VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Angemessenheit – pragmatische Perspektiven auf ein linguistisches Bewertungskriterium. Arbeitstagung Linguistische Pragmatik 2015"
RessourcentypCall for Papers
TitelAngemessenheit – pragmatische Perspektiven auf ein linguistisches Bewertungskriterium. Arbeitstagung Linguistische Pragmatik 2015
BeschreibungLiebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Liste,

wir möchten Sie auf diesem Wege auf unsere geplante Tagung zum Thema „Angemessenheit – pragmatische Perspektiven auf ein linguistisches Bewertungskriterium“ hinweisen und Sie herzlich einladen, Beiträge zu diesem Themenbereich einzureichen. Die Tagung findet am Dienstag, dem 03.03.2015, an der Universität Leipzig statt und wird von der Arbeitsgemeinschaft Linguistische Pragmatik (ALP) e.V. organisiert.

Unten finden Sie den Call for papers mit wichtigen Informationen und Terminen.
Wir freuen uns auf interessante Beiträge!

Ihr Organisationsteam

Birte Arendt, Universität Greifswald
Jana Kiesendahl, Universität Greifswald
Pavla Schäfer, Universität Greifswald



Arbeitstagung Linguistische Pragmatik 2015

Angemessenheit – pragmatische Perspektiven auf ein linguistisches Bewertungskriterium

Universität Leipzig
Dienstag, den 03.03.2015

Sprachkritik entwickelt sich zunehmend zu einem „Hot Topic“ innerhalb der Linguistik. Reflektiert werden dabei sowohl Positionen von linguistisch ausgebildeten SprachkritikerInnen als auch von SprecherInnen ohne linguistischen Wissenshintergrund. Die Letztgenannten werden in diesem Sinne als Laien verstanden und ihre sprachkritischen Anmerkungen werden in der Forschung häufig unter dem Begriff der „Laiensprachkritik“ zusammengefasst. Für die deutschsprachige Sprachkritik gilt mittlerweile als erwiesen, dass sich die prototypisch vertretenen Positionen dieser beiden Gruppen grundsätzlich unterscheiden. Zentrales Kriterium einer linguistisch basierten sprachkritischen Analyse bildet die pragmatische Angemessenheit, die als ein Kontinuum aufgefasst wird und die intuitive, binäre Sprachbewertung in „richtig“ oder „falsch“ ersetzen soll. Innerhalb der linguistischen Sprachkritik werden Stimmen lauter, die fordern, Angemessenheit als ein komplexes, kontextsensitives Beschreibungskriterium auch im Bildungsbereich (Schule, Hochschule) zu etablieren (z. B. Kilian/Niehr/Schiewe 2010, 2013; Arendt/Kiesendahl 2011, 2013).

In Kontrast zu diesem Plädoyer für konkrete Anwendung steht die bislang erst ansatzweise erfolgte theoretisch-methodische Fundierung dieser Kategorie. Zumeist wird Angemessenheit schlicht mit kontextueller Adäquatheit umschrieben, womit diese Kategorie nur unzureichend erläutert ist. Die historische Fundierung des Angemessenheitsbegriffs (als rhetorisches Regulativ: aptum) kann für die weitere Forschung ebenso ertragreich sein wie die Untersuchung von Angemessenheit als TeilnehmerInnenkategorie in Interaktionen. Interaktionale Aushandlungen von Angemessenheit und die Zurückweisung von Handlungen, die als unangemessen angesehen werden, erlauben uns Einsichten in Normen und zeigen das funktionale Potenzial eines angemessenen Sprachgebrauchs als rhetorische Strategie auf. Wir sehen die Notwendigkeit, das Konzept der Angemessenheit multiperspektivisch zu beleuchten und auf dieser Grundlage zu konturieren.

Wir gehen von folgenden Annahmen aus:
1. Angemessenheit stellt ein zentrales Kriterium zur Beurteilung von sprachlichem Handeln dar.
2. Als normative Erwartung ist sie auch in direkten Interaktionen nachweisbar.
3. Empfundene (Un-)Angemessenheit hat Konsequenzen für soziale Interaktion.
4. Zum jetzigen Zeitpunkt bedarf das Konzept der Angemessenheit einer ebenso theoretischen wie empirischen Fundierung.

