call for paper


Seit ein paar Jahren gilt ein gesteigertes Interesse dem Europa-Diskurs und dem Europa-Bild, die von der Literatur vermittelt werden (Anne Kraume, Das Europa der Literatur. Schriftsteller blicken auf den Kontinent 1815-1945, Walter de Gruyter, 2010 ; Der literarische Europa-Diskurs. Festschrift für Paul Michael Lützeler zum 70. Geburtstag, Königshausen & Neumann, 2013). Gegenstand der Untersuchung und der Analyse sind hier der Wandel und die Entwicklung dieses Diskurses und des Europa-Bildes seit den achziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Kann man in Bezug auf Europa und den europäischen Traum von einer in Misskredit geratenen Utopie sprechen, als wären Europa und die Europäer den mit der Wende neu entstandenen Herausforderungen nicht gewachsen gewesen? In fast allen EU-Ländern diagnostiziert man ein wachsendes Unbehagen an Europa und der EU, das seinen Niederschlag in der Wiederbelebung der stereotypen Vorurteile in den jeweiligen Zivilgesellschaften findet. Abgesehen von determinierenden sozialen und ökonomischen Faktoren sei das Defizit an Identifikationsvermögen, an Anhänglichkeit und Liebe zu Europa und zur EU zum Teil auf das Versagen der Intellektuellen zurückzuführen, die keine erbaulichen Visionen von der Zukunft des Kontinents entwickelt hätten. Eine weitere Ursache für den Mangel an emotionaler Verbundenheit sei das Fehlen eines europäischen Imaginären. So bedauerte Bundespräsident Joachim Gauck in seiner in Schloss Bellevue am 22. Februar 2013 gehaltenen Rede den Mangel an europäischen Gründungsmythen und an einer “groβen identitätsstiftenden Erzählung”. Aus dem Euroepos, dem Roman über Europa, der Robert Menasse vorschwebte, ist auch nichts geworden. Dafür hat aber der österreichische Schriftsteller und Essayist in Plädoyer für Europa verfasst, das politische Aufklärung bietet.

Die gekreuzten Blicke und die Vielfalt des Approachs und der Wahrnehmungen sollen es zunächst ermöglichen, ein Panorama zu entwerfen und den Wandel im Europa-Diskurs und in der Wahrnehmung der jeweiligen europäischen Nachbarn in der literarischen, dramatischen und essayistischen Produktion, in den Debatten mit SchrifstellerInnen und Intellektuellen in der Presse oder im Internet zu verfolgen. Man wird in erster Linie (aber nicht ausschlieβlich) die Produktion und die Debatten im deutschsprachigen Raum berücksichtigen und den Akzent auf die Entwicklung von Deutschlands Image in Europa und auf das Bild, das sich die Deutschen ihrerseits von ihren europäischen Nachbarn machen, legen.

Darüber hinaus stellt sich die von der polnisch-flämischen Philosophin Alicja Gescinska und von Jürgen Habermas wieder aufgeworfene Frage nach der Rolle der Intellektuellen und Literaten. Inwiefern tragen die Debatten, die Literatur und Theateraufführungen, die Länderporträts, die von SchriftstellerInnen entworfen worden sind, zur Aufklärung über Europa bei? Zeichnen sich hinter Satire und kritischer Auseinandersetzung Aussichten für die Zukunft ab und werden gegebenenfalls neue Utopien entfaltet, oder werden nur noch aus Angst oder “Kleinmut” (vgl. Habermas’ Dankesrede bei der Verleihung des Heinrich-Heine-Preises in Düsseldorf) nur noch eskapistische Strategien ausgedacht? “Im europäischen Haus herrschen Chaos und Zerfall” lautete ein Artikel unter vielen, der im März 2013 auf der Webseite geolitico.de veröffentlicht wurde. Vielleicht gilt es hier, sich an die ursprüngliche Bedeutung von “Chaos” zu erinnern, als einem Zustand, aus dem eine (Neu)schöpfung wird, mithin als Herausforderung für diejenigen, die sich weigern, die Zukunft Europas als alternativlos zu betrachten und sich in eigenes Haus zurückzuziehen.

Bitte schicken Sie Ihre Beitragsvorschläge (ca. 15 Zeilen) sowie eine bio-bibliographische Notiz bis zum 30. Juli 2014 an Andrée Lerousseau (andree.lerousseau@dartybox.com) und Annick Carlier (annick.carlier@univ-lille3.fr). Das Redaktionskomitee entscheidet über die Annahme der Vorschläge.
Die Nummer soll im Juni 2015 erscheinen.

Deadline für die Abgabe der Manuskripte ist der 15. Januar 2015.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss30.07.2014
Anmeldeschluss30.07.2014
PersonName: Lerousseau, Andrée 
Funktion: Leiterin des Germanica-Heftes 56/2015 
E-Mail: andree.lerousseau@univ-lille3.fr 
KontaktdatenName/Institution: Revue Germanica - Université de Lille 3 
Strasse/Postfach: Rue du Barreau 
Postleitzahl: 59653 
Stadt: Villeneuve-d'Ascq 
E-Mail: andree.lerousseau@univ-lille3.fr 
LandFrankreich
BenutzerführungFranzösisch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft
Zusätzliches SuchwortKulturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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