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Ergebnisanzeige "Devianz. Deviantes. Deviantismen: Prozesse, Logiken und Dynamiken zwischen Früh- und Hochmittelalter"
RessourcentypCall for Papers
TitelDevianz. Deviantes. Deviantismen: Prozesse, Logiken und Dynamiken zwischen Früh- und Hochmittelalter
BeschreibungDevianz. Deviantes. Deviantismen: Prozesse, Logiken und Dynamiken zwischen Früh- und Hochmittelalter

1. Daten:

Tagung, Ludwig-Maximilians-Universität München, 27. bis 29. November 2014
Senatssaal, Hauptgebäude der LMU München

Einreichungen mit Vortragstitel erbeten bis 28. Juli 2014

Eröffnungsvortrag: Hans-Werner Goetz
Organisation: Kathrin Gollwitzer-Oh und Alexander Kagerer

2. Kurzexposee:

Der Versuch, Devianz zu definieren, geht zumeist von der Bestimmung dessen, was der Norm entspricht oder ordnungskonform ist, aus. Auf diese Art und Weise ist Devianz nicht nur stets der negative Pol in einem asymmetrischen Begriffspaar Norm/Devianz, sondern zugleich von einem statischen Verhältnis her perspektiviert.

Zwar ist für die Etablierung einer Norm oder Ordnung stets die – oftmals agonale – Auseinandersetzung mit deren Widerspruch und Gegenteil konstitutiv, doch geht damit – so eine grundlegende Ausgangsthese der Tagung – nicht ein statisches, sondern vielmehr ein dynamisches Wechselspiel einher. Der kulturdiagnostische Aspekt des Devianten enthüllt sich somit gleichsam erst, wenn man von Devianz als Prozess ausgeht. Die Tagung möchte dementsprechend die theoretischen und perspektivischen Polarität von Norm und Normwidrigkeit hinterfragen und den Fokus auf die Prozessualität und die Dynamisierungspotenziale von Devianz legen. Eine Ebenenunterscheidung wird dabei virulent zwischen der Eigen- und der Fremdzuschreibung, der Stigmatisierung und der Instrumentalisierung von Devianz als Auszeichnungsmerkmal wie zwischen Realitäten und medialen Repräsentationen.

Ziel ist es, einerseits grundsätzlich möglichst dichte Befunde am Material (literarische Texte und Gebrauchsliteratur; visuelle Narrative; philosophische, theologische und medizingeschichtliche Diskurse) für das Phänomen Devianz, seine axiologische Bestimmung und seine Funktion zu erschließen. Andererseits soll es darum gehen, unter Einbezug der spezifischen medialen Repräsentation, die kulturspezifischen Prozesse der Codierung, Semantisierung und Diskursivierung zu diskutieren.

Gerade das Früh- und Hochmittelalter in seiner Prägung als Transformationszeit, die nicht als monolithisch, sondern vielmehr als dynamisch per se zu kennzeichnen ist, bietet sich unter Beachtung seiner spezifischen Alterität für diese Untersuchungsfolie an.

Leitend soll mitunter gefragt werden, inwieweit in früh- und hochmittelalterlichen Figuren der Ausgrenzung und in Grenzwesen die Beziehung zwischen Subjekt und Gemeinschaft, zwischen Interessengemeinschaften und der gesellschaftlichen Mehrheit zu fassen gesucht wird.

Weitere daraus resultierende Fragen können lauten: Mit welchen Semantiken werden Praktiken und Phänomene des Devianten versehen und für welche Diskurse werden sie zu zentralen Objekten? Inwieweit verbinden sich im Devianten Vorstellungen von physischer und kultureller mit ethischer und metaphysischer Gegensätzlichkeit? Welche Terminologie und welche Begrifflichkeiten werden verwendet, um ein und dasselbe Phänomen zu beschreiben? Kann von einer Klassifizierung ausgegangen werden?

Die Tagung sucht in diesem Kontext nach den Ursprüngen und Praktiken, mitunter Prozessen, Logiken und Dynamiken des Devianten im Früh- und Hochmittelalter.

3. Organisatorisches:

Die Tagung wird vom 27. bis 29. November an der Ludwig-Maximilians-Universität stattfinden und möchte ein Forum für die Präsentation sowie Diskussion von Ideen im Rahmen der Leitthematik bieten. Des Weiteren sollen Räume für einen allgemeinen Austausch mit Vernetzungsmöglichkeiten geschaffen werden. International und komparatistisch ausgerichtet steht die Tagung allen philologischen, historischen, philosophischen, kunsthistorischen und kulturwissenschaftlichen Zugängen offen.

Beitragsvorschläge im Umfang von max. 250 Wörtern mit (Arbeits-)Titel und Fragestellung werden erbeten bis zum 28. Juli 2014 an: devianz-tagung@hotmail.com
Um die Nennung Ihrer institutionellen Anbindung sowie Name, E-Mail Adresse und Anschrift bitten wir Sie.

Die Reise- und Übernachtungskosten werden übernommen. Die Beiträge mit den Diskussionsergebnissen werden im Anschluss an die Tagung veröffentlicht. Bei Rückfragen bitten wir Sie, sich unter devianz-tagung@hotmail.com zu melden.

LMU-Tagung: "Devianz. Deviantes. Deviantismen:
Prozesse, Logiken und Dynamiken zwischen Früh-
und Hochmittelalter" vom 27. bis 29. November 2014
Ludwig-Maximilians-Universität München
Tagungsbüro: Schellingstr. 3, VG Raum 253, D-80799
Telefon: +49 (0)89 2180-2913
E-Mail: devianz-tagung@hotmail.com

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMünchen
Bewerbungsschluss28.07.2014
Beginn27.11.2014
Ende29.11.2014
PersonName: Alexander Kagerer 
Name: Kathrin Gollwitzer-Oh 
KontaktdatenName/Institution: Ludwig-Maximilians-Universität München 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteratur 700 - 1150; Literatur 1150 - 1300; Literatur- u. Kulturgeschichte
Zusätzliches SuchwortDevianz
Klassifikation07.00.00 Frühes Mittelalter (Von den Anfängen bis 1170); 08.00.00 Hochmittelalter
Ediert von  H-Germanistik
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