Diese Annahmen sollen den roten Faden der geplanten Tagung darstellen, gleichzeitig können und sollen sie in den Beiträgen kritisch diskutiert werden. Die Tagungsbeiträge können u. a. folgende Aspekte beleuchten:
• historische Einordnung des Konzepts der Angemessenheit
• Angemessenheit als normativer Maßstab
• sprachliche Indikatoren für Angemessenheit als Bewertungsmaßstab
• Operationalisierung von Angemessenheit und ihr Anwendungsspektrum
• empirische Erfassung von Erwartungen bezüglich eines angemessenen Sprachgebrauchs
• Angemessenheit als Unterrichtsgegenstand (synchron/diachron) und Teil der Sprachkompetenz
• Prozesse der Aushandlung von Angemessenheit sowie Bewertungskonflikte
• Zusammenhänge zwischen Angemessenheit und verwandten Konzepten wie etwa Spracheinstellungen, (Un-)Höflichkeit, Vertrauenswürdigkeit etc.

Wenn Sie einen Vortrag halten möchten, senden Sie bitte einen Vorschlag mit Titel und Abstract (ca. 400 Wörter) bis zum 1. Oktober 2014 an arendt@uni-greifswald.de. Anmeldungen ohne Vortrag werden ebenfalls unter dieser Adresse entgegengenommen.

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie rechtzeitig auf der Tagungsseite:
http://www.alp-verein.de

Organisationsteam:
• Birte Arendt, Universität Greifswald
• Jana Kiesendahl, Universität Greifswald
• Pavla Schäfer, Universität Greifswald

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!
Ihr Organisationsteam



Ausgewählte Literatur:

Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur (2009): Themenheft: „Sprachkritik in der Schule“, Heft 2.
Arendt, Birte/Kiesendahl, Jana (Hgg.) (2011): Sprachkritik in der Schule. Theoretische Grundlagen und ihre praktische Relevanz. Göttingen: v&r unipress.
Arendt, Birte/Kiesendahl, Jana (2013): Funktionale Angemessenheit. Gesprächs- und lehrwerksanalytische Perspektiven. In: Kilian, Jörg/Niehr, Thomas/Schiewe, Jürgen (Hgg.) (2013): Sprachkritik. In: Mitteilungen des deutschen Germanistenverbandes, Heft 4. Göttingen: v&r unipress, S. 336-355.
Kienpointner, Manfred (2005): Dimension der Angemessenheit. Theoretische Fundierung und praktische Anwendung linguistischer Sprachkritik. In: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur, Heft 1. Bremen: Hempen Verlag, S. 193-219.
Kilian, Jörg/Niehr, Thomas/Schiewe, Jürgen (2010): Sprachkritik. Ansätze und Methoden der kritischen Sprachbetrachtung. Berlin, New York: de Gruyter.
Kilian, Jörg/Niehr, Thomas/Schiewe, Jürgen (Hgg.) (2013): Sprachkritik. In: Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes, Heft 4. Göttingen: v&r unipress.
Schneider, Jan Georg (2011): Was ist richtiges und gutes Deutsch? Sprachratgeber auf dem Prüfstand. In: Arendt, Birte/Kiesendahl, Jana (Hgg.) (2011): Sprachkritik in der Schule. Theoretische Grundlagen und ihre praktische Relevanz. Göttingen: v&r unipress.
Schneider, Jan Georg (2007): Sprache als kranker Organismus. Linguistische Anmerkungen zum Spiegel-Titel „Rettet dem Deutsch!“. In: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur, Heft 1. Bremen: Hempen Verlag, S. 1-23.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortLeipzig
Bewerbungsschluss01.10.2014
Beginn03.03.2015
Ende03.03.2015
PersonName: Arendt, Birte [Dr.] 
Funktion: Organisatorin 
E-Mail: arendt@uni-greifswald.de 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Deutsche Philologie 
Strasse/Postfach: Rubenowstraße 3 
Postleitzahl: 17487 
Stadt: Greifswald 
Telefon: +49 (0)3834 86-3440 [Birte Arendt]  
E-Mail: philosek@uni-greifswald.de [Sekretariat]  
Internetadresse: http://www.phil.uni-greifswald.de/philologien/deutsch/deutsche-philologie.html 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLinguistik; Sprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik)
Zusätzliches SuchwortSprachkritik, Angemessenheit
Klassifikation02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl); 02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl) > 02.10.00 Sprache im 20. Jahrhundert. Gegenwartssprache
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/40137

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 03.07.2014 | Impressum | Intern